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Frauenanteil in VorstÀnden auf dem Höchststand

Von dpa
Aktualisiert am 07.01.2022Lesedauer: 3 Min.
In den Topetagen der börsennotierten deutschen Unternehmen arbeiten so viele Frauen wie nie zuvor.
In den Topetagen der börsennotierten deutschen Unternehmen arbeiten so viele Frauen wie nie zuvor. Mit 13,4 Prozent ist die Quote im internationalen Vergleich aber immer noch sehr gering. (Quelle: Annette Riedl/dpa./dpa)
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Frankfurt/Main (dpa) - In den Topetagen börsennotierter deutscher Unternehmen gibt es nach einem krĂ€ftigen Zuwachs so viele Frauen wie nie zu zuvor. Nach einer Auswertung des PrĂŒfungs- und BeratungsunternehmensEYerhöhte sich die Zahl weiblicher Vorstandsmitglieder in den 160 Unternehmen der Dax-Familie um 20 auf 94 Top-Managerinnen.

Es war der höchste Wert und der stĂ€rkste Anstieg seit Beginn der Auswertung im Jahr 2013. In gut der HĂ€lfte der untersuchten Firmen saß zum Stichtag 1. Januar 2022 allerdings keine Frau im FĂŒhrungsgremium. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland zudem weiter hinterher.

Frauenanteil bei FĂŒhrungskrĂ€ften steigt nur langsam

"Die deutschen Vorstandsgremien werden weiblicher, aber der Wandel findet sehr langsam statt. Derzeit sieht sich im Durchschnitt eine Frau sechs MĂ€nnern gegenĂŒber", erlĂ€uterte EY-Experte Markus Heinen. Zudem steht in nur neun Unternehmen eine Managerin an der Vorstandsspitze. Heinen geht allerdings davon aus, dass durch die seit August 2021 gĂŒltige Frauenquote fĂŒr VorstĂ€nde der Anteil weiblicher FĂŒhrungskrĂ€fte in kurzer Zeit deutlich steigen wird.

Bei börsennotierten und paritĂ€tisch mitbestimmten Firmen mit mehr als 2000 BeschĂ€ftigten und mehr als drei Vorstandsmitgliedern muss bei Neubesetzungen darauf geachtet werden, dass mindestens eine Frau im Vorstand sitzt. Andere börsennotierte oder mitbestimmte Unternehmen, die nicht unter die Mindestvorgabe fallen, mĂŒssen begrĂŒnden, wenn sie ihren Vorstand ohne Frauen planen - wenn sie also eine "ZielgrĂ¶ĂŸe Null" in ihren Berichten angeben. Geschieht das nicht, drohen Bußgelder.

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"Wenn wir in den kommenden Jahren immer mehr Frauen an den Unternehmensspitzen sehen, wird das eine enorme Signalwirkung entfalten", zeigte sich Heinen zuversichtlich.

Der Anteil weiblicher FĂŒhrungskrĂ€fte im Vorstand erhöhte sich EY zufolge im Jahresvergleich um 2,4 Prozentpunkte auf die Höchstmarke 13,4 Prozent.

Deutschland hinkt weiter hinterher

Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland nach einer im Oktober veröffentlichten Untersuchung der gemeinnĂŒtzigen Allbright-Stiftung weiter hinterher. In den 30 Börsenschwergewichten in den USA lag der Frauenanteil zum Stichtag 1. September 2021 demnach bei 31,1 Prozent, gefolgt von Großbritannien (27,4 Prozent) und Schweden (27,1 Prozent). In Deutschland lag der Anteil bezogen auf den damals nur 30 Unternehmen umfassenden Dax bei rund 18 Prozent. Wie auch bei der Digitalisierung brauche es einen Aufbruch, der die deutsche Wirtschaft voranbringe, "und dazu braucht es einen deutlich höheren Frauenanteil in den VorstĂ€nden", mahnten die GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Allbright-Stiftung, Wiebke Ankersen und Christian Berg.

Am höchsten ist der Anteil weiblicher FĂŒhrungskrĂ€fte EY zufolge in der obersten deutschen Börsenliga mit 18,1 Prozent. In rund 78 Prozent der mittlerweile 40 Dax-Konzerne entscheidet mindestens eine Frau in der Topetage mit. Nur noch 22 Prozent der Börsenschwergewichte haben kein weibliches Vorstandsmitglied.

Deutlich geringer ist die PrĂ€senz von Top-Managerinnen in Firmen, die im MDax oder SDax notiert sind. Im Index der mittelgroßen Werte MDax liegt der Frauenanteil im Vorstand bei 11,1 Prozent, im SDax bei 10,8 Prozent. In der Mehrzahl der Firmen der beiden Indizes (jeweils gut 60 Prozent) sitzen nur MĂ€nner in dem FĂŒhrungsgremium.

Telekommunikationsbranche hat am meisten Frauen in Topetage

Nach Branchen betrachtet ist der Frauenanteil in der Topetage der Telekommunikationsbranche mit 19,2 Prozent am höchsten. Im Automobilsektor - der gemeinhin als von MÀnnern dominiert gilt - sind 18,8 Prozent der VorstÀnde weiblich. Besonders niedrig ist der Anteil von Top-Managerinnen dagegen bei IT-Unternehmen (11,4 Prozent), Industriekonzernen (10,7 Prozent) und Medienunternehmen (7,0 Prozent).

Schaffen es Frauen in die oberste FĂŒhrungsebene, haben sie einer frĂŒheren EY-Studie zufolge allerdings im Schnitt bessere Chancen beim Gehaltspoker. So stieg die GesamtvergĂŒtung von Managerinnen im Vorstand von Unternehmen der Dax-Familie im Jahr 2020 gegenĂŒber dem Vorjahr im Schnitt um 8,2 Prozent auf 2,31 Millionen Euro. MĂ€nnliche Mitglieder des Gremiums mussten sich im Mittel mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 1,76 Millionen Euro zufrieden geben.

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