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Unbefristeten Streik bei Deutscher Post: Verdi-Mitglieder stimmen dafür


Verdi-Mitglieder stimmen dafür
Unbefristeter Streik bei der Deutschen Post

Von afp, dpa, TiK

Aktualisiert am 10.03.2023Lesedauer: 2 Min.
urn:newsml:dpa.com:20090101:230309-99-889933Vergrößern des BildesForderung nach mehr Geld für Briefträger: In einer Urabstimmung votierten die meisten Befragten für einen unbefristeten Streik. (Quelle: Monika Skolimowska)
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Die Deutsche Post will unbefristet streiken. Dafür stimmten Verdi-Mitglieder am Donnerstag. Zuletzt hatte es einen solchen Streik 2015 gegeben.

Am Donnerstagvormittag hat der Bonner Konzern ein Rekordergebnis verkündet – der vierte Jahreshöchstwert in Folge ist für Firmenchef Frank Appel Grund zur Freude. Doch nur wenige Stunden später bekam der Manager einen Dämpfer: Am Nachmittag gab die Gewerkschaft Verdi das Ergebnis ihrer Urabstimmung bei dem Logistiker bekannt.

Die bei der Deutschen Post angestellten Mitglieder der Gewerkschaft haben sich für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. 85,9 Prozent der Teilnehmer an einer entsprechenden Abstimmung lehnten das im Tarifstreit unterbreitete Angebot des Unternehmens ab, wie die Gewerkschaft am Donnerstag mitteilte. Damit sei das Quorum von 75 Prozent deutlich übertroffen worden. Die Post bot demnach weitere Verhandlungen an; sie sollen am Freitag fortgesetzt werden.

Verdi fordert 15 Prozent mehr Geld

Die Gewerkschaft will die Verhandlungen, die sie im Februar für gescheitert erklärt und somit abgebrochen hatte, dennoch wiederaufnehmen und an den Verhandlungstisch zurückkehren. Damit komme man der Forderung der Deutschen Post nach, sagte die Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis.

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Verdi fordert 15 Prozent mehr Geld für die Briefträger, Paketboten und anderen Beschäftigten im Konzernbereich Post & Paket Deutschland. Das Management lehnt das als wirtschaftlich nicht machbar ab und bietet deutlich weniger.

Scharfe Kritik aus der FDP

"Die Deutsche Post AG steht jetzt in der Verantwortung, durch eine deutliche materielle Verbesserung des abgelehnten Angebots einen unbefristeten Streik abzuwenden", sagte Kocsis. "Das Ergebnis der Urabstimmung zeigt die Entschlossenheit unserer Mitglieder, für ein gutes Tarifergebnis zu kämpfen." Die Arbeitgeber seien gut beraten, dieses Votum sehr ernst zu nehmen.

Aus der FDP kommt scharfe Kritik an dem angekündigten Post-Streik durch die Gewerkschaft verdi. Dem Nachrichtenportal t-online sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Reinhard Houben: "Selbst bei hoher Inflation ist die Forderung von Verdi, die Gehälter um 15 Prozent zu erhöhen, unrealistisch. Ein Streik ist vor diesem Hintergrund nicht gerechtfertigt." Houben fordert stattdessen: "Die Dienstleistungsgewerkschaft sollte sich bei ihrer Lohnforderung eher an den Abschlüssen von IG Metall und IGBCE orientieren."

Verständnis bei SPD

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken äußerte hingegen Verständnis. "Ich kenne als frühere Paket-Zustellerin den Arbeitsalltag und die Belastung der Beschäftigten sehr gut und habe insofern größtes Verständnis für ihre Forderungen", sagte Esken t-online: "Unser Respekt für die Tätigkeiten in der Dienstleistung, im pädagogischen und im sozialen Bereich muss sich auch in einer angemessenen Bezahlung zeigen." Esken zeigte sich "zuversichtlich, dass es den Tarifpartnern am Ende gelingen wird, zu guten, beide Seiten zufriedenstellenden Ergebnissen zu kommen".

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa
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