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Goldanlage: Richtig in das Edelmetall investieren

Spekulation mit Rohstoffen  

Goldanlage: Richtig in das Edelmetall investieren

28.06.2019, 14:27 Uhr | sm, t-online.de

Goldanlage: Richtig in das Edelmetall investieren. Goldbarren in unterschiedlicher Größe: So mancher Anleger plant eine Investition in den Rohstoff Gold. Dabei gilt es einiges zu beachten. (Quelle: dpa/Sven Hoppe)

Goldbarren in unterschiedlicher Größe: So mancher Anleger plant eine Investition in den Rohstoff Gold. Dabei gilt es einiges zu beachten. (Quelle: Sven Hoppe/dpa)

Gold gilt als ein sicher Hafen, nicht nur in Krisenzeiten. Der Rohstoff lässt sich nicht beliebig reproduzieren. Ist es dann auch eine sichere Bank bei der Vermögensplanung?  

Die Menge an vorhandenen Rohstoffen kann nicht wesentlich steigen. Das spricht für eine Wertanlage zum Beispiel in Edelmetalle. Die Nachfrage bestimmt auch hier in der Regel den Preis. Eine Investition in Gold sollte dennoch immer mit Maß getätigt werden.

Denn: Gold zu kaufen, um Gewinn zu machen, ist riskant. Ob der Goldkurs steigt oder fällt, hängt unter anderem von Wechselkursschwankungen und globalen Entwicklungen ab. Damit begibt man sich auf ein höchst spekulatives Parkett. Das gilt nicht nur für den Kauf von Barren und Münzen, sondern für alle Geldanlageformen rund ums Gold. 

Das Angebot an entsprechenden Finanzprodukten ist groß. Ein Überblick:

Goldsparpläne

Mit Goldsparplänen investieren Anleger monatlich einen bestimmten Betrag in Gold, zum Beispiel 100 Euro. Bei einem aktuellen Kurs für eine Feinunze von mehr als 1.400 US-Dollar bekommt man dafür jeweils nur einige Gramm pro Monat, häuft aber Stück für Stück einen kleinen Goldschatz an. Zu bedenken ist: Für seine 100 Euro kauft man – unabhängig vom Goldpreis – mal mehr und mal weniger Gramm. Der Grund ist der veränderliche Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar.

Hinzu kommen Bearbeitungs- und Lagergebühren, die in der Summe höher sein können als etwa die Miete eines Bankschließfachs für selbst gekaufte Münzen und Barren.

Generell gilt: Wer Gewinn machen möchte mit Gold, muss dieses nicht nur für mehr Geld verkaufen als einkaufen, sondern auch die anfallenden Gebühren mit dem steigenden Kurs verdienen.

Sparpläne mit Mindestlaufzeiten sind bei der Geldanlage in Rohstoffe hingegen mit Vorsicht zu betrachten. Anleger sollten sich die Flexibilität bewahren, bei einem sehr hohen Kurs auch Anteile von ihrem Goldvermögen verkaufen zu können, um sich Gewinne zu sichern.

Goldaktien oder Goldaktienfonds

Statt in Gold legt man sein Geld hier in Werte von Goldminen und anderen goldverarbeitenden Industrien an. Aber auch da bleibt die Abhängigkeit vom Goldpreis. Steigt dieser, legen auch die Aktien tendenziell zu. Umgekehrt fallen sie in der Regel bei fallendem Goldkurs.

Zudem können allgemeine Entwicklungen an der Börse und der Erfolg der einzelnen Unternehmen die Entwicklung der Aktien beeinflussen. Der Goldpreis ist einer der Faktoren aber nicht der alleinige, von dem der Kurs von Goldaktien und Goldaktienfonds abhängt.

Goldbesitz: Privatleute in Deutschland besitzen 8.918 Tonnen Gold. Gut die Hälfte davon (4.925 Tonnen) sind Goldbarren und Goldmünzen, knapp 4.000 Tonnen sind Schmuck. Mit 74 Prozent besitzen rund drei Viertel der Deutschen Gold in Form von Schmuck, Barren, Münzen oder über ein Wertpapier. Im Durchschnitt besitzt jeder Deutsche über 18 Jahre 58 Gramm Goldschmuck und 71 Gramm Goldmünzen oder –barren (Repräsentative Umfrage der Steinbeis-Hochschule 2019).

Goldfonds

Goldfonds sind nicht mit Goldaktienfonds zu verwechseln, weil sie nur zu einem gewissen Teil in den Rohstoff Gold investieren – und das sonstige Fondsvermögen auf andere Anlagenformen verteilen.

Ziel sei, den Goldpreis abzubilden. Das heißt die Kursentwicklung nachzuzeichnen. Das kann auch misslingen. Auch bleibt das Risiko bestehen, dass der Goldpreis sinkt. Eine Anlage in Goldfonds ist somit genauso volatil wie alle anderen Investitionen in den Rohstoff. Verwaltungsgebühren und Ausgabeaufschläge, die bei Fondsanlagen in der Regel fällig werden, können die Rendite zusätzlich schmälern. 

Gold-ETC

Hierbei handelt es sich um Schuldverschreibungen, die die Wertentwicklung von Gold möglichst genau abbilden sollen. Andere setzen auf Goldtermingeschäfte.

Die Produkte sind zwar besichert, dennoch bieten sie im Fall der Insolvenz des Herausgebers keine hundertprozentige Sicherheit für die Anlage. Dazu sind sie manchmal nur schwer zu verstehen. Der Rat: Wer diese Anlage nicht durchblickt, lässt lieber die Finger davon.

Goldzertifikate

Das gilt umso mehr für Zertifikate, mit denen Anleger gewissermaßen auf die Goldpreisentwicklung wetten. Auch hier besteht das Emittentenrisiko, also der Verlust des Investments im Fall einer Insolvenz des Herausgebers des Zertifikats (Emittentenrisiko).

Wer zocken will, sollte sich über die Mechanismen bei Goldanlagen im Klaren sein, die Goldkurs steigen aber auch fallen lassen. Nicht beeinflussen lassen sich zum Beispiel Schwankungen des Wechselkurses sowie politische oder wirtschaftliche Krisen.
 

 
So bleibt bei einem renditeorientierten Goldinvestment stets das Risiko, im falschen Moment auf den Goldzug aufzuspringen und Verlust statt Gewinn zu machen. Kommen wir zurück zum "Goldenen Hafen": Um sich für Krisen zu wappnen, kann man einen gewissen Teil des Anlagevermögens in das Edelmetall investieren. Der Anteil sollte aber fünf bis zehn Prozent des Portfolios nicht übersteigen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

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