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Greensill: Finanzaufsicht Bafin macht deutsches Geldhaus dicht – "drohende Überschuldung"


Greensill Bank  

Finanzaufsicht macht deutsches Geldhaus dicht

03.03.2021, 18:52 Uhr | mak, rtr, AFP, t-online

Greensill: Finanzaufsicht Bafin macht deutsches Geldhaus dicht – "drohende Überschuldung". Logo der Greensill Bank (Symbolbild): Das Geldhaus hat Finanzprobleme. (Quelle: dpa/Sina Schuldt)

Logo der Greensill Bank (Symbolbild): Das Geldhaus hat Finanzprobleme. (Quelle: Sina Schuldt/dpa)

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat die Greensill Bank aus Bremen für den Kundenverkehr geschlossen. Die Bank lockte vor allem mit hohen Zinsen für Sparer.

Die Finanzaufsicht Bafin hat ein Moratorium über die Greensill Bank angeordnet und die Bank damit für den Kundenverkehr geschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) begründete diesen Schritt am Mittwoch mit einer "drohenden Überschuldung" der Bank.

Die Greensill Bank ist ein deutscher Ableger der gleichnamigen britisch-australischen Finanzgruppe, die in Schieflage geraten ist. Das deutsche Geldhaus warb bei Privatkunden mit vergleichsweise hohen Zinsen auf Tages- und Festgelder.

Die Bafin untersagte es der Bank zudem, Zahlungen entgegenzunehmen, "die nicht zur Tilgung von Schulden" bestimmt sind. Das Moratorium sei angeordnet worden, um Vermögenswerte zu sichern, hieß es weiter. Da die in Bremen ansässige Greensill Bank aber keine Systemrelevanz habe, sei ihre Notlage "keine Bedrohung für die Finanzstabilität".

Was heißt das Moratorium für Sparer? Es greift im Zweifelsfall die gesetzliche Einlagensicherung: Einlagen bis 100.000 Euro sind geschützt. Daneben gibt es noch freiwillige Einlagensicherungen, die weit darüber hinaus gehen – auch bei der Greensill Bank. "Die Spareinlagen der Kunden sind durch den Einlagensicherungsfonds der deutschen Privatbanken geschützt", sagte ein Greensill-Sprecher dazu am Mittwoch – noch vor Bekanntwerden des Moratoriums.

Greensill-Mutter droht die Pleite

Der Muttergesellschaft Greensill Capital droht derweil die Pleite. Die Bank ist auf die sogenannte Lieferkettenfinanzierung spezialisiert und betreut vor allem Unternehmen. Sie bietet kurzfristige Finanzierungslösungen an und leiht Unternehmen Geld, damit diese ihre Rechnungen bezahlen können.

Die Bremer Greensill Bank, deren Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sich laut Jahresabschluss Ende 2019 auf 3,3 Milliarden Euro beliefen, ist mit Greensill Capital eng verwoben. Das Institut ist eine Art Geld- und Garantiegeber für die Gruppe.

Die Bafin hatte kürzlich einen Sonderbeauftragten bei der deutschen Greensill Bank eingesetzt. Eine Sonderprüfung ergab demnach, dass die Bank "nicht in der Lage ist, den Nachweis über die Existenz von bilanzierten Forderungen zu erbringen".

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • bafin.de
  • Nachrichtenagenturen Reuters und AFP
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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