Sie sind hier: Home > Gesundheit >

Von Kortison bis Licht: Therapien gegen Schuppenflechte

Von Kortison bis Licht  

Therapien gegen Schuppenflechte

27.02.2019, 18:05 Uhr | dpa

Von Kortison bis Licht: Therapien gegen Schuppenflechte. Bei leichten Fällen von Schuppenflechte genügt meistens eine Behandlung mit Cremes - bei schweren Fällen müssen jedoch andere Mittel her. (Quelle: dpa/Christin Klose)

Bei leichten Fällen von Schuppenflechte genügt meistens eine Behandlung mit Cremes - bei schweren Fällen müssen jedoch andere Mittel her. Foto: Christin Klose. (Quelle: Christin Klose/dpa)

Homburg (dpa/tmn) - Die Haut ist gerötet, weiße Schuppen bilden sich, es juckt und brennt und schmerzt: Das sind Anzeichen einer Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt.

"Häufig tritt sie am Ellenbogen, am Knie, am Kopf oder im Po-Bereich auf", sagt Prof. Claudia Pföhler. Die Dermatologin ist am Universitätsklinikum des Saarlands in Homburg tätig. Ansteckend ist die Schuppenflechte zwar nicht, aber chronisch - und oft äußerst belastend für Betroffene.

Schuppenflechte braucht einen Auslöser

Schätzungen zufolge haben rund zwei Millionen Menschen in Deutschland die Hautkrankheit. Die Veranlagung dazu ist genetisch bedingt. Eine familiäre Vorgeschichte bedeutet aber nicht zwingend, dass die Schuppenflechte auftreten muss. Häufig braucht es dafür noch einen oder mehrere Auslöser. "Das können etwa Hautverletzungen, Sonnenbrand, Stress, aber auch bestimmte Medikamente, Hormonschwankungen oder Stoffwechselstörungen sein", erklärt Pföhler.

Erste Anzeichen einer Psoriasis sind immer ein Fall für den Hausarzt. Denn es gibt Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen - etwa Ekzeme oder Pilzinfektionen. "Um zu einer sicheren Diagnose zu kommen, müssen Blutuntersuchungen, Abstriche und gegebenenfalls Gewebeproben erfolgen", erklärt Pföhler.

Verschiedene Therapieformen möglich

Welche Therapie sinnvoll ist, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Symptome sind. "Leichte Fälle von Schuppenflechte werden häufig mit Cremes behandelt", sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer in Berlin. Gute Erfolge lassen sich nach ihren Angaben mit Kortison-Anwendungen erzielen. "Solche Cremes oder Salben sind gut verträglich, aber sie sollten über einen längeren Zeitraum hinweg nicht täglich angewendet werden."

Eine weitere Therapieoption bei Psoriasis sind Präparate mit Steinkohlenteer oder Extrakten davon. Solche Produkte gibt es in Waschkonzentraten, Schüttelmixturen oder in Ölbädern. "Wegen ihres eher unangenehmen Geruchs und Verfärbungen werden Erzeugnisse mit Steinkohlenteer aber eher selten verordnet - und wenn, dann eher im Rahmen einer stationären Behandlung", so Sellerberg.

Behandlung mit Biologicals

Eine Therapie, die bei schwereren Fällen von Psoriasis innerhalb weniger Wochen Linderung bringen kann, ist der Einsatz von sogenannten Biologicals. Diese Arzneimittel sollen gezielt gegen die Botenstoffe der Entzündung im Körper wirken. Bei den Substanzen handelt es sich um im Labor hergestellte Proteine. "In der Anfangsphase injiziert sie der Arzt dem Patienten, später spritzt sie sich der Patient selbst", sagt Pföhler. Der Nachteil von Biologicals: "Sie sind vergleichsweise teuer und kommen erst dann zum Zuge, wenn andere Behandlungsversuche nichts gebracht haben." Nach Angaben des Deutschen Psoriasis Bundes kommen Biologicals in schweren Fällen inzwischen aber auch als Ersttherapie zum Einsatz.

Andere Präparate gegen Schuppenflechte sind Medikamente mit Fumarsäure, erklärt Sellerberg. Die Säure hemmt die unkontrollierte Vermehrung von Hautzellen und bremst so die Bildung von Schuppen und Entzündungen. Die Therapie hat aber mögliche Nebenwirkungen wie Gesichtsrötungen, Hitzewallungen oder Magen-Darm-Probleme. Dazu gibt es verschiedene andere Medikamente gegen die Psoriasis, je nach Patient und Einzelfall, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Methotrexat (MTX).

Behandlung mit Lichtwellen

Linderung bei Psoriasis bringt oft auch eine Lichttherapie, wie Ursula Hilpert-Mühlig sagt. Sie ist Präsidentin des Fachverbands Deutscher Heilpraktiker. Die Lichttherapie eignet sich vor allem dann, wenn die Schuppenflechte großflächig am Körper auftritt. Die Lichtwellen wirken bei geringer Dosierung günstig auf die Entzündungsprozesse. "Solarium-Besuche bessern eine Psoriasis übrigens nicht", so Sellerberg.

Egal, ob Salben, Cremes, Medikamente oder Lichttherapie - ein Problem bleibt immer, sagt Hilpert-Mühlig: "Die Behandlung bringt Besserung, heilbar ist eine Psoriasis nicht."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Perfekt modischer Auftritt bei jedem Geschäftstermin
zum klassisch-coolen Blazer
Anzeige
Ihr Geschenk: Amazon Echo Show 5™
smart abstauben: bei kobold.vorwerk.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal