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Sparkassen-Chef: Bürger haben kaum Geld für Rücklagen


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Sparkassen-Chef: Die meisten Bürger können nichts mehr zurücklegen

Von dpa
Aktualisiert am 21.08.2022Lesedauer: 2 Min.
Sparschwein
Sparschweine auf Diät: Die Sparkassen fürchten, dass immer mehr Bürger kaum noch Geld für Einlagen übrig haben. (Quelle: Rostislav_Sedlacek/getty-images-bilder)
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Zwei Drittel der Bundesbürger können kaum noch etwas auf die hohe Kante legen. Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis fürchtet für den Winter Schlimmes.

Die Mehrheit der Bundesbürger kommt nach Einschätzung der Sparkassen wegen der hohen Inflation zunehmend an finanzielle Grenzen. "Wir rechnen damit, dass wegen der deutlichen Preissteigerung perspektivisch bis zu 60 Prozent der deutschen Haushalte ihre gesamten verfügbaren Einkünfte – oder mehr – monatlich für die reine Lebenshaltung werden einsetzen müssen", sagte DSGV-Präsident Helmut Schleweis der "Welt am Sonntag". Vor einem Jahr waren laut Sparkassen-Vermögensbarometer lediglich 15 Prozent nicht in der Lage, Geld zurückzulegen.

Auch Volks- und Raiffeisenbanken beobachten einen geringeren Spielraum der Kunden. "Die hohe Inflation entzieht den Verbrauchern Kaufkraft, dadurch sinkt die Sparfähigkeit", sagte der Vorstand des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Andreas Martin, der Zeitung.

Am Samstag hatte Bundesbankchef Joachim Nagel erklärt, dass er mit dem Ende des Tankrabatts und des 9-Euro-Tickets einen Anstieg der Inflationsrate auf zehn Prozent für möglich halte. Auch für das kommende Jahr gibt Nagel keine Entwarnung. "Das Thema Inflation wird 2023 nicht verschwinden", sagte er der "Rheinischen Post". Russland habe seine Gaslieferungen drastisch reduziert, und die Preise für Erdgas und Elektrizität seien stärker gestiegen als erwartet. Nachdem im Gesamtjahr 2022 die Inflationsrate nach europäischer Berechnung bei acht Prozent liegen dürfte, erwartet Nagel für das kommende Jahr eine Rate von sechs Prozent.

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Ersparnisse aus der Corona-Zeit werden aufgebraucht

Noch profitierten viele von Ersparnissen, die sich während der Corona-Zeit wegen fehlender Konsummöglichkeiten angesammelt hätten, so Volksbanker Martin. "Der Spitzenwert der Sparquote lag bei rund 16 Prozent im Jahr 2020, für 2022 erwarten wir eine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau von elf Prozent", sagte Martin.

Bei den Sparkassen rechnet man insbesondere im Herbst und Winter mit einer deutlichen Verschärfung der Situation, gerade bei Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen. Die angespannte Lage zeigt sich laut Deutschem Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bereits bei der Überziehung des Girokontos. Wer den sogenannten Dispositionskredit nutze, um kurzfristige Engpässe zu überbrücken, der schöpfe den Rahmen im Durchschnitt inzwischen "deutlich weiter aus".

Die Grünen fordern, die Höhe der Dispozinsen zu begrenzen, die im Schnitt aktuell bei knapp zehn Prozent liegen. "Grundsätzlich halten wir Grüne es für notwendig, Dispozinsen gesetzlich zu deckeln", sagte der Grünen-Finanzpolitiker Stefan Schmidt der "Welt am Sonntag". Der Zinsdeckel solle die Menschen vor ausufernden Kosten schützen.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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