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Grippewelle rollt mit Wucht nach Norden

Von dpa
Aktualisiert am 26.02.2015Lesedauer: 2 Min.
Grippe: Die Grippewelle breitet sich weiter nach Norden aus. Eine Grafik des Robert-Koch-Instituts zeigt die Verbreitung von akuten Atemwegserkrankungen.
Die Grippewelle breitet sich weiter nach Norden aus. Eine Grafik des Robert-Koch-Instituts zeigt die Verbreitung von akuten Atemwegserkrankungen. (Quelle: RKI/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Die Grippe breitet sich weiter in Deutschland aus. Im Süden sind die Krankenhäuser völlig überlastet. Jetzt rollt die Grippewelle weiter nach Norden. Allein in der vergangenen Woche seien 7000 Menschen an Influenza erkrankt, meldet die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) des Robert Koch Instituts.

"Stark erhöhte Influenza-Aktivität", meldet die AGI für alle Teile Deutschlands. Die Zahl der im Labor bestätigten Diagnosen während der Grippewelle 2014/2015 beträgt derzeit rund 27.000. Die tatsächliche Zahl dürfte noch höher liegen, weil nicht jede Erkrankung gemeldet wird. Auch die Zahl der Arztbesuche schnellte deutlich nach oben.

"Das erlaubt aber noch keine direkten Rückschlüsse auf das Ausmaß der Grippewelle", betonte Susanne Glasmacher vom RKI. Erst im Nachgang könne die Heftigkeit bewertet werden. Hintergrund: Die Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI erfasst sämtliche Atemwegserkrankungen in Deutschland, also auch Bronchitis oder Lungenentzündungen. All diese Leiden sind laut RKI ein Indiz für die Aktivität der Influenza, der "echten" Virusgrippe.

"Notaufnahmen in Bayern sind komplett voll"

"Die Lage ist regional unterschiedlich, aber teilweise stehen die Krankenhäuser sehr unter Druck", sagte Holger Mages von der Deutschen Krankenhausgesellschaft der Deutschen Presse-Agentur. Grundsätzlich versuchten die Kliniken zusätzliche Kapazitäten vorzuhalten. Doch die Lage in den Notaufnahmen werde dadurch verschärft, dass viele Patienten statt zum Hausarzt direkt in die Krankenhausambulanz gingen.

"Die Notaufnahmen in Bayern sind alle komplett voll", sagte der Sprecher der Landeskrankenhausgesellschaft, Eduard Fuchshuber. "Die Grippe kommt zu der angespannten Situation in den Notaufnahmen nun noch hinzu. So extrem wie dieses Jahr habe ich es noch nicht erlebt." Ähnlich ist die Situation in vielen Kliniken Baden-Württembergs, teilt die dortige Krankenhausgesellschaft mit.

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Patienten mit Grippe brauchen Einzelzimmer

Auch aus Niedersachsen melden viele Krankenhäuser Land unter. "Es ist ein flächendeckendes Problem, aber besonders stark betroffen sind die Ballungsräume", sagt Helge Engelke von der Landeskrankenhausgesellschaft in Hannover. So mussten in Braunschweig zwischenzeitlich Patientenbetten auf dem Flur stehen. Eng wird es auch dadurch, dass diagnostizierte Grippepatienten wegen der Ansteckungsgefahr einzeln untergebracht werden müssen. Außerdem werden in vielen Häusern seit Jahren Betten und auch Personal abgebaut.

In einzelnen hessischen Kliniken hat sich die Lage wegen der Grippewelle dagegen wieder etwas entspannt, auch wenn es nach wie vor viele aktuelle Krankheitsfälle gibt. Von einer Trendwende könne noch nicht gesprochen werden, meinte Brigitte Wagner, Geschäftsführerin des Klinikverbunds Hessen. "Wir sind wieder aufnahmebereit", sagte eine Sprecherin des Sana Klinikums Offenbach. Ende vergangener Woche seien wegen Überfüllung keine Aufnahmen in die internistischen Abteilung möglich gewesen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Wiebke Posmyk
DeutschlandGrippeRKI

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