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Stalins makabres Spiel mit den Toten des Zweiten Weltkriegs

Ein Gastbeitrag von Andreas Hilger, Moskau

Aktualisiert am 08.05.2020Lesedauer: 8 Min.
Historische Aufnahmen: Wie Deutschlands verbrecherischer Krieg begann und sich zur Trag├Âdie des 20. Jahrhunderts entwickelte. (Quelle: t-online)
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Am 9. Mai 1945 feierte die Rote Armee ihren Sieg ├╝ber die Wehrmacht. Immer wieder wird der "Tag des Sieges" seitdem instrumentalisiert ÔÇô erst von Stalin, nun von Wladimir Putin.

Der 9. Mai ist ein ganz besonderer Tag in Russland, an ihm wird an den Sieg der Roten Armee ├╝ber den NS-Staat im Jahr 1945 erinnert. Emotional aufgeladen wurde und wird dieser Tag auch von der politischen F├╝hrung genutzt. Experte Andreas Hilger erk├Ąrt, auf welche Weise.

Josef Stalin gab sich in diplomatischen Verhandlungen mitunter ├╝berraschend ehrlich. Er sei es nicht gewohnt, sich zu beklagen, lie├č er beispielsweise den US-Pr├Ąsidenten Harry S. Truman und den britischen Premier Winston Churchill w├Ąhrend der Konferenz von Potsdam 1945 wissen, aber die Situation in der UdSSR sei unvergleichlich schlecht. "Wir haben einige Millionen Gefallene, wir haben nicht genug Menschen. W├╝rde ich mich beklagen", so der sowjetische Diktator weiter, "w├╝rden Sie in Tr├Ąnen ausbrechen, so schwer ist die Lage in Russland."

Hinter der vermeintlichen Offenheit verbarg sich Berechnung. Stalin wollte vor den ungeliebten Alliierten keine Schw├Ąche zeigen und nannte viel zu geringe Zahlen. Von "einigen Millionen" gefallenen, ermordeten oder verhungerten sowjetischen Opfern des deutschen Vernichtungskriegs gegen die UdSSR konnte keine Rede sein. W├Ąhrend Stalin rund sieben Millionen festschrieb, erh├Âhte sein Nachfolger Nikita Chruschtschow die offizielle Angabe auf 20 Millionen. Doch auch dies war noch viel zu wenig.

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Andreas Hilger, Jahrgang 1967, ist stellvertretender Leiter des Deutschen Historischen Instituts Moskau. Der habilitierte Historiker ist Experte f├╝r die Geschichte Russlands und der Sowjetunion sowie f├╝r Internationale Geschichte. 2000 promovierte er ├╝ber deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion, die Habilitation widmete sich den Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Indien von 1941 bis 1966.

Ab Michail Gorbatschow korrespondieren die sowjetischen und russischen Sch├Ątzungen mit Kalkulationen der allgemeinen internationalen Forschung. Diese gehen von rund 27 Millionen Toten aus. Mehr als die H├Ąlfte von ihnen waren Zivilisten, darunter circa 2,8 Millionen sowjetische Juden, rund 800.000 Einwohner des jahrelang belagerten Leningrad und rund zwei Millionen Menschen, die der deutschen R├╝ckzugstaktik der "Verbrannten Erde" oder dem unerbittlichen deutschen Kampf gegen tats├Ąchliche und vermeintliche Partisanen zum Opfer fielen. Von den gut elf Millionen Soldaten der Roten Armee kamen allein drei Millionen in deutscher Gefangenschaft ums Leben.

Die Zahlentricksereien und Stalins Tonlage in Potsdam waren f├╝r den sowjetischen Umgang mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs charakteristisch. Die sowjetische Erinnerungspolitik richtete sich an zwei Adressaten. Die Deutung der Vergangenheit durch den Kreml zielte nicht nur auf die eigene Bev├Âlkerung, sondern auch auf das ausl├Ąndische Publikum. Gegen├╝ber der Au├čenwelt wurden erlittene Verluste sowie die hohe Bedeutung der sowjetischen Kriegsanstrengungen f├╝r den Sieg herausgestellt.

Diese Kombination sollte die prominente Rolle der UdSSR in der globalen Nachkriegspolitik rechtfertigen und internationale sowjetische Anspr├╝che legitimieren. Dies galt beispielsweise f├╝r territoriale Zugewinne im Osten und insbesondere im Westen der Sowjetunion sowie hinsichtlich des Sicherheitskordons, den Moskau um sich zog. Die Mechanismen griffen ebenso in weiteren Fragen der Deutschlandpolitik. Bereits in Jalta im Februar 1945 insistierte Stalin, unter den Siegern deutsche Reparationen nach "Verdiensten" zu verteilen.

