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Hohe Gas- und Ölpreise: So teuer wird das Heizen diesen Winter


Plus 87 Prozent  

Deswegen müssen Verbraucher auf einen milden Winter hoffen

05.10.2021, 11:16 Uhr
Hohe Gas- und Ölpreise: So teuer wird das Heizen diesen Winter. Eine Gasflamme auf dem Herd (Symbolbild): Wer mit Gas auch heizt, muss mehr Geld ausgeben. (Quelle: Reuters)

Eine Gasflamme auf dem Herd (Symbolbild): Wer mit Gas auch heizt, muss mehr Geld ausgeben. (Quelle: Reuters)

Eine Erhebung, die t-online exklusiv vorliegt, zeigt: Gas und Heizöl haben sich im Vergleich zum Vorjahr extrem verteuert. Jetzt bleibt nur noch die Hoffnung auf einen milden Winter.

Die Verbraucher in Deutschland müssen diesen Winter deutlich mehr fürs Heizen ausgeben. Zum Beginn der kühlen Jahreszeit sind die Preise für Gas und Heizöl im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen, wie eine Erhebung des Vergleichsportals Verivox ergab, die t-online exklusiv vorliegt.

Besonders hart trifft der Anstieg der Energiepreise demnach Besitzer einer Ölheizung. Der Preis für Heizöl liegt laut Verivox im Oktober 87 Prozent über dem durchschnittlichen Niveau des Vorjahresmonats. Gas ist im Schnitt 28 Prozent teurer als vergangenes Jahr im Oktober.

Hintergrund für den extremen Anstieg der Preise sind vor allem die höheren Großhandelspreise, die die Anbieter an die Verbraucher weitergeben. Diese ziehen aufgrund der gestiegenen CO2-Preise an sowie wegen der stärkeren Energienachfrage im Zuge der Erholung von der Corona-Krise. Weil zugleich das weltweite Energieangebot sinkt, etwa durch ausbleibende Regenfälle in Brasilien, steigen die Preise.

Gaspreis hat sich versiebenfacht

So hat sich an den internationalen Märkten etwa der Preis für Gas versiebenfacht. Aktuell steht er an den Spot-Märkten bei rund 98 Euro je Megawattstunde. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel pendelte der Preis zwischen 10 und 25 Euro.

Die Folge: Viele Gasanbieter geben die Preisanstiege weiter. Laut Verivox haben bereits 42 Unternehmen für September, Oktober und November höhere Preise angekündigt oder sie schon eingeführt. Im Schnitt belaufe sich der Anstieg auf 12,9 Prozent. Wer etwa in einem Haus mit einer Wohnfläche von rund 200 Quadratmetern lebt und im Schnitt pro Jahr 20.000 Kilowattstunden verbraucht, zahlt so rund 189 Euro mehr.

Und mit den Preissteigerungen könne es noch weitergehen, sagt Verivox-Energieexperte Thorsten Stock. "In den kommenden Wochen erwarten wir eine große Preiswelle bei Gas", sagt Thorsten Storck. "Neben den höheren Großhandelspreisen steigt auch der CO2-Preis für fossile Brennstoffe zum Jahreswechsel von 25 auf 30 Euro pro Tonne. Diese Kosten geben viele Gasversorger direkt an ihre Kunden weiter."

Besser früher als später Heizöl tanken

Teuer wird der Winter auch für all jene, die eine Ölheizung haben. Vor einem Jahr, im Oktober 2020, kosteten 100 Liter leichtes Heizöl im Schnitt noch 42,45 Euro – zum Start der diesjährigen Heizsaison sind es nach Angaben von Verivox 79,19 Euro. Das entspricht einem Anstieg von knapp 87 Prozent. Für einen Musterhaushalt, der pro Winter rund 2.000 Liter (20 Hektoliter) Heizöl verbraucht, ergeben sich so im Vergleich zum Vorjahr zusätzliche Kosten in Höhe von 735 Euro.

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"Wer jetzt noch nicht genug Heizöl für den kommenden Winter im Tank hat, sollte sich zügig damit eindecken", sagt Storck. "Durch Sammelbestellungen gemeinsam mit Nachbarn lassen sich oft Preisnachlässe erzielen."

Opec+ will Fördermengen nicht weiter erhöhen

Die steigenden Energiepreise sind inzwischen auch ein Thema in der Politik geworden. Bei einem Treffen der Finanz- und Wirtschaftsminister der 19 Euro-Länder forderte am Montag unter anderem die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calvino ein gemeinsames Vorgehen. "Das ist kein Thema, das wir auf nationaler Ebene angehen können", sagte Calvino. "Wir glauben, dass wir eine europäische koordinierte Antwort brauchen."

Für Abhilfe schaffen könnte – zuvorderst bei den Ölpreisen – auch das Ölförderkartell Opec+, etwa durch eine Erhöhung der aus dem Boden gepumpten Ölmengen. Am Montag jedoch gab das von Saudi Arabien und Russland geführte Kartell bekannt, die Tagesproduktion trotz weltweiter Ölknappheit weiter nur um die geplanten 400.000 Barrel (je 159 Liter) anzuheben.

Verwendete Quellen:
  • Verivox-Auswertung
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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