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FĂŒr Trittschall gelten DIN-Normen

Von dpa
Aktualisiert am 26.06.2020Lesedauer: 2 Min.
Neuer Boden - neuer LĂ€rm: Wer mit Fliesen statt Teppich die Nachbarn nervt, kann rechtlichen Ärger bekommen.
Neuer Boden - neuer LĂ€rm: Wer mit Fliesen statt Teppich die Nachbarn nervt, kann rechtlichen Ärger bekommen. (Quelle: Markus Scholz/dpa-tmn./dpa)
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Berlin (dpa/tmn) - Trampelnde Kinder, lautes Klavierspielen, klappernde TĂŒren - in MehrfamilienhĂ€usern ist es selten leise. Manche Mieter oder EigentĂŒmer stört es, wenn es in der Wohnung ĂŒber ihnen stĂ€ndig laut ist. Ab wann GerĂ€usche LĂ€rm sind, ist hĂ€ufig aber eine subjektive Empfindung.

"In der Regel verhĂ€lt es sich im Baurecht so, dass auf Dezibel-Grenzen abgestellt wird", erklĂ€rt Julia Wagner vom EigentĂŒmerverband Haus & Grund Deutschland. "Diese kann man aus den einschlĂ€gigen DIN-Normen entnehmen, zum Beispiel der DIN 4109."

Die Dezibelzahlen finden auch im Nachbarschaftsrecht Anwendung, allerdings spielen hier auch die ĂŒbliche Nutzung oder die IntensitĂ€t eine Rolle. "Ab wann dann eine relevante Störung vorliegt, ist immer EinzelfallabhĂ€ngig", erklĂ€rt Wagner. Immer wieder landen solche FĂ€lle vor Gericht. Drei Beispiele:

- Fliesen statt Teppich: Der Bundesgerichtshof (BGH) stellt in einem am Freitag (26. Juni) entschiedenen Fall fest, dass die Grenzwerte des Trittschallschutzes eingehalten werden mĂŒssen, die im Baujahr der Wohnung galten (Az.: V ZR 173/19). Das gelte auch dann, wenn die Geschossdecke fehlerhaft konstruiert ist und der Trittschallschutz bei ordnungsgemĂ€ĂŸer Bauweise eingehalten wĂŒrde.

Das Haus war 1962 gebaut worden, die Dachgeschosswohnung war bei einem Ausbau im Jahr 1995 entstanden und mit Teppichboden ausgestattet worden. 2008 ließ der Beklagte den Teppich gegen Fliesen austauschen. Ein Gutachten ergab 2013, dass die Geschossdecke nicht den Mindestanforderungen an den Schallschutz genĂŒgt. Der EigentĂŒmer muss nun nachbessern.

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- Parkett oder Teppich: In einem anderen Fall ging es um den Austausch von Teppichboden gegen Parkett. Auch hier hatte sich der EigentĂŒmer in der darunterliegenden Wohnung nach Abschluss der Arbeiten ĂŒber laute TrittgerĂ€usche beschwert. Hier stellten die BGH-Richter allerdings fest, dass der Parkettboden den Anforderungen genĂŒgt (Az.: V ZR 73/14).

In diesem Fall sahen die Richter die Schallschutzwerte, die sich aus der zur Zeit der Errichtung des GebĂ€udes geltenden Ausgabe der DIN 4109 ergeben, als gewahrt an. Maßgeblich fĂŒr die Entscheidung war die Überlegung, dass die Auswahl des Bodenbelags die Gestaltung des Sondereigentums betrifft und im Belieben des SondereigentĂŒmers steht. Der Schallschutz muss in erster Linie durch die im Gemeinschaftseigentum stehenden Bauteile gewĂ€hrleistet werden.

- Neuer Estrich: Auch im Mietrecht spielen das Baujahr des GebÀudes und die zu der Zeit geltenden DIN-Normen eine Rolle. In einem ebenfalls vom BGH entschiedenen Fall wollte ein Mieter nicht die volle Miete zahlen, weil es nach dem Ausbau der Dachgeschosswohnungen seinem Empfinden nach zu laut war.

Das Haus war wÀhrend des Zweiten Weltkriegs beschÀdigt und im Jahr 1952 wieder aufgebaut worden. 2003 wurden die Dachgeschosswohnung zu zwei Wohnungen umgebaut. Dabei wurde an einigen Stellen auch der Estrich bearbeitet. Einige Zeit spÀter beanstandete der Mieter eine unzureichende Schallisolierung seiner Wohnung zu den Dachgeschosswohnungen.

Vor dem BGH hatte er keinen Erfolg: Nach Ansicht der Richter entsprach der Schallschutz den zur Zeit der Errichtung des GebĂ€udes geltenden DIN-Normen (Az.: VIII ZR 287/12). Der Umstand, dass die EigentĂŒmer den Estrich teilweise abgeschliffen und verspachtelt sowie teilweise erneuert hatten, rechtfertige es nicht, auf die zur Zeit der DurchfĂŒhrung dieser Arbeiten geltenden DIN-Normen abzustellen.

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