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Festgeld: Lohnt sich das? Vor- und Nachteile auf einen Blick

Kaum Zinsen, aber sicher  

Festgeldkonto: Das sind die Vor- und Nachteile

08.09.2020, 18:18 Uhr
Festgeld: Lohnt sich das? Vor- und Nachteile auf einen Blick. Ein Mann hält einen Stapel Euroscheine (Symbolbild): Festgeld bringt zwar keine enormen Erträge, ist aber allemal besser als Geldscheine unter dem Kopfkissen zu horten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/pxel66)

Ein Mann hält einen Stapel Euroscheine (Symbolbild): Festgeld bringt zwar keine enormen Erträge, ist aber allemal besser als Geldscheine unter dem Kopfkissen zu horten. (Quelle: pxel66/Thinkstock by Getty-Images)

Festgeld klingt altmodisch, kann aber ein wichtiger Baustein Ihrer Geldanlage sein. Wir erklären, was für Zinsen Sie dabei erwarten können, wie lange Ihr Geld gebunden ist und für wen Festgeld taugt.

Für Sparer sieht es derzeit düster aus: Wer sein Geld möglichst sicher anlegen will, muss dafür mickrige Zinsen in Kauf nehmen. Umso wichtiger ist es, das beste Angebot für sich zu finden.

Am ertragreichsten unter den sicheren Anlagearten ist dabei das Festgeld. Allerdings müssen Sie dafür an anderer Stelle Abstriche machen. Wir erklären, ob Festgeld zu Ihnen passt, was das überhaupt ist und zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile dieser klassischen Geldanlage

Was ist Festgeld?

Mit Festgeld legen Sie Ihr Geld über einen fest vereinbarten Zeitraum und zu einem vorab festgelegten Zins an. Das heißt, Sie kommen vor Ablauf der Laufzeit nicht an Ihr Geld heran.

Dafür kassieren Sie aber in der Regel auch höhere Zinsen als für Tagesgeld und Sie können sicher sein, dass der Zinssatz nicht schwankt. Man nennt Festgeld auch Termingeld oder Termineinlage, weil Sie Ihr Geld bis zu einem bestimmten Datum anlegen.

Welche Laufzeiten sind möglich?

Festgeld können Sie für unterschiedlich lange Zeiträume anlegen. Es gibt Angebote ab einem Monat, aber auch bis zu mehreren Jahren. Experten empfehlen allerdings, Laufzeiten von 36 Monaten nicht zu überschreiten, weil sich kaum absehen lässt, wie sich die Zinsen entwickeln – und es wäre schließlich ärgerlich, wenn Sie noch Jahre an einen Zinssatz gebunden sind, während das Zinsniveau eigentlich schon wieder gestiegen ist.

Zudem gilt zwar, dass mit der Höhe der Anlagedauer auch die Höhe der gewährten Zinsen steigt. Ab etwa vier Jahren erhöhen sie sich aber bei vielen Banken nicht mehr.

ei noch längeren Laufzeiten von zehn oder 15 Jahren lohnt sogar ein Blick auf den Aktienmarkt. Sparpläne auf sogenannte Indexfonds, inzwischen besser bekannt unter der Abkürzung ETF, bringen dann in der Regel höhere Erträge. 

Wie lege ich Festgeld an?

Um Festgeld anzulegen, benötigen Sie ein Festgeldkonto. Die besten Konditionen gibt es meist bei Direktbanken – Sie können das Konto also nicht in einer Filiale eröffnen. Stattdessen kommt bei Direktbanken entweder das sogenannte Postident-Verfahren zum Einsatz, das Videoident- oder E-Ident-Verfahren.

Alle drei Verfahren dienen dazu, Ihre Identität zu bestätigen. Beim klassischen Postident-Verfahren drucken Sie den Antrag für die Kontoeröffnung aus und gehen damit in die nächste Postfiliale. Dort zeigen Sie dann einem Mitarbeiter Ihren Personalausweis oder Reisepass. Der oder die Postangestellte schickt Ihre unterschriebenen Unterlagen dann weiter zur Bank.

Beim Videoident-Verfahren sparen Sie sich den Weg zur Post und weisen sich stattdessen im Videochat mit einem Bankmitarbeiter aus. Für die E-Ident-Verfahren benötigen Sie ein Smartphone mit NFC-Funktion und einen Personalausweis mit PIN. Über die NFC-Funktion ist es möglich, Daten über kurze Strecken auszutauschen. E-Ident- und Videoident-Verfahren bieten allerdings noch nicht alle Banken an.

Lohnt sich Festgeld? 

Generell ist es immer ratsam, einen Teil seines Vermögens sicher anzulegen. Hohe Zinsen sind dann nicht das entscheidende Auswahlkriterium – auch wenn diese bei Festgeld in der Regel höher sind als bei der ebenfalls sicheren Anlage Tagesgeld. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zur Vermögensaufteilung.

Ob Festgeld etwas für Sie ist, hängt davon ab, wie flexibel Sie auf Ihr Geld zugreifen möchten. Die höheren Erträge bezahlen Sie bei Festgeld mit geringerer Verfügbarkeit

Tipp: Legen Sie Festgeld zu verschiedenen Laufzeiten an. Dafür teilen Sie den Betrag auf, den Sie zur Seite legen wollen, und schließen gestaffelte Festgeldverträge ab – also zum Beispiel einen Vertrag, der nach einem Jahr ausläuft, einen zweiten für zwei und einen dritten für drei Jahre. So können Sie jedes Jahr auf einen Teil Ihres Geldes zugreifen, wenn Sie wollen. Oder Sie legen ihn erneut an. Dieses Vorgehen nennt sich Zinstreppe.

Generell lohnt es sich, regelmäßig zu kontrollieren, ob die Zinsen Ihrer Bank noch zu den besten am Markt gehören. Ist das nicht der Fall, sollten Sie wechseln – sofern das Ende der Laufzeit naht. Einen guten Vergleich verschiedener Festgeldkonten bietet zum Beispiel die Stiftung Warentest oder auch Portale wie Verivox oder Check24.

Was sind Vor- und Nachteile?

Der größte Vorteil von Festgeld besteht darin, das es sich um eine absolut sichere Form der Geldanlage handelt. Beträge bis zu 100.000 Euro je Kunde sind in allen EU-Ländern gesetzlich abgesichert. Im Falle einer Bankenpleite ist Ihr Geld also nicht verloren. Das nennt sich Einlagensicherung.

Ein weiterer Vorteil von Festgeld ist der Zinssatz. Er ist vornherein festgelegt und schwankt nicht. Die Zinsen sind dabei meist höher als bei Tagesgeld – und in jedem Fall höher als auf dem Sparbuch. Allerdings kann sich der fixe Zins auch in einen Nachteil verwandeln.

Denn falls das allgemeine Zinsniveau steigt, während Sie noch fest an Ihren vereinbarten Satz gebunden sind, fällt Ihr Ertrag vergleichsweise schmaler aus. Sie kommen zudem nicht vor Ende der Laufzeit an das Geld heran. Legen Sie deshalb nie Ihr gesamtes Vermögen in Festgeld an, sondern behalten Sie immer einen Notgroschen für Unvorhergesehenes in der Hinterhand – zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • BaFin
  • Stiftung Warentest
  • Finanztip
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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