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Diese Änderungen werden für Mieter 2022 wichtig

Von Nele Behrens

Aktualisiert am 05.01.2022Lesedauer: 5 Min.
Ehepaar beim Umzug (Symbolbild): Die Mietspiegelpflicht, die ab 2022 greift, soll mehr Transparenz bei der Wohnungssuche erm├Âglichen.
Ehepaar beim Umzug (Symbolbild): Die Mietspiegelpflicht, die ab 2022 greift, soll mehr Transparenz bei der Wohnungssuche erm├Âglichen. (Quelle: LightFieldStudios/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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F├╝r Mieter ├Ąndert sich im Jahr 2022 einiges: Vieles macht das Leben und die Wohnungssuche einfacher. t-online gibt einen ├ťberblick, welche Erneuerungen die Ampel-Koalition plant.

Das Wichtigste im ├ťberblick


  • Die gro├če Neubauoffensive 2022
  • Mehr Transparenz durch Mietspiegelpflicht
  • Verl├Ąngerung der Mietpreisbremse
  • Mehr Durchblick bei den Heizkosten
  • Zuschuss zu den Energiekosten
  • Aufteilung der CO2-Kosten
  • Zuschuss zum Homeoffice

Sanierungsstau, hohe Mieten und wenig Wohnraum ÔÇô die Umst├Ąnde sind f├╝r Mieter in Deutschland an vielen Orten nicht ideal. Doch das neue Jahr soll viele Erleichterungen bringen und einige Probleme des Mietmarkts beheben. t-online zeigt Ihnen, welche ├änderungen f├╝r Sie als Mieter dieses Jahr wichtig werden k├Ânnten und welche neuen Regelungen Ihnen die Suche nach einem neuen Zuhause erleichtern.

Die gro├če Neubauoffensive 2022

Im Wahlkampf 2021 spielte auch immer wieder die Wohnpolitik eine entscheidende Rolle. Bei steigender Inflation und einer zunehmenden finanziellen Belastung durch hohe Mieten wollten viele deutschen B├╝rgerinnen und B├╝rger einen Kanzler, der sich f├╝r bezahlbare Wohnungen einsetzt.

Die neue Regierung unter Olaf Scholz hat sich hier ambitionierte Pl├Ąne gesetzt. So hat Deutschland seit mehr als zwanzig Jahren wieder ein eigenst├Ąndiges Bundesbauministerium, das die Wohnsituation in Deutschland entspannen soll, etwa mit einer gro├čen Neubauoffensive.

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Pro Jahr sollen laut Koalitionsvertrag 400.000 Wohnungen entstehen, 100.000 davon sollen Sozialwohnungen sein. Das ist laut Experten auch notwendig: In den vergangenen Jahren ist die Zahl der ├Âffentlich gef├Ârderten Wohnungen stark zur├╝ckgegangen, sodass viele Menschen, die theoretisch einen Anspruch auf finanzielle F├Ârderungen h├Ątten, dennoch keine Sozialwohnungen finden und regul├Ąre Mieten zahlen m├╝ssen.

Zust├Ąndig f├╝r den Bau neuer Wohnungen sind allerdings die L├Ąnder, nicht der Bund. Zumindest sagte aber Bundesbauminister Klara Geywitz (SPD) den Bundesl├Ąndern bereits eine Milliarde Euro f├╝r den sozialen Wohnungsbau zu. Eine solche Neubauoffensive ist ein gutes Signal f├╝r alle Mieter: Denn mehr Wohnungen bedeuten auch weniger Wettbewerb um Wohnraum und damit perspektivisch g├╝nstigere Mieten.

