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Hygiene: Jeder Zehnte wäscht sich nach dem Klogang nicht die Hände

Hygiene  

Jeder Zehnte drückt sich vorm Händewaschen nach dem Klogang

12.06.2013, 13:35 Uhr | ag

Hygiene: Jeder Zehnte wäscht sich nach dem Klogang nicht die Hände. Jede zweite Lebensmittelinfektion geht auf falsches Händereinigen zurück. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jede zweite Lebensmittelinfektion geht auf falsches Händereinigen zurück. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gründliches Händewaschen nach dem Toilettengang sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ist es aber nicht. Diese Erkenntnis geht aus einer aktuellen Studie der Michigan State University hervor, für die rund 3.700 Personen in öffentlichen Toiletten beobachtet wurden. Über 30 Prozent verwendeten für die Hygiene keine Seife, wobei zehn Prozent ihre Hände gar nicht wuschen. Besonders Männer erwiesen sich als Waschmuffel.

Jede zweite Lebensmittelinfektion könnte vermieden werden

Das Händewaschen ist die effektivste Methode, ansteckende Krankheiten zu vermeiden. Laut den Centers for Disease and Prevention ist der Verzicht aufs Händewaschen für die Hälfte aller Lebensmittelinfektionen verantwortlich. Auch das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass das gründliche Einseifen wesentlich ist. Die Hände sollten für rund 20 Sekunden untereinander gerieben werden, damit sich der Schmutz lösen kann. Wichtig dabei ist, die Fingerzwischenräume, die Handgelenke sowie die Stellen unter den Nägeln zu waschen. Fließendes Wasser spült den Rest ab.

Vor dem Essen ist Händewaschen ein Muss

"Im medizinischen Bereich werden die Hände desinfiziert - im privaten Hausgebrauch ist dies jedoch nicht notwendig", sagt Wolfgang Prammer, Leiter des Hygieneteams im Klinikum Wels-Grieskirchen gegenüber pressetext.de. Von einer übertriebenen Hygiene rät der Experte ab. "Vor allem vor dem Essen und in der Winterzeit, in der viele Viren weitergegeben werden, ist das Händewaschen besonders wichtig", führt er aus. Auch dort, wo viele Menschen zusammentreffen, wie in der U-Bahn, können Krankheitserreger verbreitet werden.

Richtige Hygiene ist der beste Virenschutz

Richtiges Händewaschen schützt laut Prammer vor allem vor denjenigen Viren, die nicht primär über Husten oder Niesen weitergegeben werden, sondern über die Hände. Die Übertragung von Erkältungs- bis hin zu Influenzaviren, sowie Parasiten, Pilze und Bakterien könne durch die richtige Hygiene vermieden werden. "Kinder, die viel draußen sind, können zudem Wurmerkrankungen oder Parasiten bekommen", ergänzt der Krankenhaushygieniker. Die größte Anhäufung von Bakterien sei dabei an den Fingerkuppen und unter den Fingernägeln - also jene Teile, mit denen die Menschen am meisten hantieren und mit anderen in Berührung kommen.

Warmes Wasser reinigt nicht besser als kaltes

Um die Hände richtig zu reinigen, reichen kaltes Wasser und Seife, wie eine aktuelle Studie am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg zeigt. Demnach hat warmes Wasser im Kampf gegen Bakterien, Viren oder sonstige Keime keinen Vorteil gegenüber kaltem. Entscheidend ist nach Auffassung der Hygieneexperten, dass die Hände gründlich und mit Seife gereinigt. werden. Dann nämlich werden 99,9 Prozent aller Keime vertrieben. Ohne Seife jedoch bleiben die Bakterien einfach auf der Haut sitzen, so das Ergebnis der Studie.

Flüssigseife ist hygienischer

Wer seine Hände nur unters Wasser hält – egal ob warm oder kalt – der kann das Händewaschen auch gleich sein lassen, sagt Studienleiter Wulf Schneider. Die Erkältungsbakterien gingen eine enge Verbindung mit der Haut ein, die nur durch ein Reinigungsmittel gelöst werden könne. Auf öffentlichen Toiletten empfiehlt der Experte, nach Möglichkeit Flüssigseife zu benutzen. Diese sei jedes Mal frisch und nicht mit Bakterien kontaminiert.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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