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Per Video-Clip zum Traumjob

Von dpa
28.10.2019Lesedauer: 3 Min.
Stellen sich Bewerber in einem kurzen Video-Clip vor, hat das auch f├╝r Personaler Vorteile: Sie bekommen schnell ein eindr├╝cklicheres Bild der Kandidaten.
Stellen sich Bewerber in einem kurzen Video-Clip vor, hat das auch f├╝r Personaler Vorteile: Sie bekommen schnell ein eindr├╝cklicheres Bild der Kandidaten. (Quelle: Westend61/dpa-tmn./dpa)
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K├Âln (dpa/tmn) - Motivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse - eine Bewerbung zu erstellen, bedeutet Arbeit. Gerade junge Kandidaten wollen ihre Unterlagen nicht mehr nach Standards der alten Schule verschicken.

"Sie sind gewohnt, dass alles mobil mit dem Smartphone zu erledigen ist", sagt Inga Rottl├Ąnder, Karriere-Expertin bei der Jobplattform Stepstone.

Auch das Recruiting ist heute mobil. Denn die Unternehmen buhlen vielfach selbst um die Gunst der Bewerber. Wenn sie das gut machen, haben sie auch Chancen auf qualifizierte Kandidaten. Eine Variante der mobilen Bewerbung ist die per Video-Clip.

Auf Youtube finden sich zum Beispiel Videos, in denen sich junge Leute f├╝r eine Stelle bei Adidas in Herzogenaurach bewerben. Der Sportartikelhersteller erwartet das von allen Bewerbern f├╝r sein Traineeprogramm. "Auszubildende und duale Studenten k├Ânnen ein Video f├╝r ihre Bewerbung nutzen, hier sind aber auch andere kreative Formate wie eine PowerPoint-Pr├Ąsentation, eine Geschichte oder ein Interview m├Âglich", sagt Kristina Schulte, Recruiterin bei Adidas.

"Durch ein Video lernen wir den Bewerber besser kennen als durch ein Anschreiben, das oft nur wenig ├╝ber die Person aussagt." Das Unternehmen achtet dabei vor allem auf den Bezug zur ausgeschriebenen Position: "Wir m├Âchten sehen, wie sich der Bewerber damit auseinandersetzt."

Handy hochhalten und los geht's

Die Idee des Bewerbungsvideos ist nicht neu. Heute aber geht das viel einfacher als noch vor einigen Jahren. Smartphones sind inzwischen so gut, dass ein Handy-Video mehr als ausreichende Qualit├Ąt bringt.

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Alleiniges Entscheidungskriterium ist ein kurzer Smartphone-Clip aber f├╝r Arbeitgeber selten. Darauf weist auch Hendrik Seiler hin. Er ist Mitgr├╝nder und Gesch├Ąftsf├╝hrer der Talentcube GmbH. Das Unternehmen hat ein Tool f├╝r Firmen entwickelt, mit dem sie Bewerbervideos anfordern k├Ânnen.

Das Bewerbungsverfahren, das Talentcube oder andere Video-Recruiting-Anbieter wie Jobufo oder Viasto vorantreiben m├Âchten, ist denkbar einfach. Handy aufstellen oder in der Hand halten, Aufnahmeknopf dr├╝cken und los geht es. Das jeweilige Unternehmen gibt den Bewerbern dann Fragen an die Hand, die sie in kurzen Video-Sequenzen beantworten. Etwa: "Was m├Âchtest du bei uns erreichen?" Daraus entsteht ein zeitversetztes Videointerview.

Als Bewerber sollte man aber nicht zum Schnellschuss verleiten lassen. Ein bisschen ├ťbung und die richtige Location machen einen besseren Eindruck. "Man sollte sich der Stelle entsprechend kleiden, aber nicht verkleiden", empfiehlt Seiler. Und: Ein Raum mit einer guten Lichtquelle ist besser als eine Aufnahme im Gegenlicht.

"Angst vor einem Versprecher muss allerdings niemand haben", sagt er. Das geh├Âre zur Authentizit├Ąt eines solchen Videos. Zu den Video-Sequenzen k├Ânnen Bewerber per App Zeugnisse und ihren Lebenslauf hochladen - fertig ist die Bewerbung.

Tanzende Emojis sind fehl am Platz

Silvia H├Ąnig vomBundesverbandder Personalmanager r├Ąt zu Seriosit├Ąt beim Videodreh. Denn es geht darum, einen kompetenten und sympathischen Eindruck zu vermitteln. "Kreative Ausw├╝chse wie Wackelbilder oder tanzende Emojis haben da nichts zu suchen."

Wer bei der Video-Erstellung nicht vom Unternehmen ├╝ber eine App oder eine Bewerbungswebseite geleitet wird, kann sich im Netz umgucken. "Hier gibt es eine ganze Reihe guter Anleitungen und How-To-St├╝cke f├╝r die Erstellung solch kurzer und pr├Ągnanter Bewerbungs-Videos", sagt H├Ąnig. Auch sie betont, dass das Video nur ein Teil der Bewerbung ist: "Es ist ein T├╝r├Âffner. Der Lebenslauf darf, gerne elektronisch, dennoch nicht fehlen." Denn den lesen Personaler immer zuerst.

Ein letzter Tipp: Wer sich eigenst├Ąndig an den Videodreh macht, braucht eine Geschichte, die es zu erz├Ąhlen gilt - genauso, wie es auch ein gro├čer Regisseur macht. "Diese Geschichte sollte kurz und knapp beschreiben, wer der Bewerber ist, was er kann und warum er zum Unternehmen passt", sagt Karriere-Expertin Rottl├Ąnder.

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