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Cinestar und Cinemaxx fusionieren – Sechs Kinos vor Verkauf

Kartellamt-Erlaubnis  

Cinestar und Cinemaxx fusionieren – Sechs Kinos vor Verkauf

02.03.2020, 12:52 Uhr | fls, rtr, dpa

Cinestar und Cinemaxx fusionieren – Sechs Kinos vor Verkauf. Ein Cinestar-Kino in Berlin: Nach der Erlaubnis des Bundeskartellamts darf Cinemaxx die Kinokette übernehmen. (Quelle: dpa/Nicole Kubleka)

Ein Cinestar-Kino in Berlin: Nach der Erlaubnis des Bundeskartellamts darf Cinemaxx die Kinokette übernehmen. (Quelle: Nicole Kubleka/dpa)

Der britische Betreiber der Cinemaxx-Kinos übernimmt die Kinokette Cinestar. Das Kartellamt hat dem Deal nun zugestimmt – unter einer Auflage: Die Betreiber müssen sechs Kinos in Deutschland verkaufen.

Das Bundeskartellamt hat der Übernahme der Kinokette Cinestar durch den Wettbewerber Cinemaxx zugestimmt. Allerdings müssen die Betreiber vor dem Zusammenschluss Kinos in sechs Städten an Wettbewerber veräußern, wie die Aufsichtsbehörde am Montag mitteilte.

"Durch die Zusammenführung der Cinemaxx- mit den Cinestar-Kinos entsteht der nach Umsatz und Leinwandzahl führende Kinobetreiber in Deutschland", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Montag in Bonn. Die Aufsichtsbehörde habe deshalb die Wettbewerbssituation genau unter die Lupe genommen.

"In sechs Regionen hätte die Übernahme dazu geführt, dass ein Großteil des Kinoangebots künftig von einem einzigen Unternehmen angeboten worden wäre", sagte Mundt. Dies könne zu Nachteilen für die Verbraucher führen.

Verkauf von fünf Cinestar- und sechs Cinemaxx-Kinos nötig

Die größten fünf Kinoketten in Deutchland vereinen zwar nur ein Siebtel der Kinos auf sich, aber fast die Hälfte der Sitzplätze. Cinemaxx ist Teil des britischen Unternehmens Vue Entertainment, das wiederum der kanadischen Pensionskasse Omers und der Alberta Investment Management Corp. (AIMCo) gehört.

Vue Entertainment betreibt in Deutschland 31 Kinos. Der Cinestar-Betreiber Event Hospitality & Entertainment aus Australien führt 53 Kinos. Vue Entertainment will für Marktführer Cinestar bis zu 222 Millionen Euro zahlen.

Um die Bedenken der Kartellwächter auszuräumen, hätten sich Betreiber verpflichtet, innerhalb der nächsten sechs Monate in diesen Gebieten jeweils ein Kino an Wettbewerber zu veräußern. Nach den derzeitigen Planungen seien dies die Cinestar-Kinos in Augsburg, Bremen, Gütersloh, Magdeburg und Remscheid sowie das Cinemaxx-Kino in Mülheim an der Ruhr.

Genug Konkurrenz in Berlin, Hannover und Offenbach

Vor der Veräußerung dieser Standorte werde die vom Bundeskartellamt erteilte Freigabe nicht wirksam. In Frankfurt und Offenbach, Berlin und Hannover kämen Cinemaxx und Cinestar zwar ebenfalls auf beträchtliche Marktanteile, dort gebe es aber noch ausreichend Konkurrenz, erklärte das Kartellamt.

Keine Probleme sieht das Bundeskartellamt durch den Zusammenschluss auf dem Beschaffungsmarkt – also im Verhältnis der Kinobetreiber zu den Filmverleihern. Die Verleihseite werde von den weltweit tätigen Hollywood-Studios Disney/Fox, Sony, Universal und Warner dominiert. Auch nach der Fusion von Cinemaxx und Cinestar sei die Marktkonzentration bei den Kinobetreibern noch deutlich geringer ausgeprägt als bei den Filmverleihern, betonte die Behörde.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters

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