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WHO erklärt: Tuberkulose bleibt tödlichste Infektionskrankheit vor Aids

"Armutskrankheit" breitet sich aus  

Tuberkulose ist die tödlichste Infektionskrankheit der Welt

19.09.2018, 16:13 Uhr | Helen Corbett, Johannes Schmitt, dpa, jb, t-online.de

WHO erklärt: Tuberkulose bleibt tödlichste Infektionskrankheit vor Aids. Tuberkulose-Patient im indischen Varanasi (Quelle: dpa/Rajesh Kumar Singh/AP)

Tuberkulose-Patient im indischen Varanasi: 1,6 Millionen Menschen starben 2017 nach WHO-Angaben an Tuberkulose. (Quelle: Rajesh Kumar Singh/AP/dpa)

In Ländern wie Deutschland und anderswo in Europa scheint Tuberkulose ein Schrecken aus vergangenen Zeiten. Doch strukturschwache Regionen in Afrika und Zentralasien kämpfen bis heute mit TBC. Durch die Krankheit sterben jährlich Hunderttausende.

Noch vor der Immunschwächekrankheit Aids ist Tuberkulose nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiterhin die tödlichste Infektionskrankheit der Welt.

1,6 Millionen Menschen starben 2017 an Tuberkulose, wie die WHO in ihrem neuen Jahresreport berichtet. An den Folgen von Aids starben nach UN-Angaben im selben Jahr rund 940.000 Menschen. Mit Antibiotika ist Tuberkulose heilbar, ohne Behandlung kann sie tödlich sein.

Über 6,4 Millionen gemeldete Fälle 

Der in New York veröffentlichte Tuberkulosebericht geht von schätzungsweise zehn Millionen Menschen aus, die 2017 weltweit an Tuberkulose erkrankten. Offiziell verzeichnete die WHO zwar nur 6,4 Millionen Fälle. Die Schätzung liegt aber deutlich höher, weil Fälle oft nicht gemeldet oder falsch diagnostiziert würden.

HIV-Infizierte erkranken besonders leicht an Tuberkulose. Wegen ihres geschwächten Immunsystems haben sie ein bis zu 50-fach erhöhtes Risiko. Eine Tuberkuloseinfektion kann wiederum den Ausbruch von Aids beschleunigen. Beide Krankheiten verstärken sich also gegenseitig und gelten deshalb als tödliches Duo.

Ein Viertel der Weltbevölkerung hat Tuberkulosebakterien

Teils wird Tuberkulose als "Armutskrankheit" bezeichnet, weil sie vor allem in strukturschwachen Regionen in Afrika, Osteuropa und Zentralasien verbreitet ist. Zwei Drittel der Neuinfektionen wurden 2017 in Indien, Indonesien, China, Pakistan, Bangladesch, Nigeria, Südafrika und auf den Philippinen registriert.

In den meisten Ländern sei ein Ende der als TBC bekannten Krankheit eher ein "Ziel als Wirklichkeit", heißt es im Bericht. Tuberkulosefälle gibt es aber weltweit und in allen Altersgruppen. In Europa sowie Nord- und Südamerika wurden sechs Prozent aller Fälle gemeldet. Rund ein Viertel der Weltbevölkerung ist mit entsprechenden Bakterien infiziert, aber nur ein kleiner Anteil der Infizierten erkrankt auch an TBC.

Sterblichkeitsrate gesunken

In der Behandlung gibt es aber auch Fortschritte. Zwischen 2000 und 2017 entgingen dank entsprechender Behandlung schätzungsweise 54 Millionen TBC-Kranke dem Tod, heißt es bei der WHO. Die Sterblichkeitsrate der Erkrankten fällt demnach pro Jahr um rund drei Prozent.

Kommende Woche ist in New York am Rande der UN-Generaldebatte ein hochrangiges Treffen zu dem Thema geplant. Dabei wollen sich Staats- und Regierungschefs sowie weitere hochrangige Vertreter dem Kampf gegen die Krankheit verpflichten. Gesundheitsminister aus rund 70 Ländern hatten in Moskau im November bereits angekündigt, ihr Engagement zur Ausrottung der Krankheit bis 2030 zu steigern. Für dieses Ziel werde aber immer noch nicht genug getan, warnt die WHO.

Tuberkulose – Ansteckung und Symptome

Eine Ansteckung mit TBC kann durch Tröpfchenübertragung, beispielsweise durch die Atemluft oder den Husten einer erkrankten Person, erfolgen. Aus diesem Grund ist bei einer Infektion auch zuerst die Lunge betroffen. 

Die häufigsten Symptome sind

  • Husten, teilweise mit blutigem oder grünem Auswurf
  • eine erhöhte Temperatur oder Fieber
  • Nachtschweiß.

Besteht der Verdacht auf eine Infektion mit der tödlichen Krankheit, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Wurden die Tuberkulosebakterien eingeatmet, muss dies jedoch nicht zwingend zu einem Ausbruch der Krankheit führen. Zu der Risikogruppe zählen unter anderem: 

  • HIV-Infizierte
  • Diabetiker
  • Alkoholsüchtige
  • Drogenabhängige      
  • Obdachlose
  • Menschen mit einem schwachen Immunsystem

Die Krankheit wird häufig mit speziellen Antibiotika behandelt. Hat der Betroffene keinen resistenten Bakterienstämme im Körper, ist die Chance auf Heilung hoch.

 

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • eigene Recherche

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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