Un├╝berwindbare St├Ąrke?

Die oben zitierte Potsdamer Klage wurde gleichfalls im Kontext der Debatten ├╝ber deutsche Wiedergutmachungsleistungen vorgebracht. Daneben wurden etwa sowjetische Repressionen gegen deutsche Nichtkommunisten in Ostdeutschland immer auch mit der Notwendigkeit begr├╝ndet, den sowjetischen Staat vor ├ťberbleibseln oder neuen Trieben des "Hitlerismus" zu sch├╝tzen, der gerade erst unter so gro├čen Opfern besiegt worden war.

Schlie├člich k├╝ndete der Sieg sowjetischer Interpretation zufolge von der un├╝berwindbaren St├Ąrke der sozialistischen Union schlechthin. Auf diese Weise hoffte Stalin kapitalistische Gegner nach 1945 von neuen Abenteuern gegen Moskau abschrecken zu k├Ânnen. Allerdings w├╝rden in dieser Hinsicht zu hohe Verlustzahlen nur kontraproduktiv wirken, sodass der Kreml auf unsinnig niedrigen Angaben beharrte. Aus denselben ├ťberlegungen heraus schien es Moskau im ├ťbrigen auch nicht angebracht, die westalliierte Unterst├╝tzung f├╝r die UdSSR ab 1942/1943 zu thematisieren.

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Hinsichtlich der sowjetischen Einwohnerschaft hatte die Erinnerung an Krieg und Sieg disziplinierende Aufgaben. Das offizielle Geschichtsbild trug dazu bei, das stalinistische System und seinen Sch├Âpfer noch weiter zu ├╝berh├Âhen und noch unangreifbarer zu machen. Eine W├╝rdigung aller sowjetischen Opfer war in diesem Kontext ebenfalls nicht angebracht. Die besondere Anerkennung des j├╝dischen Schicksals w├╝rde nur von sozialistischen Lesarten des Kriegs ablenken.

Kriegsheld wurde abgeschoben

Wahrheitsgem├Ą├če Daten hinsichtlich aller Opfer lie├čen sich mit der angeblich so erfolgreichen und ├╝berlegenen Kriegf├╝hrung kaum vereinbaren und w├╝rden Fragen hinsichtlich der politischen Verantwortung f├╝r milit├Ąrische Desaster aufwerfen. Stalins vermeintliches Genie durfte in keiner Weise geschm├Ąlert dargestellt werden. Daher war es nur konsequent, dass Stalin Marschall Georgi Schukow, der 1945 die gro├če Siegesparade in Moskau und die alliierte Parade in Berlin abgenommen hatte, bald zuerst nach Odessa und dann in den Ural abschob. Die ├╝brigen Millionen "Schrauben" im Land ÔÇô so nannte der Kremlchef 1945 seine Untertanen ÔÇô wurden ab 1947 auch am Tag des Sieges, dem 9. Mai, zur Arbeit geschickt.

Die Orientierung der offiziellen Erinnerung an au├čen- und innenpolitischen Zielen hielt nach Stalins Tod an. Der osteurop├Ąische Zusammenhalt lie├č sich in den 1950er- und 1960er-Jahren weiterhin festigen, indem immer wieder neu die Angst vor westdeutschem "Revanchismus" und "Faschismus" beschworen wurde. Zugleich wurde westdeutscher und westlicher Politik mit einem neuen Stalingrad gedroht, um angebliche Kriegstreiber einzusch├╝chtern. Mit Blick auf die Innenpolitik enth├╝llte Chruschtschow, der im Krieg einen Sohn verloren hatte, in seiner Geheimrede auch Stalins milit├Ąrische Vers├Ąumnisse.

Auf diese Weise schob Chruschtschow fr├╝here Fehler allein Stalin und dessen engstem Zirkel in die Schuhe und entledigte sich ganz nebenbei einiger aktueller Konkurrenten. Die Werkt├Ątigen der Sowjetunion hatten am 9. Mai derweil nach wie vor f├╝r den Fortschritt des Sozialismus daheim und in der Welt zu arbeiten.

Bruch mit Stalin gegl├Ąttet

Dies ├Ąnderte sich erst unter Leonid Breschnew. Die internationalen Interpretationen der Jahre 1941 bis 1945 blieben bei den multiplen Aussagen. Im Innern diente der erinnerte Krieg als neues Mittel der positiven Integration. Nun hie├č es, dass 1945 alle einen Sieg f├╝r alle errungen hatten. F├╝r diese positive R├╝ckschau wurden vergangene Ungerechtigkeiten weniger bereinigt als beschwiegen, der radikale Bruch mit Stalin gegl├Ąttet. Nur so konnte der siegreiche Krieg Regime und Gesellschaft in Stabilit├Ąt und Ruhe vereinen.

