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Auslosung der EM 2020: Deutscher Nationalmannschaft droht Hammergruppe

In Bukarest  

Spannung vor EM-Auslosung: DFB-Team droht eine Hammergruppe

30.11.2019, 12:27 Uhr | dpa

Joachim Löw: Bundestrainer freut sich auf EM-Auslosung

Nach der erfolgreichen Qualifikation zur EM 2020 spricht Bundestrainer Joachim Löw über die Entwicklung der Mannschaft und die EM-Auslosung. (Quelle: Omnisport)

Joachim Löw: Nach der erfolgreichen EM-Qualifikation sprach der Bundestrainer (ab 1:13) über seine Erwartungen an die Auslosung. (Quelle: Omnisport)


Die letzte Dienstreise im Lichte der Öffentlichkeit markiert für Joachim Löw am Ende eines "schwierigen Jahres" Endpunkt und Aufbruch zugleich. In Bukarest bekommt die Fußball-EM 2020 für den Langzeit-Bundestrainer an diesem Wochenende mit der Auslosung der sechs Vorrundengruppen (ab 18 Uhr im Liveticker auf t-online.de) "ein Gesicht", wie er es selbst ausdrückte.

Die DFB-Elf ist bei der Zeremonie im Topf eins der sechs besten Teams der Qualifikation gesetzt. Als vermeintlich stärkste Kontrahenten drohen für die Gruppe F aus Topf zwei Weltmeister Frankreich und aus Topf drei Europameister Portugal. Für den deutschen Gegner aus Topf vier gibt es aber bis nach den Playoff-Spielen Ende März noch sieben Optionen.


Möglich sind auch deutlich leichter erscheinende Optionen. Aus Topf zwei können es auch die Schweiz, Kroatien oder Polen sein. In Topf drei sind noch Schweden, Österreich, Tschechien und die Türkei mögliche Varianten. Sollte sich Island, Bulgarien oder Ungarn in den Playoffs durchsetzen, macht eines dieser Teams die deutsche Gruppe F komplett. Setzt sich in dem Pfad A Rumänien durch, wird hingegen der Gewinner des Playoff-Pfades D aus Georgien, Nordmazedonien, Kosovo oder Weißrussland deutscher EM-Kontrahent.

Nach Bukarest gehen die konkreten Planungen los

Was hingegen feststeht: Nach der Rückkehr aus Rumäniens Hauptstadt kann Löw mit seinem Stab um Organisationschef Oliver Bierhoff die "konkreten Planungen" für das komplizierte Pan-Europa-Turnier vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 vorantreiben. Einige zentrale Entscheidungen sind schon getroffen: Das EM-Trainingslager wird im österreichischen Seefeld stattfinden. Und während der Endrunde wird das Team um Kapitän Manuel Neuer beim Ausrüster Adidas im fränkischen Herzogenaurach wohnen und trainieren.

Ein reines DFB-Achterbahnjahr

Löw blickt auf ein Achterbahnjahr mit der Nationalmannschaft zurück – und auch persönlich. Nach einem Sportunfall fehlte er erstmals in über 13 Jahren als Chefcoach bei zwei Länderspielen. Aber anderthalb Jahre nach dem WM-Desaster in Russland konnte der Weltmeistercoach von 2014 seine Position mit einer insgesamt souveränen Qualifikation mit der finalen Krönung des Gruppensieges vor dem Erzrivalen Holland stärken. Löw wird 2020 sein viertes EM-Turnier als verantwortlicher Bundestrainer erleben. Euphorischen Erwartungen trat er jedoch entgegen: "Als Favorit beim Turnier im Sommer sehe ich uns nicht."

Wollen mit dem DFB-Team 2020 erfolgreich sein: Joachim Löw und Oliver Bierhoff.  (Quelle: imago images/Sven Simon)Wollen mit dem DFB-Team 2020 erfolgreich sein: Joachim Löw und Oliver Bierhoff. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Der Bundestrainer, der am 3. Februar 2020 seinen 60. Geburtstag feiert, sprach von anstrengenden Monaten, die hinter ihm liegen. "Das Jahr war gespickt mit vielen Dingen, die wir zu bewältigen hatten, auch mit einigen Problemen." Löw forcierte noch einmal den Umbruch, indem er verdiente Weltmeister wie Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller als Nationalspieler ausmusterte. Viele Verletzungen und Ausfälle wichtiger Akteure führten dazu, dass zumindest über ein DFB-Comeback von Hummels öffentlich immer wieder diskutiert wird.

