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Vattenfall im Visier: Ökorebellen wollen Berliner Stromnetz kaufen

Alle gegen Vattenfall: Strom-Rebellen wollen einen anderen Netzbetreiber

07.06.2013, 13:19 Uhr | dpa, t-online.de

Vattenfall im Visier: Ökorebellen wollen Berliner Stromnetz kaufen. Das Stromnetz in Berlin steht derzeit im Blickpunkt vieler Interessenten (Quelle: dpa)

Das Stromnetz in Berlin steht derzeit im Blickpunkt vieler Interessenten (Quelle: dpa)

Das Volksbegehren für den Rückkauf des Berliner Stromnetzes steht kurz vor dem Erfolg. Bis Donnerstag hatte der "Berliner Energietisch" bereits rund 183.000 Unterschriften wie Sprecher Stefan Taschner sagte - für einen Volksentscheid am Tag der Bundestagswahl müssen bis zum Montag, 24 Uhr, 172.000 gültige Stimmen zusammenkommen. Das Ziel der "Stromrebellen": Berlin soll mit eigenen Stadtwerken reinen Ökostrom produzieren. Doch der derzeitige Netzbesitzer Vattenfall legt sich mächtig ins Zeug. Ungewiss sind dagegen die Chancen für eine Genossenschaft.

Aktuelles Vattenfall-Motiv ist ein brünettes Mädchen, das ins Spülbürsten-Mikro singt. Die Botschaft: "Berlin hat viele Talente. Unseres ist Strom." Zeitungsanzeigen, Plakate, markige Sprüche. Man könnte meinen, der Stromriese werde nervös. Denn engagierte Berliner wollen ihm Deutschlands größtes Stromnetz aus der Hand reißen - so wie eventuell in Hamburg.

Ein Entscheid könnte Signalwirkung besitzen

Dort ist ein Volksentscheid zur Bundestagswahl am 22. September bereits anberaumt. Auch hier droht Vattenfall seine Anteile am Stromnetz an das Land zu verlieren. Kämen die Initiativen in den beiden größten deutschen Städten durch, könnte das richtungsweisend für Konzessionsentscheidungen in Dutzenden anderen Städten sein.

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Berliner Netz bringt 30 Millionen jährlich

"Das wäre auch ein interessantes Signal an eine neue Bundesregierung", sagte Energietisch-Sprecher Stefan Taschner. Schon jetzt jedenfalls ist die Rekommunalisierung im Trend: Nach Zahlen des Verbands kommunaler Unternehmen übernahmen seit 2007 mehr als 200 Gemeinden Konzessionsverträge von privaten Energiekonzernen.

Wer das Netz bekommt, entscheidet die Politik - ein erfolgreicher Volksentscheid könnte diese aber zu einem bestimmten Kurs zwingen. In der Hauptstadt ist neben vier Energieunternehmen auch die Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin im Rennen, der das Netz nach eigenen Angaben jährlich bisher gut 30 Millionen Euro bringt. Dazu eine Genossenschaft und das Landesunternehmen Berlin Energie.

Umweltminister Altmaier wird zum Genossen

Dessen Bewerbung sei zwar toll, es müsse aber dringend "mehr Zug rein", meint Taschner. Dafür soll das Volksbegehren sorgen. Denn auch ein kommunaler Bewerber muss sich bei der Ausschreibung offiziell durchsetzen. Ökogedanken, kreative Ideen und Bürgerbeteiligung zählen da voraussichtlich wenig. "Das Land muss seinen Handlungsspielraum bei der Vergabe nutzen", fordert Taschner.

Für größeres Aufsehen sorgt derzeit aber ein anderer Stromnetz-Bewerber: Die 27-jährige Luise Neumann-Cosel - gern mit Kapuzenpulli und Nasen-Piercing - will das Netz mit einer Genossenschaft übernehmen und damit in Bürgerhand geben. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) macht bereits mit - betont aber, keinerlei Partei zu ergreifen.

Streit um den Preis

Doch reicht das Geld? Diese Frage dürfte Neumann-Cosels "BürgerEnergie Berlin" derzeit am meisten beschäftigen. 5,5 Millionen Euro haben die Mitglieder zusammengelegt. Das ist nicht genug. Selbst wenn sich die Genossenschaft wie geplant mit dem Land zusammentut, müsste sie wohl mindestens 100 Millionen Euro beisteuern.

Was das Stromnetz am Ende kostet, wird wahrscheinlich juristisch entschieden. Vattenfall rechnet laut Sprecher Hannes Stefan Hönemann mit einem Sachzeitwert von etwa drei Milliarden Euro. Der Ertragswert sei niedriger, der Kaufpreis irgendwo dazwischen. Die vom Energietisch angegebenen 400 Millionen seien aber in jedem Fall deutlich zu wenig.

Einer Untersuchung des "Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie" zufolge sind überhöhte Kaufpreise eine beliebte Strategie der Konzessionsinhaber. Dieses Spiel will Taschner auch bei Vattenfall beobachtet haben. Außerdem bauten die jetzigen Besitzer das Angstszenario auf, dass die Stromversorgung nicht gesichert sei. "35.000 Kilometer Stromnetz. Schön, dass Sie das nicht interessieren muss", plakatierte Vattenfall. Zehntausende Berliner Stromrebellen scheint es schon zu kümmern.

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