Clement Attlee, Harry S. Truman und Josef Stalin auf der Potsdamer Konferenz (v. l.): Die Repr├Ąsentanten der drei Hauptalliierten berieten ├╝ber das weitere Vorgehen nach dem Sieg ├╝ber Deutschland.
Clement Attlee, Harry S. Truman und Josef Stalin auf der Potsdamer Konferenz (v. l.): Die Repr├Ąsentanten der drei Hauptalliierten berieten ├╝ber das weitere Vorgehen nach dem Sieg ├╝ber Deutschland. (Quelle: United Archives International/imago-images-bilder)

Die gesteuerte Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg sollte richten, was Ideologie und Performance des Sozialismus nicht leisten konnten. Der 9. Mai war weiterhin Ausdruck und Instrument der neuen erinnerungspolitischen Aufgaben. Breschnew erhob den Tag 1965 zum arbeitsfreien Feiertag. Im selben Jahr wurde er erstmals mit einer feierlichen Siegesparade begangen. Der Feiertag blieb bis zum Ende der UdSSR bestehen, allerdings fanden Gro├čparaden nur an wenigen runden Jubil├Ąen statt. In der Gorbatschow-├ära zeigte sich in Diskussionen ├╝ber Opferzahlen, das bisherige Siegesnarrativ und die historische Gesamtbewertung Stalins, dass die Erinnerung an Krieg und Sieg ihre integrative Kraft f├╝r die UdSSR verloren hatte.

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Die hier skizzierten Ziele offizieller Erinnerungspolitik in der UdSSR d├╝rfen nicht dar├╝ber hinwegt├Ąuschen, dass unabh├Ąngig hiervon der Krieg f├╝r die Menschen in der UdSSR immer eine besondere Bedeutung hatte. Der Fr├╝hling 1945 sah eben auch Menschen, die auf der Stra├če spontan den sowjetischen Sieg feierten, und er sah privates, leidvolles Gedenken.

Kaum eine Familie hatte keinen Toten zu beklagen, kaum eine litt nicht unter bedr├╝ckenden wirtschaftlichen und sozialen Kriegslasten und Kriegsfolgen. Diese individuellen, famili├Ąren und gesellschaftlichen Traumata und Erfahrungen boten sp├Ąteren positiven Deutungsangeboten der Politik einen gewissen Resonanzboden. Ungeachtet dessen stellen Erfahrungen immensen Leids und unerh├Ârter Anstrengungen, die Freude und das Gl├╝ck, ├╝berlebt zu haben, sowie der Stolz auf den Sieg ├╝ber eine t├Âdliche Gefahr und einen erbarmungslosen Gegner wichtige Bestandteile des gesellschaftlichen Erinnerungshaushalts, des gesellschaftlichen Gedenkens und der gesellschaftlichen Geschichtsbilder dar.

Von Putin instrumentalisiert

Diese Erfahrungen pr├Ągen bis heute. So erfanden im Jahr 2012 liberale Journalisten in Tomsk das "Unsterbliche Regiment". Seitdem marschieren insbesondere in Russland, aber auch in anderen Teilen der Welt j├Ąhrlich am 9. Mai Menschen mit Portraits von Familienangeh├Ârigen, die im Krieg waren, durch die St├Ądte. Putin vereinnahmte die Initiative f├╝r eigene Zwecke, als er 2015 mit einem Bild seines Vaters an dem Gedenkmarsch teilnahm. Das ├Ąndert nichts daran, dass die Veranstaltungen den origin├Ąren Wunsch der Menschen widerspiegeln, ad├Ąquat und individuell des Kriegs zu gedenken.

Stalingrad 1943: Die Stadt wurde bei den K├Ąmpfen zwischen Wehrmacht und Roter Armee v├Âllig zerst├Ârt.
Stalingrad 1943: Die Stadt wurde bei den K├Ąmpfen zwischen Wehrmacht und Roter Armee v├Âllig zerst├Ârt. (Quelle: ITAR-TASS/imago-images-bilder)

Putins Zugriff setzte letztlich die lange Geschichte der politischen Instrumentalisierung des 9. Mai fort. Das postsowjetische Russland unter Jelzin wollte gleichfalls die integrative Kraft des Feiertags und, ab 1995, mit einer j├Ąhrlichen Siegesparade die Welt daran erinnern, dass Russland eine international bedeutsame Macht darstellte. Die Erinnerung an vergangene Leistungen schien zun├Ąchst einer kritischen Gesamtaufarbeitung der ├Ąu├čerst schwierigen sowjetischen Vergangenheit nicht zu widersprechen.

