Sie sind hier: Home > Finanzen > Geld & Vorsorge >

Erbrechts-Tipp: Erbe muss nicht immer ausdrücklich benannt werden

Erbrechts-Tipp  

Erbe muss nicht immer ausdrücklich benannt werden

20.05.2020, 04:34 Uhr | dpa

Erbrechts-Tipp: Erbe muss nicht immer ausdrücklich benannt werden. Bei Erbfragen zählt zunächst der Wille des Verstorbenen.

Bei Erbfragen zählt zunächst der Wille des Verstorbenen. Dieser muss im Einzelfall ermittelt werden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn/Illustration. (Quelle: dpa)

München (dpa/tmn) - Oft wenden Menschen in ihrem Testament ihren Freunden und Verwandten nur einzelne Gegenstände zu. Dann haben die Gerichte zu entscheiden, ob hierin eine Erbeinsetzung zu sehen ist oder ob die gesetzlichen Erben zum Zuge kommen. Diese müssen die genannten Gegenstände dann aber als Vermächtnisse abgeben.

Entscheidend ist dabei der Wille des Verstorbenen, wie das Oberlandesgericht (OLG) München entschieden hat (Az.: 31 Wx 231/17, 31 Wx 502/19). Dieser muss in Einzelfall ermittelt werden, erklärt dieArbeitsgemeinschaft Erbrechtdes Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Der Fall: Ein Mann adoptiert nach dem Tod seiner Ehefrau deren Nichte und überträgt ihr ein Sechs-Familienhaus. Sonst hat er keine Kinder. In seinem Testament vermacht er sein Haus einer Freundin, seine Ferienwohnung seinen beiden Geschwistern, ein weiteres Grundstück dem Sohn seiner Nichte. Als er stirbt, hinterlässt der Mann außer den im Testament genannten weitere Immobilien und sonstige erhebliche Werte. Die adoptierte Nichte beantragt ein Europäisches Nachlasszeugnis, in dem sie als Alleinerbin ausgewiesen wird.

Zu Recht, urteilen die Richter: Auch wenn die Nichte im Testament nicht als Erbin genannt ist, so ist sie doch aufgrund der Adoption alleinige gesetzliche Erbin. Die anderen Zuwendungen stellen allein Vermächtnisse dar, weil es hier nur um einzelne Gegenstände geht. Das sei nach dem Gesetz im Zweifel nicht als Erbeinsetzung aufzufassen.

Im konkreten Fall war sich der Erblasser im Zeitpunkt der Testierung sehr wohl bewusst, dass er neben den vermachten Immobilien weiteres Vermögen hatte. Daher ist davon auszugehen, dass der Erblasser es bei der gesetzlichen Erbfolge belassen wollte.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Diese Banken finanzieren Ihr Eigenheim
Jetzt hier den Zins-Check machen:

AnzeigeZINS-CHECK

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal