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Aussagen zu Impfnebenwirkungen: BKK-Chef Andreas Provita gefeuert


Aussagen zu Impfnebenwirkungen
Chef der BKK Provita ist gefeuert worden

Von t-online, mak

Aktualisiert am 02.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Eine Krankenkassenkarte (Symbolbild): BKK-Provita-Vorstand Schöfbeck wurde gefeuert.Vergrößern des BildesEine Krankenkassenkarte (Symbolbild): BKK-Provita-Vorstand Schöfbeck wurde gefeuert. (Quelle: Kirchner-Media/imago-images-bilder)
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Mit seinen Aussagen zu einer Analyse zu Impfnebenwirkungen löste der BKK-Provita-Vorstand Andreas Schöfbeck eine Diskussion aus. Er hatte die Daten in einem Brief ein Alarmsignal genannt. Nun entließ ihn der Verwaltungsrat.

Der Chef der BKK Provita, Andreas Schöfbeck, ist nach umstrittenen Aussagen zu Impfnebenwirkungen fristlos gekündigt worden. Das teilte die Krankenkasse am Dienstag mit, zuvor hatte die "Welt" darüber berichtet.

"Auf seiner Sitzung am 01.03.2022 hat der Verwaltungsrat der BKK Provita beschlossen, sich mit sofortiger Wirkung vom bisherigen Vorstand Andreas Schöfbeck zu trennen", heißt es in einer kurzen Mitteilung der Krankenkasse. "Die Führung der BKK Provita geht nahtlos in die Hände von Walter Redl über, dem langjährigen Stellvertreter des bisherigen Vorstandes."

Zu den "verschiedenen Hintergründen dieser Personalentscheidung" wolle man sich "aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht weiter äußern", heißt es weiter. Wie die "Welt" berichtet, sollen wohl die Aussagen Schöfbecks zu Impfnebenwirkungen der Grund für die Kündigung sein.

BKK-Chef: "Erhebliches Alarmsignal"

Die BKK Provita behauptet in einer Analyse, alleine in den ersten sieben Monaten des Jahres 2021 seien 216.695 BKK-Versicherte wegen Nebenwirkungen durch Impfstoffe behandelt worden. Die Daten bezögen sich auf 10,9 Millionen Versicherte.

Zum Vergleich: Bis Ende 2021 verzeichnete das Paul-Ehrlich-Institut – kurz PEI – auf Basis von 61,4 Millionen Geimpften lediglich 244.576 Nebenwirkungsmeldungen.

"Unsere Analyse zeigt, dass wir es hier mit einer deutlichen Untererfassung zu tun haben", sagte Schöfbeck der "Welt" vergangenen Donnerstag. Die offiziellen Zahlen zu den unerwünschten Impfnebenwirkungen müssten "dringend plausibilisiert werden".

In einem Schreiben an PEI-Präsident Paul Cichutek nannte Schöfbeck der Zeitung zufolge die Auswertung ein "erhebliches Alarmsignal, das unbedingt beim weiteren Einsatz der Impfstoffe berücksichtigt werden muss".

Chef-Virologe: Harte Kritik an BKK Provita

Kritik an der Analyse kam etwa vom Heidelberger Uni-Chefvirologen Hans-Georg Kräusslich. "Ich finde dieses Vorgehen ärgerlich, schlecht und schädlich", sagte Kräusslich der "Rhein-Neckar-Zeitung" am Samstag. "Es geht hier eben nicht um schwerwiegende Impfkomplikationen, sondern vermutlich um ganz normale Impfreaktionen, wobei die Kasse gerade nicht sagt, um welche."

Jeder Arzt sei verpflichtet, vermutete Nebenwirkungen an das Gesundheitsamt zu melden, sagte Kräusslich weiter. Das Paul-Ehrlich-Institut veröffentliche alle gemeldeten Nebenwirkungen.

Der Bericht der BKK Provita könne eigentlich keine zusätzlichen schwerwiegenden Nebenwirkungen umfassen. "Man darf nicht einfach potenziell lebensbedrohliche Nebenwirkungen behaupten, ohne in irgendeiner Form darzulegen, was man meint."

Paul-Ehrlich-Institut: Angaben "allgemein und unspezifisch"

Auch das PEI teilte jüngst mit, die Angaben im Schreiben an das Institut seien "allgemein und unspezifisch". So werde nicht angegeben, wie viele Fälle sich auf leichte und wie viele auf – meldepflichtige – schwerwiegende Reaktionen beziehen.

Generell seien Abrechnungsdaten nicht mit Nebenwirkungen gleichzusetzen. "Darüber hinaus ist aus dem Schreiben nicht zu entnehmen, ob tatsächlich ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung festgestellt worden ist."

Daten der Krankenkassen sollen in neuer Studie verknüpft werden

Am Dienstag sollte ein Treffen zwischen dem neuen BKK-Chef Redl und PEI-Präsident Cichutek stattfinden, schreibt die "Welt" weiter. Ein offizielles Ergebnis davon gibt es wohl noch nicht.

Um mögliche Nebenwirkungen von Impfstoffen noch besser zu analysieren, sollen die offiziellen Impfquoten in einer Studie mit Daten der Krankenkassen verknüpft werden. Sie solle zeitnah starten, hatte das Paul-Ehrlich-Institut am Donnerstag mitgeteilt.

Die BKK Provita mit Sitz in München hat nach eigenen Angaben rund 125.700 Versicherte und zählt damit zu den kleineren Krankenkassen. Schöfbeck war seit Anfang 2001 Vorstand der BKK.

Verwendete Quellen
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