Die Sorgen um Sané und Süle

Hoffnungsträger wie Flügelstürmer Leroy Sané von Manchester City und der von Löw als Abwehrchef vorgesehene Bayern-Profi Niklas Süle befinden sich nach Kreuzbandrissen in der Reha. Der Zeitpunkt ihres Comebacks lässt sich sieben Monate vor EM-Beginn nicht bestimmen.

Aus besseren DFB-Tagen: Niklas Süle (l.) und Leroy Sané.  (Quelle: imago images/Chai v.d. Laage)Aus besseren DFB-Tagen: Niklas Süle (l.) und Leroy Sané. (Quelle: Chai v.d. Laage/imago images)

Löw hat um die Turnier-Veteranen Manuel Neuer (33) und Toni Kroos (29) ein stark verjüngtes, unerfahrenes Team gruppiert, das schnell reifen muss. Auch wenn von zehn Länderspielen sieben gewonnen und nur eines beim 2:4 gegen Holland verloren wurde, war es ein wechselvolles Jahr. Das Potenzial der DFB-Elf um den neuen Erfolgsgaranten Serge Gnabry blitzte immer wieder auf, aber an Automatismen und Konstanz muss gefeilt werden. Die Abwehr wirkt nur bedingt EM-tauglich. "Ich würde dem Jahr eine Note zwischen zwei und drei geben", sagte Kroos, dem nur noch vier Einsätze zu 100 Länderspielen fehlen.

Der Löw-Ausfall

181 stehen in Löws Bilanz. Für ihn persönlich war es auch ein besonderes Jahr. Beim Krafttraining entglitt ihm eine Hantel, die auf dem Brustbein landete. Der Sportunfall führte zu einem "nicht so ungefährlichen" Einriss einer Arterie, wie Löw selbst im Nachhinein verriet. Sein Assistent Marcus Sorg vertrat ihn erfolgreich im Juni in den EM-Qualifikationsspielen in Weißrussland (2:0) und gegen Estland (8:0). Löw ist froh, dass er bald durchschnaufen kann.

Bis zum 20. Dezember ist der Terminkalender noch gefüllt. Geplant ist unter anderem die Beobachtung des spanischen Clásicos zwischen dem FC Barcelona mit Torwart Marc-André ter Stegen und Real Madrid mit Kroos. "Über Weihnachten, Neujahr bis Mitte Januar ist dann Pause. Es ist auch wichtig, dass man den Kopf ein bisschen frei bekommt."


Insgesamt dauert Löw die Winterpause der Nationalmannschaft aber zu lange. Erst Ende März finden die ersten Länderspiele im EM-Jahr statt; eines davon in Madrid gegen Spanien. "Die Pause tut uns weh, wir würden gerne früher spielen", sagte er. Seine Wünsche als Bundestrainer für 2020 sind immer dieselben vor einem Turnierjahr. "Ich wünsche mir für die ersten Monate, dass wir gesunde Spieler haben mit Spielpraxis und körperlicher Fitness." Denn das EM-Jahr 2020 soll viel erfolgreicher verlaufen als das WM-Jahr 2018.

Die Lostöpfe in der Übersicht:

Topf 1:

  • Belgien
  • Italien (G)
  • England (G)
  • Deutschland (G)
  • Spanien (G)
  • Ukraine

Topf 2:

  • Frankreich
  • Polen
  • Schweiz
  • Kroatien
  • Niederlande (G)
  • Russland (G)

Topf 3:

  • Portugal
  • Türkei
  • Dänemark (G)
  • Österreich
  • Schweden
  • Tschechien

Topf 4:

  • Wales
  • Finnland
  • Playoffs A (Island, Rumänien, Bulgarien, Ungarn)
  • Playoffs B (Bosnien-Herzegowina, Nordirland, Slowakei, Irland)
  • Playoffs C (Schottland, Israel, Norwegen, Serbien)
  • Playoffs D (Georgien, Weißrussland, Nordmazedonien, Kosovo)
Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur DPA

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