Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomeWirtschaft & FinanzenImmobilien & WohnenEigentümer

Immobilien erben: Darum wird es 2023 deutlich teurer | Finanzen


Wenn der Notverkauf droht

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 21.11.2022Lesedauer: 3 Min.
Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Häuser einer Großstadt (Symbolbild): Immobilienerben müssen ab 2023 mitunter deutlich mehr Steuern zahlen.
Haus in einer Großstadt (Symbolbild): Immobilienerben müssen ab 2023 mitunter deutlich mehr Steuern zahlen. (Quelle: Wedel/Kirchner-Media via www.imago-images.de)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextDas ist der neue US-Super-BomberSymbolbild für einen TextSchlagerstar verabschiedet sich von BühneSymbolbild für einen TextFällt die nächste Silbereisen-Show aus?Symbolbild für einen TextUrlaubsland: Verbot für außerehelichen SexSymbolbild für einen TextKaufland ruft Salami zurückSymbolbild für einen TextNach schwerem Lkw-Crash – A1 wieder freiSymbolbild für einen TextBericht: Fifa will WM-Modus verändernSymbolbild für einen TextWM-Überraschung: Brasilien verliertSymbolbild für einen TextFußball-Ikone krank: Bewegende Fan-AktionSymbolbild für ein VideoKriegsschiffe entgehen knapp KollisionSymbolbild für einen TextHessen: Legendäres Hotel wird verkauftSymbolbild für einen Watson TeaserBéla Réthy mit kurioser Infantino-TheorieSymbolbild für einen TextAnzeige: Jahres-LOS kaufen und Einzel-LOS gratis dazu sichern
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Mit dem Jahressteuergesetz erhöht die Bundesregierung indirekt die Erbschaft- und Schenkungsteuer. Für Immobilienerben kann das zum Problem werden.

Wer sich in den vergangenen Monaten mit der Grundsteuer beschäftigt hat, kennt es bereits: Grundbesitz wie Häuser und Wohnungen muss neu bewertet werden. Zu alt sind die bisher dafür genutzten Daten, zu weit entfernt von der Realität die daraus resultierenden Werte von Immobilien.

Was dabei viele jedoch nicht wissen: Auch für steuerliche Zwecke soll eine Neubewertung gelten. Da die Freibeträge bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer aber nicht mitwachsen, würde das Erben und Beschenktwerden ab 1. Januar 2023 mitunter deutlich teurer werden. Ganz ohne eine Steuererhöhung im Wortsinn.

So stark könnte die Steuer steigen

Bleibt es beim Plan der Bundesregierung, wie er im Entwurf des Jahressteuergesetzes 2022 steht, kann das für Erben und Beschenkte einen Unterschied in fünf- bis sechsstelliger Höhe ausmachen, wenn sie eine Immobilie erst im neuen Jahr überschrieben bekommen. Ein Beispiel, das der Anwalt und Steuerberater Iring Christopeit für die "Süddeutsche Zeitung" errechnet hat, macht das deutlich.

Demnach steigt ein freistehendes Einfamilienhaus aus dem Jahr 2004 mit 220 Quadratmetern Wohnfläche und 700 Quadratmetern Grundstück, für das ein Bodenrichtwert von 500 Euro pro Quadratmeter gilt, mit dem Jahreswechsel um 61 Prozent im Wert – von 487.505 Euro auf 785.704 Euro. Möchte der Besitzer das Haus nun an sein Kind übertragen, müsste es ab 2023 57.855 Euro Schenkungsteuer dafür zahlen. 2022 wären es nur 9.625 Euro gewesen.

Gut zu wissen

Normalerweise legen die Finanzämter Vergleichswerte aus Verkäufen in der Umgebung zugrunde, wenn Eltern ein selbst genutztes Haus oder eine selbst genutzte Wohnung an Kinder übertragen. Gibt es solche Vergleichswerte nicht, kommt das sogenannte Sachwertverfahren zum Einsatz, auf dem auch die obenstehende Rechnung basiert.

Wie die neue Bewertung funktioniert

Die höhere Steuer entsteht unter anderem dadurch, dass ab 2023 die angenommene Nutzungsdauer einer Wohnimmobilie von 70 auf 80 Jahre steigt. Dadurch wird der Betrag geringer, der aus Altersgründen des Gebäudes vom Herstellungswert der Immobilie abgezogen wird. Es bleibt also ein größerer Restwert. Noch entscheidender ist aber eine andere Neuerung.

So erhöht sich auch der sogenannte Sachwertfaktor, mit dem der Restwert des Hauses oder der Wohnung multipliziert wird. Den Sachwertfaktor legen Gutachterausschüsse auf Basis von Verkäufen des Vorjahres fest. Erhöht er sich beispielsweise von 1,0 auf 1,4, bedeutet das eine Wertsteigerung um 40 Prozent. Hinzu kommt ein neuer Regionalfaktor für besonders gefragte Wohngegenden.

Haus & Grund: Dann droht der Notverkauf

Der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland schätzt, dass der Anstieg der Erbschaft- und Schenkungsteuer bei Wohnhäusern und Eigentumswohnungen "leicht bei 20 bis 30 Prozent" liegen könnte. Wer Immobilien ganz oder teilweise gewerblich nutze, müsse sogar mit einer Verdopplung rechnen.

Viele Betroffene könne das überfordern, sagte Sibylle Barent, Leiterin Steuer- und Finanzpolitik bei Haus & Grund Deutschland der "Wirtschaftswoche". Dann drohe der Notverkauf.

So viel können Sie steuerfrei erben

Wie hoch der steuerliche Freibetrag bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer ausfällt, hängt davon ab, wie eng die verwandtschaftliche Beziehung zwischen Erblasser oder Schenker und dem Erben oder Beschenkten ist. Während Ehepartner und eingetragene Lebenspartner bis zu 500.000 Euro steuerfrei erhalten können, sind es bei den Kindern 400.000 Euro je Elternteil.

Großeltern können ihren Enkelkindern 200.000 Euro überlassen, ohne dass der Fiskus zugreift. Sollten die Kinder der Großeltern bereits tot sein, gilt für die Enkelkinder ebenfalls ein Freibetrag von 400.000 Euro. Lesen Sie hier, was für andere Verwandtschaftsverhältnisse gilt.

Besonderheit bei Immobilien

Bei einem Immobilienerbe entfällt die Erbschaftsteuer, wenn der Ehe- oder Lebenspartner das Haus oder die Wohnung selbst für mindestens zehn Jahre nach der Erbschaft bewohnt. Bei erbenden Kindern ist die Steuerbefreiung allerdings auf eine Wohnfläche von 200 Quadratmetern begrenzt.

Trotz Termindruck nichts überstürzen

Angesichts der wahrscheinlich steigenden Kosten liegt es nahe, Schenkungen noch schnell vor dem 31. Dezember 2022 abzuschließen. Allerdings gilt es gerade bei Übertragungen von Immobilien vieles zu beachten – und daher eigentlich nichts zu überstürzen.

Nur wer sich bereits ausreichend mit dem Thema beschäftigt und alle offenen Fragen geklärt hat, beispielsweise zum Wohn- oder Nießbrauchrecht für Eltern, kann versuchen, die Schenkung bis Jahresende über die Bühne zu bringen – wenn Steuerberater und Notare dann noch einen Termin frei haben.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • bundestag.de: "Entwurf eines Jahressteuergesetzes 2022"
  • gesetze-im-internet.de: "Immobilienwertermittlungsverordnung - ImmoWertV"
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
BundesregierungDeutschland
Eigentum


t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website