Mehr Transparenz durch Mietspiegelpflicht

Wer in eine neue Stadt ziehen muss, kann oft nicht einsch├Ątzen, welche Summe in welchem Viertel eine markt├╝bliche Miete ist. Helfen soll in solchen F├Ąllen der Mietspiegel, er gibt die orts├╝blichen Mieten an. Daf├╝r zeigt er die durchschnittlichen Mieten oder auch Mietpreisspannen an, die andere Mieter f├╝r vergleichbare Wohnungen in der Stadt zahlen. Die Wohnungen werden dabei nach Gr├Â├če, Baujahr, Ausstattungsmerkmalen und Lage verglichen.

Ab dem 1. Juli 2022 tritt die Reform des Mietspiegelrechts in Kraft. Dann m├╝ssen alle St├Ądte ab 50.000 Einwohnern einen Mietspiegel erstellen. Ab 100.000 Einwohnern muss die Stadt oder die Gemeinde sogar einen qualifizierten Mietspiegel ausweisen. Dieser basiert ÔÇô anders als der einfache Mietspiegel ÔÇô auf wissenschaftlichen Standards.

Doch auch die qualifizierten Mietspiegel stehen h├Ąufig in der Kritik, da sie nicht den gesamten Mietmarkt in einer Stadt abdecken. Als erster Richtwert, welche Preise in welchem Bezirk g├Ąngig sind, sollte die Reform dennoch vielen Mietern helfen.

Verl├Ąngerung der Mietpreisbremse

Im Wahlkampf diskutierten die Parteien hart ├╝ber Ma├čnahmen, die bezahlbares Wohnen in deutschen Gro├čst├Ądten erhalten und erm├Âglichen sollen. Bundesweit hat etwa das Model des Berliner Mietendeckels f├╝r Aufsehen in der Immobilienbranche gesorgt. Am Ende wurde er vom Verfassungsgericht in Karlsruhe gekippt, allerdings nur, weil dem Land Berlin die Kompetenz f├╝r ein solches Gesetz gefehlt hat. Nur der Bund k├Ânne solche Ma├čnahmen ergreifen ÔÇô deswegen kochte das Thema auch im Wahlkampf noch einmal hoch.

Auch wenn sich zumindest die Gr├╝nen in dieser Zeit tendenziell offen gegen├╝ber einem bundesweiten Mietendeckel gezeigt haben, hat es die harte Ma├čnahme nicht in den Koalitionsvertrag geschafft.

Stattdessen haben sich SPD, FDP und Gr├╝ne nun darauf geeinigt, die Mietpreisbremse bis 2029 zu verl├Ąngern. Bei dieser werden die Mieten nicht eingefroren, aber Vermieter d├╝rfen bei einer Neuvermietung den Preis nur um einen bestimmten Prozentsatz erh├Âhen.

Hier hat die Ampel sogar noch einmal nachgesch├Ąrft: In besonders angespannten Gebieten sollen Vermieter die Miete nur noch um maximal 11 Prozent in drei Jahren erh├Âhen k├Ânnen, hei├čt es im Koalitionsvertrag. Zuvor waren es noch 15 Prozent.

Mehr Durchblick bei den Heizkosten

Keine b├Âsen Nachzahlungen mehr zum Jahresende: Mit der neuen Heizkostenverordnung haben Mieter ab diesem Jahr das Recht, monatlich Informationen zum Verbrauch und zur Abrechnung zu erhalten. So k├Ânnen Sie Ihren Verbrauch besser einsch├Ątzen und gen├╝gend Geld f├╝r die Heizkosten zur├╝cklegen.

Allerdings gilt dies nicht f├╝r alle Wohnungen. Sollte Ihr Vermieter noch keine Ger├Ąte installiert haben, mit denen der Verbrauch aus der Ferne abgelesen werden kann, hat er noch bis 2026 Zeit. Bis dahin muss er die Ger├Ąte nachr├╝sten, damit Sie monatlich Ihre Abrechnung einsehen k├Ânnen.

