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FĂŒr diese Kunden lohnt sich eine Direktbank

Von Nele Behrens

Aktualisiert am 15.03.2021Lesedauer: 6 Min.
Direktbanken bieten viele Vorteile - vor allem fĂŒr zeitlich oder mobil eingeschrĂ€nkte Kunden
Direktbanken bieten viele Vorteile - vor allem fĂŒr zeitlich oder mobil eingeschrĂ€nkte Kunden (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Viele Filialen schließen, Kunden nutzen vorwiegend Onlinebanking. Direktbanken nutzen das, um neue Kunden an sich zu binden. Aber was können die Direktbanken alles – und fĂŒr wen lohnt sich der Wechsel?

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist eine Direktbank?
  • Was kosten Direktbanken?
  • Was bieten Direktbanken an?
  • Vergleich der grĂ¶ĂŸten Direktbanken
  • Lohnt sich eine Direktbank fĂŒr mich?

Die klassische Bankfiliale verliert an Anziehungskraft: Drei von vier Deutschen wickeln ihre Finanztransaktionen mittlerweile ĂŒber das Onlinebanking ab. Und: Jeder dritte Onlinebanking-Kunde sucht eine Bank gar nicht mehr auf, zeigt eine Studie des Digitalverbandes Bitkom.


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Kunden bis 64 Jahren wollen mehrheitlich auch nicht mehr fĂŒr Filialen bezahlen, die sie kaum mehr nutzen. Immer mehr Menschen zieht es deshalb zu sogenannten Direktbanken im Netz mit kostenlosen Konten. Doch sind Onlinebanken am Ende wirklich gĂŒnstiger? Und auf was mĂŒssen Sie als Kunde dafĂŒr verzichten? t-online klĂ€rt die wichtigsten Fragen.

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Was ist eine Direktbank?

Direktbanken sind Kreditinstitute, die ihre GeschÀfte online anbieten und keine eigenen Filialen betreiben. AuftrÀge können Sie als Kunde zwar auch per Post oder Telefon abgeben, der Fokus der Direktbanken aber liegt auf dem Online-Banking. Deswegen werden Direktbanken auch Onlinebanken genannt.

Als ein Kunde einer Direktbank steht Ihnen ein Netz an Geldautomaten fĂŒr Abhebungen zur VerfĂŒgung. Die Bank ING etwa wirbt damit, dass Kunden an 97 Prozent aller Geldautomaten in Deutschland kostenlos Geld abheben können, die Direktbank Comdirect kooperiert mit der Commerzbank, der Deutschen Bank und der Postbank.

Mit dem Aufstieg der Direktbanken haben sich auch Bankanbieter gegrĂŒndet, die nur auf das Smartphone-Banking setzen. Hier werden alle GeschĂ€fte ĂŒber eine Smartphone-App ausgefĂŒhrt, der Kundenkontakt lĂ€uft ĂŒber Chat oder Mail. Telefonberatungen gibt es bei diesen Anbietern selten. Auch bei der Geldauszahlung setzen diese sogenannten Neobanken Limits – dafĂŒr sind sie meist gĂŒnstiger als die Konkurrenz.

Was kosten Direktbanken?

Die einfachen Konten bieten die meisten Direktbanken gratis an. Es zeichnet sich aber ein Trend ab, dass die Banken Zusatzleistungen wie Kreditkartennicht mehr kostenlos zu ihren Basiskonten dazugeben. Seit 2021 stellen große Banken wie die Comdirect oder die ING Bedingungen, damit das Konto kostenlos bleibt.

Dazu gehören unter anderem ein monatlicher Geldeingang, eine Mindestanzahl an Überweisungen oder auch BezahlvorgĂ€nge mit Apple oder Google Pay. Auch Smartphone-Banken versuchen mit Ă€hnlichen Bedingungen, Kunden zu motivieren, das Konto bei der Direktbank als Hauptkonto zu nutzen. Handybanken versprechen dafĂŒr aber meist VergĂŒnstigungen, wĂ€hrend immer mehr Direktbanken Geld verlangen, wenn die Bedingungen nicht erfĂŒllt werden.

Egal ob am Smartphone oder im Browser: Die Direktbanken sind gĂŒnstiger als die klassische Filialbank. Im Gegensatz zu Volksbanken, Sparkassen oder großen GeldhĂ€usern wie der Deutschen Bank mĂŒssen die Direktbanken keine Filialmiete oder Mitarbeiter und Möbel vor Ort bezahlen. Die Smartphone-Banken verweisen zudem auf ihre Cloud-Systeme, die ebenfalls Kosten im Vergleich zum Kauf eigener Server sparen.

