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So kann Batshuayi dem BVB neues Leben einhauchen

Constantin Eckner

Aktualisiert am 01.02.2018Lesedauer: 3 Min.
Michy Batshuayi: Der 24-Jährige spielte seit 2016 für Chelsea London. Wechselte damals für 39 Millionen Euro aus Marseille an die Stamford Bridge.
Michy Batshuayi: Der 24-Jährige spielte seit 2016 für Chelsea London. Wechselte damals für 39 Millionen Euro aus Marseille an die Stamford Bridge. (Quelle: DeFodi/imago-images-bilder)
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Mit dem Abgang von Pierre-Emerick Aubameyang muss der BVB auf seine Tor-Garantie verzichten. Ersetzen soll ihn Michy Batshuayi. Doch passt der Belgier nach Dortmund?

In einem wahren Transferkrimi an den letzten Januartagen trennte sich Borussia Dortmund von Angreifer Pierre-Emerick Aubameyang und ersetzte ihn durch Michy Batshuayi. Der Belgier kommt per Leihe von Chelsea und offeriert ein anderes Stürmerprofil als sein Vorgänger.

Der Unterschied zu Aubameyang

Der BVB war bereits vor Jahren an einer Verpflichtung Batshuayis interessiert, als dieser noch bei Standard Liège und später Olympique Marseille unter Vertrag stand. Er entschied sich 2016 für den Schritt zu Chelsea. In London kam Batshuayi aber über die Rolle eines Reservisten nicht hinaus. Das Potenzial, das die Dortmunder Scouts in dem Mittelstürmer einst erkannten, ist jedoch immer noch erkennbar.

Der 24-Jährige ist jung genug, um in Dortmund einen Neustart zu wagen. Und er könnte der strauchelnden Mannschaft aus dem Ruhrpott neues Leben einhauchen. Im Gegensatz zu Aubameyang ist Batshuayi eher ein „Wandstürmer“ – er kann also mit dem Rücken zum Tor den Ball halten und auf seine Mitspieler ablegen. Aubameyang hingegen ist vor allem dann in seinem Element, wenn er mit dem Gesicht zum Tor in den Sprint gehen darf. Ein mitspielender Angreifer, der sich aktiv ins Kombinationsspiel einbringt, war der Gabuner noch nie. Dies entwickelte sich insbesondere in den letzten Monaten zum Problem für den BVB.

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Warum Giroud kurzfristig besser gepasst hätte

Peter Bosz hätte wie schon in Amsterdam einen Wandstürmer benötigt, der Vertikalpässe annimmt und weiterleitet. Auch unter Peter Stöger ist ein solcher Spielertyp im Moment eher vonnöten. Insofern erschien es als logischer Schritt, dass die Dortmunder im Zuge des Aubameyang-Abgangs bei ihrer Suche nach einem Ersatz auf die Stärken im Mitspielen achteten. Neben Batshuayi wurden Olivier Giroud und Anthony Modeste mit dem BVB in Verbindung gebracht.

Der 31-jährige Giroud wäre womöglich trotz seines gehobenen Fußballalters kurzfristig die beste Lösung gewesen, da er bei Arsenal gelernt hat, wie er als Stürmer Bälle festmachen und gegen Angriffe verteidigen kann. Aber der Franzose wollte vor allem aus privaten Gründen in London bleiben und ersetzt nun Batshuayi bei Chelsea.

Anspielziel fĂĽr Toprak und Weigl

Im Stürmerkarussell schneidet der BVB deshalb aber nicht schlecht ab. Auch der 1,85 Meter große Batshuayi weiß seinen muskulösen Körper zwischen Ball und Gegner zu schieben. Was er sogar noch besser als Giroud kann: Batshuayi ist in der Lage, selbst ins Dribbling zu gehen. In der Vergangenheit driftete er oftmals zum Flügel und suchte Eins-gegen-Eins-Situationen. Dieses Element in seinem Spiel verblasste aber in den letzten Monaten, als sich der Belgier bei seinen Einsätzen für Chelsea vornehmlich in der Nähe der Innenverteidiger positionierte und auf Zuspiele wartete.

Auch im Dortmunder Spielaufbau könnte Batshuayi hauptsächlich in den zentralen Zonen auftauchen. Ömer Toprak und Julian Weigl brauchen in der Spieleröffnung eine Option in der Mitte. Zu oft läuft der Ball über die Flügel. Der BVB wirkt aktuell ausrechenbar. Kann Batshuayi jedoch die Pässe im Zentrum aufsaugen und anschließend den Ball auf die Kreativabteilung um Mario Götze und Shinji Kagawa ablegen, würden sich neue Spielzüge entwickeln. Während Batshuayi den Ball aufnimmt und ablegt, könnten sich unterdessen Christian Pulisic oder auch Jadon Sancho in seinem Rücken in Position bringen. Der BVB verfügt gerade mit diesen beiden Talenten über Flügelstürmer, die nicht unablässig an der Seitenlinie kleben, sondern regelmäßig den Weg nach innen suchen.

Fragezeichen bleiben

Natürlich ist der – mehr oder weniger erzwungene – Stürmerwechsel mit Risiko verbunden. Trotz seiner offensichtlichen Schwächen war Aubameyang immer für Tore gut. Aufgrund seiner Sprintfähigkeiten konnte er nahezu jeden Verteidiger in der Bundesliga ausbeschleunigen. Batshuayi kommt unterdessen von der Ersatzbank Chelseas und ist dazu verdammt, umgehend im Dortmunder Team zu funktionieren.

Die Alternativen, namentlich Alexander Isak und André Schürrle, können angesichts der Ambitionen des BVB eigentlich keine Optionen für die Startelf sein. Batshuayi hat das Talent, aber es mangelt ihm im Moment eventuell am Selbstvertrauen. Zuletzt suchte er selten das Dribbling, tauchte willentlich unter und war nur ansatzweise mit jenem Spieler zu vergleichen, der in Belgien und später bei Olympique Marseille gegnerische Abwehrreihen traumatisierte.

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