Zuschuss zu den Energiekosten

Die Strom- und Energiepreise haben bereits 2021 immer neue Rekordwerte erreicht. Fast alle Energieversorger haben daher zum kommenden Jahr die Preise deutlich erh├Âht. Nicht jeder Verbraucher kann diese Mehrkosten stemmen ÔÇô besonders Geringverdiener trifft die hohe Inflation zusammen mit den steigenden Preisen hart.

Daher erhalten B├╝rgerinnen und B├╝rger, die bereits Wohngeld als Sozialleistung beziehen, in diesem Jahr einen einmaligen Zuschuss, um die steigenden Energiekosten aufzufangen. Ende 2020 bezogen bundesweit rund 618.200 Haushalte Wohngeld.

Der Energiezuschuss soll im Sommer bei den bed├╝rftigen Mietern ankommen ÔÇô p├╝nktlich zur Nebenkostenabrechnung bei vielen Haushalten. Was der Vermieter bei den Nebenkosten angeben muss und worauf Sie als Mieter achten sollten, lesen Sie hier ├╝brigens hier.

Aufteilung der CO2-Kosten

Es war ein hei├č umk├Ąmpftes Thema in der Gro├čen Koalition: Die Aufteilung der zus├Ątzlichen Kosten durch die CO2-Besteuerung zwischen Mietern und Vermietern. Urspr├╝nglich sollten die Kosten gleichwertig zwischen beiden Parteien aufgeteilt werden, dann setzte sich allerdings die Union durch und entlastete die Vermieter (hier lesen Sie dazu mehr).

Die d├╝rften sich nun ├╝ber die Pl├Ąne der Ampel wenig freuen. Die neue Regierung will wiederum eine "faire" Verteilung zwischen Mietern und Vermietern schaffen. Geplant sei hierbei ein Stufenmodell, das sich auch nach dem energetischen Sanierungsstand der Immobilie richten soll. Der Mieterbund geht allerdings davon aus, dass Mieter mindestens bis zum 1. Juli 2022 die vollen Mehrkosten tragen m├╝ssen.

Als weitere Ma├čnahme ist bei der Ampel eine Teilwarmmiete in der Diskussion. In diesem Fall w├╝rden Vermieter ihre Wohnung beheizt vermieten. Die FDP nannte dies in ihrem Wahlprogramm eine "Basisversorgung mit W├Ąrme" ÔÇô laut Immoscout 24 w├Ąre das eine Zimmertemperatur zwischen 20 bis 22 Grad Celsius. Wer es als Mieter im Winter gerne w├Ąrmer mag, muss die Mehrkosten dann selbst bezahlen.

Zuschuss zum Homeoffice

Was 2020 noch eine absolute Ausnahmesituation war, hat sich im vergangenen Jahr bei vielen Arbeitnehmern normalisiert: die Arbeit aus dem Homeoffice. Besonders im Fr├╝hjahr und Winter 2021 arbeiteten Arbeitnehmer wieder verst├Ąrkt aus den eigenen vier W├Ąnden heraus.

Zuvor brauchten sie daf├╝r ein eigenes Arbeitszimmer, um steuerliche Vorteile anmelden zu k├Ânnen. Doch die Regierung plant auch f├╝r 2022, das Homeoffice zu unterst├╝tzen. Wer hier die Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr f├╝r die Arbeit im Homeoffice anmelden m├Âchte, muss daf├╝r kein eigenes Arbeitszimmer nachweisen. Wie Sie das Homeoffice in Ihrer Steuererkl├Ąrung angeben und was Sie beachten sollten, lesen Sie hier.

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Fest steht: Mit der Verl├Ąngerung dieser Ausnahmeregel k├Ânnen auch Arbeitnehmer von dem Kostenzuschuss profitieren, die vom K├╝chentisch aus arbeiten und nicht gen├╝gend Platz f├╝r ein eigenes Arbeitszimmer haben. Auch das sollte in erster Linie Menschen mit geringeren Einkommen und beengten Wohnsituationen entlasten.

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