Was bieten Direktbanken an?

Die großen Direktbanken stehen in ihrem Angebot den Filialbanken nicht wesentlich nach. Wichtigster Unterschied: Der persönliche Kontakt zu einem Kundeberater in der Filiale um die Ecke fĂ€llt weg. Klassische BankgeschĂ€fte können Sie allerdings auch bei Direktbanken abschließen, zum Beispiel:

  • Kredite beantragen
  • BausparvertrĂ€ge abschließen
  • Immobilien finanzieren
  • Tagesgeld- und Festgeldkonten eröffnen
  • Onlinedepots verwalten
  • Versicherungen abschließen

Bei vielen Direktbanken können Kunden in einer Banking-App ihr Girokonto, ihr Tagesgeldkonto und ihr Depot in einem verwalten. Anders als bei externen Wertpapier-Brokern können Sie also ohne lĂ€ngeres Warten per App schnell Aktien oder ETFs kaufen und SparplĂ€ne abschließen.

Die Kosten fĂŒr Ihr Depot und pro Order sind bei Direktbanken dabei meist gĂŒnstiger als bei Filialbanken. Konkurrenz den Direktbanken seit Kurzem jedoch sogenannte Neobroker, die mit sehr geringen OrdergebĂŒhren oder Orderflatrates locken. Viele Direktbanken halten in diesem Wettbewerb mit gĂŒnstigen Werbeangeboten fĂŒr Neukunden dagegen – Bestandskunden profitieren von diesen Aktionen meist nicht.

Der Vorteil der Direktbanken beim Aktienhandel: Sie bieten bei ihren Brokern meist mehr HandelsplÀtze an, mehr Wertpapiere als die meisten Neobroker, in die Kunden investieren können, sowie eine Vielzahl an Anlageinstrumenten.

Auch bei der Immobilienfinanzierung nutzen inzwischen viele Menschen die Angebote von Direktbanken. Diese bieten den Kreditnehmern zum Teil gĂŒnstigere Konditionen als die Filialbank vor Ort an. Auch bei anderen Krediten haben Direktbanken einen Vorteil: Meist sind diese schneller als die Bank vor Ort. Zwischen dem Kreditantrag und der Auszahlung des Geldes liegen meist nur wenige Tage. Als Bedingung verlangen die Direktbanken oft, dass der Kreditnehmer auch ein Girokonto bei ihnen fĂŒhrt.

Smartphone-Banken beschrĂ€nken sich am Anfang hĂ€ufig auf das Girokonto. Wenn die Bank dann mehr Kunden gewinnt und grĂ¶ĂŸer wird, kommen meist ebenfalls Angebote wie Kredite oder Versicherungen dazu.

Vergleich der grĂ¶ĂŸten Direktbanken

In Deutschland haben Sie eine breite Auswahl an Direktbanken – und es kommen stetig neue hinzu. Neben zahlreichen kleineren Anbietern gibt es jedoch mehrere große:

  • Comdirect
  • Consorsbank
  • DKB
  • ING
  • N26
Direktbanken im Vergleich: Die grĂ¶ĂŸten Anbieter legen in ihrem Angebot und ihrer Preisstruktur unterschiedliche Schwerpunkte.
Direktbanken im Vergleich: Die grĂ¶ĂŸten Anbieter setzen in ihrem Angebot und ihrer Preisstruktur unterschiedliche Schwerpunkte.

Die fĂŒnf grĂ¶ĂŸten Banken vergleichen wir fĂŒr Sie in den wichtigsten Aspekten:

Kostenloses Girokonto

Erst einmal die gute Nachricht: Bei allen der genannten Direktbanken ist das Girokonto kostenlos. Aber: Nicht bei allen ist das Gratis-Konto auch bedingungslos. Mittlerweile knĂŒpfen die Comdirect, die ING und die Consorsbank (ab 27.MĂ€rz.2021) ihr kostenloses Modell an Gegenleistungen, wie etwa ein monatlicher Geldeingang in einer gewissen Höhe oder eine bestimmte Anzahl an Transaktionen.

Kurz gesagt: Dieses Konto mĂŒssen Sie regelmĂ€ĂŸig nutzen, damit es kostenlos bleibt. Als Zweitkonto können hier GebĂŒhren anfallen. Die DKB, und N26 knĂŒpfen ihr Basis-Girokonto noch nicht an solche Bedingungen.