Ebenfalls 1995 ordnete Pr├Ąsident Jelzin die vollst├Ąndige Rehabilitierung der ehemaligen Kriegsgefangenen, Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen an, die sich im Krieg in deutscher Hand befunden hatten. Daf├╝r waren sie ab 1945 als Verr├Ąter beschimpft sowie ├╝ber Jahrzehnte hinweg benachteiligt worden. Seit dem Machtwechsel zu Putin entfallen in offiziellen Deutungen jedoch weitgehend kritische Blicke auf das Vergangene. Nun muss eine ausschlie├člich stolze Vergangenheit daf├╝r herhalten, Putins eigene Herrschaft zu legitimieren und zu bekr├Ąftigen.

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Daneben wurden au├čenpolitische Aussagen der Geschichtsdeutung auf Dauer offensiver. 2008 wurde auf der Parade am 9. Mai erstmals wieder schweres Milit├Ąrger├Ąt gezeigt. Diese Machtdemonstration reflektierte anhaltende russisch-westliche Zwistigkeiten ├╝ber den russischen Einfluss im postsowjetischen Raum und in der Welt. Nachdem die Au├čenminister Hillary Clinton und Sergei Lawrow 2009 einen Neustart in den russisch-westlichen Beziehungen ausgerufen hatten, nahmen 2010 sogar Kontingente der ehemaligen Kriegsalliierten an der Moskauer Parade teil.

Die Jubil├Ąumsfeierlichkeiten 2015 dokumentierten den neuen Tiefpunkt im russisch-westlichen Verh├Ąltnis. Ein Jahr nach der Annexion der Krim fanden sich kaum noch westliche Regierungschefs bereit, zu den Feierlichkeiten zu erscheinen. Russland dagegen nutzte den Festtag, um mit parallelen Paraden auf der Krim die Angliederung historisch zu rechtfertigen und zu forcieren. F├╝nf Jahre sp├Ąter, 2020, schlug Putin vor, den 75. Jahrestag des Siegs ├╝ber Deutschland mit einer Neuauflage der Konferenz von Jalta zu begehen.

Stalins Opfer erhalten wenig Raum

Damit h├Ątte er quasi durch die Hintert├╝r internationale Anerkennung f├╝r die russische Krimpolitik und f├╝r russische Anspr├╝che auf globale Einflusszonen insgesamt erreicht. Die Konferenzidee fand im Westen keinen Widerhall. Die gro├čen Feierlichkeiten zum 9. Mai hat bekannterma├čen die Corona-Krise verhindert, zum Leidwesen der Regierung.

Im komplexen Verh├Ąltnis Russlands zum Zweiten Weltkrieg f├Ąllt auf, dass Opfer stalinistischer Politik und Kriegf├╝hrung gerade heutzutage in der russischen Erinnerungspolitik wenig Raum erhalten. Um die Bewertung des Hitler-Stalin-Pakts, um sowjetische Okkupations- und Repressionspolitik im Baltikum und in Osteuropa oder um Kriegerdenkm├Ąler und -helden in der Ukraine und in Estland werden auf internationaler B├╝hne bittere Erinnerungskriege gef├╝hrt.

Dabei ist gar nicht mehr auszumachen, welche Seite die Erinnerungsschlacht er├Âffnet hat, ob mit einseitigen Schuldzuschreibungen, nationalistischen Geschichtsklitterungen oder geschichtsvergessener Empathielosigkeit. Die Vehemenz dieser Geschichtskriege zeugt davon, dass die Deutung des Zweiten Weltkriegs nicht nur, aber auch in Russland an den Kern von Identit├Ąt und Herrschaft r├╝hrt. Eine angemessene W├╝rdigung der hellen und dunklen Seiten der Vergangenheit erscheint daher umso dringlicher und bleibt eine Aufgabe f├╝r zuk├╝nftige Tage des Sieges.

Die im Gastbeitrag ge├Ąu├čerten Ansichten geben die Meinung der Autoren wider und entsprechen nicht notwendigerweise denen der t-online.de-Redaktion.

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Korrektur: In einer fr├╝heren Version hie├č es, Franklin D. Roosevelt h├Ątte die USA auf der Potsdamer Konferenz 1945 vertreten. Nat├╝rlich war es sein Nachfolger Harry S. Truman. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

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