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Schuhhändler Reno ist insolvent: 1.000 Mitarbeiter bangen


1.000 Mitarbeiter betroffen
Schuhhändler Reno ist insolvent

Von dpa, reuters
Aktualisiert am 30.03.2023Lesedauer: 2 Min.
Reno-Fiale in Stuttgart (Archivbild): Rund 1.000 Mitarbeitende sind von der Insolvenz betroffen.Vergrößern des BildesReno-Filiale in Stuttgart (Archivbild): Rund 1.000 Mitarbeitende sind von der Insolvenz betroffen. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago-images-bilder)
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Die nächste große deutsche Schuhkette ist pleite: Reno musste Insolvenz anmelden. Erst vor sechs Monaten war das Unternehmen verkauft worden.

Der Osnabrücker Schuhhändler Reno ist nur sechs Monate nach dem Eigentümerwechsel insolvent. Am Amtsgericht Hameln wurde sowohl gegen den Mutterkonzern Reno Schuhcentrum GmbH als auch die Tochter Reno Schuh GmbH ein Insolvenzverfahren eröffnet, wie Gericht und Unternehmen am Mittwoch bestätigten. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Immo Hamer von Valtier bestellt. Zuvor hatte die "Wirtschaftswoche" berichtet.

Reno betreibt laut Unternehmensangaben derzeit rund 180 Filialen und beschäftigt insgesamt etwa 1.000 Mitarbeitende. Der eingereichte Insolvenzantrag betrifft demnach nur die deutschen Filialen – nicht die Schwesterunternehmen in Österreich und der Schweiz. Der "Wirtschaftswoche" zufolge wolle von Valtier sich nun zunächst einen Überblick verschaffen und sich darum bemühen, den Geschäftsbetrieb wieder in Gang zu bringen sowie den Mitarbeitern eine Perspektive zu geben.

Der Online-Shop war am Donnerstagnachmittag nicht erreichbar. Zu möglichen Filialschließungen könne man sich noch nicht äußern, teilte das Unternehmen auf t-online-Anfrage mit. Die kriselnde Schuhhandelskette hatte erst vor einem halben Jahr einen neuen Eigentümer bekommen. Ende September hatte die HR Group den Schuhhändler an die cm.sports GmbH in Kooperation mit GA Europe verkauft.

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Neustart nach Eigentümerwechsel fehlgeschlagen

Bereits vor der Übernahme durch einen neuen Gesellschafter im Herbst 2022 sei eine Insolvenz nicht auszuschließen gewesen, hieß es in einer Mitteilung. Das Unternehmen befinde sich derzeit in Abstimmung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter, um aus der Insolvenz heraus einen Neustart zu ermöglichen, sagte der für Finanzen zuständige Reno-Geschäftsführer, Dieter Metz.

Versuche, das Unternehmen etwa durch Kosteneinsparungen wieder in die Gewinnzone zu bringen, seien nicht ausreichend erfolgreich gewesen. "Wir hatten eigentlich vor, mit etwas verkleinerter Mannschaft, einem guten Grundbestand an Filialen und neuem Sortiment durchzustarten", sagte Metz. In den vergangenen Monaten seien die Umsätze allerdings hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Jedes zehnte Schuhgeschäft musste schließen

Reno ist kein Einzelfall. Große Teile des Schuhhandels stecken durch die Folgen der Corona-Pandemie und die durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Preisexplosion in der Krise. Mehr als jedes zehnte Schuhgeschäft habe im vergangenen Jahr seine Türen für immer geschlossen, berichtete kürzlich der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Textil Schuhe Lederwaren (BTE), Rolf Pangels. Insgesamt verringerte sich die Zahl der Schuhgeschäfte nach Berechnungen des Verbands binnen Jahresfrist um 1.500 oder 13 Prozent auf rund 10.000.

Auch bekannte Namen haben zu kämpfen. So musste der Hamburger Schuhhändler Görtz schon im vergangenen September Rettung in einem Schutzschirm-Insolvenzverfahren suchen. Das Unternehmen mit damals noch 160 Filialen in Deutschland und Österreich begründete den Schritt mit den Auswirkungen des Ukraine-Krieges, der hohen Inflation und den steigenden Energiepreisen, die zu "enormer Kaufzurückhaltung" in den Filialen und im Online-Geschäft geführt hätten.

Inzwischen hat sich zwar ein neuer Investor gefunden, der die Zukunft von Görtz sichern soll. Doch dürfte sich die Zahl der Filialen im Zuge der Sanierungsmaßnahmen halbieren.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa und Reuters
  • Anfrage an cm.sports
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