Dispozins

Alle Banken bieten die Möglichkeit an, das Konto etwas zu ĂŒberziehen. Aber dafĂŒr werden Zinsen fĂ€llig. Am teuersten kommt es Sie das Überziehen bei der Smartphone-Bank N26 zu stehen. 8,9 Prozent Zinsen nimmt N26 als Dispokredit, die Consorsbank verlangt mit 7,75 Prozent ebenfalls relativ hohe Zinsen. Etwas gĂŒnstiger sind die ING mit 6,99 Prozent und die DKB mit 6,65 Prozent. Am wenigsten Zinsen nimmt mit 6,5 Prozent die Comdirect.

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Produktvielfalt:

Die großen Direktbanken wie die ING, die DKB und die Comdirect bieten alle Dienstleistungen an, die Sie auch von Ihrer klassischen Filialbank gewohnt sind. Tages- und Festgeldkonten, Baufinanzierungen, Depot und Versicherungen können Sie hier aus einer Hand wĂ€hlen. Auch die Consorsbank bietet bis auf Versicherungen alle gĂ€ngigen Bankdienstleistungen an.

Die Smartphone-Bank N26 verknĂŒpft bei ihren Premiumkonten zwar auch Versicherungsleistungen fĂŒr die Reisen, MobilitĂ€t und Handys, hat aber noch kein Depot integriert. Mittlerweile können Sie als Kunde auch ein Tagesgeldkonto bei N26 eröffnen, ein Festgeldkonto gibt es aber nicht. Auch eine Baufinanzierung bietet die Smartphone-Bank nicht an, aber Sie können zumindest kleinere Kredite bis 25.000 Euro ĂŒber N26 aufnehmen.

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Broker und Kosten

Alle der vorgestellten Direktbanken außer der N26 bieten ein integriertes Depot an. Die Kosten unterscheiden sich dabei allerdings: Eine Auswahl an SparplĂ€nen ist bei allen Banken umsonst -– außer bei der DKB. Hier zahlen Sie als Kunde fĂŒr AktionssparplĂ€ne 0,49 Euro. Die ING setzt stattdessen ab April 2021 komplett auf kostenlose SparplĂ€ne.

Teurer wird es, wenn Sie nicht in SparplĂ€ne investieren möchten. Hier bewegen sich die Kosten bei allen vorgestellten Direktbanken in einem Ă€hnlichen Bereich: Zwischen 9,90 bis 10 Euro betragen hier die OrdergebĂŒhren fĂŒr KĂ€ufe bis zu einem Ordervolumen von 2.000 Euro. Auch bei VerkĂ€ufen nehmen die Banken OrdergebĂŒhren

Wenn Sie höhere Summen anlegen möchte, mĂŒssen Sie tiefer in die Tasche greifen. 17,40 Euro sollten Sie dafĂŒr bei der ING und der Comdirect einplanen, bei der Consorsbank sind es fĂŒnf Cent mehr. Nur die DKB nimmt auch fĂŒr Einmalanlagen bis 5.000 Euro eine gleichbleibende GebĂŒhr von 10 Euro. Ab einer Summe von 10.000 Euro steigen aber auch bei der DKB die GebĂŒhren.

GĂŒnstige Alternativen bieten Neobroker wie Scalable, Trade Republic oder Smartbroker. Hier sind die Order entweder kostenlos oder die GebĂŒhren liegen unter einem Euro. Allerdings gibt es zu den gĂŒnstigen Konditionen bei den meisten Anbietern nur ein kleineres Angebot an ETFs und Aktien zum Handeln. Alles zu Neobrokern erfahren Sie hier.

Lohnt sich eine Direktbank fĂŒr mich?

Das kommt auf Ihre WĂŒnsche an. Wenn Sie auf der Suche nach einem kostengĂŒnstigen Konto sind und ohnehin Ihre BankgeschĂ€fte bevorzugt online abschließen, bietet sich eine Direktbank fĂŒr Sie an. Bevorzugen aber Sie einen persönlichen Ansprechpartner in einer Filiale, werden Sie bei einer klassischen Bank glĂŒcklicher.

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Die Sorge, dass Direktbanken nicht dieselben Leistungen erbringen könnten, ist mittlerweile nicht mehr berechtigt. Die großen Direktbanken bieten alles an, was Ihnen die Filialbank um die Ecke ebenfalls verkaufen könnte – außer dem direkten Draht zu einem Berater vor Ort und einem Bankschalter. Allerdings sind lĂ€ngst nicht mehr alle Direktbanken noch so gĂŒnstig wie vor wenigen Jahren: Viele rĂŒcken von den bedingungslosen Kontomodellen ab und knĂŒpfen ihre Gratis-Konten an Bedingungen wie einen regelmĂ€ĂŸigen Geldeingang.

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