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Gesundes Herz: Kardiologen empfehlen diese "Sieben-Schritt-Regel"

Für ein gesundes Herz  

Kardiologen empfehlen die "Sieben-Schritt-Regel"

13.01.2021, 17:50 Uhr | ag, t-online

Gesundes Herz: Kardiologen empfehlen diese "Sieben-Schritt-Regel". 3-D-Aufnahme des Thorax: Ein gesunder Lebensstil ist die Voraussetzung dafür, dass Herz und Gefäße gesund bleiben.  (Quelle: Getty Images/ Lars Neumann)

3-D-Aufnahme des Thorax: Ein gesunder Lebensstil ist die Voraussetzung dafür, dass Herz und Gefäße gesund bleiben. (Quelle: Lars Neumann/Getty Images)

Sie wollen fit und gesund ins neue Jahr starten und die besten Voraussetzungen schaffen, um leistungsfähig zu bleiben? Dann ist jetzt der richtige Moment, aktiv zu werden. Die Deutsche Herzstiftung hat nützliche Tipps für einen herzgesunden Lebensstil zusammengestellt.

Damit schützen Sie nicht nur Ihr Herz und Ihre Gefäße, sondern wappnen Ihr Immunsystem auch im Kampf gegen Erkältungs-, Grippe- und Coronaviren.

"Ein gesunder Lebensstil bewirkt viel für das Herz-Kreislauf-System, nur sollte man schrittweise vorgehen und sich nicht zu viel auf einmal vornehmen", sagt der Kardiologe und Reha-Spezialist Professor Bernhard Schwaab vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Chefarzt der Curschmann-Klinik am Timmendorfer Strand. 

Doch wie bekomme ich meinen inneren Schweinehund in Bewegung? Wie gelingt eine gesunde Ernährung? Und habe ich alle meine Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall mithilfe eines regelmäßigen Gesundheits-Check-ups im Blick? Die folgende Checkliste soll Motivierten auf dem Weg zu einem herzgesunden Leben helfen:

  1. Sei aktiv, bewege dich mehr.
  2. Höre mit dem Rauchen auf.
  3. Iss gesünder, vermeide Zucker.
  4. Achte auf dein Gewicht.
  5. Achte auf deinen Blutdruck.
  6. Behalte deinen Cholesterinspiegel im Auge.
  7. Achte auf ausreichend Entspannung im Alltag.

Schwaab empfiehlt, zunächst mit körperlicher Aktivität anzufangen. "Mit Bewegung fühlt man sich schnell besser und ist leistungsfähiger. Herzkranke kommen mit mehr körperlicher Aktivität häufig besser mit der herzmedizinischen Behandlung zurecht." Danach fällt es leichter, weitere Maßnahmen anzugehen. So hilft Bewegung auch über das Verlangen nach Zigaretten hinweg und verbessert die allgemeine Stimmung.

Dennoch sollte aber jeder Patient individuell die Reihenfolge seiner Prioritäten festlegen. Das ist wichtig, damit die Lebensstiländerungen besser verinnerlicht werden. 

1. Sei aktiv, bewege dich mehr

Wer sich regelmäßig bewegt, beugt wirksam Herz- und Gefäßkrankheiten, aber auch Diabetes und Krebserkrankungen wie Darm- oder Brustkrebs vor. Ideal ist Ausdauerbewegung an fünf Tagen die Woche für mindestens 30 Minuten. Zum Beispiel bei einer mäßigen Ausdauerbelastung wie Joggen, schnelles Gehen, Radfahren, Schwimmen, Ergometertraining oder auch Tanzen.

Am besten, man gestaltet auch seinen Alltag so bewegt wie möglich: Fahrrad statt Auto oder E-Roller, Treppe statt Aufzug, im Büro stehend statt sitzend telefonieren und arbeiten.

"Herzpatienten sollten aber ihre Belastbarkeit mit ihrem Arzt besprechen", rät Schwaab. Das gilt auch für Menschen ohne Erkrankung nach längerer Pause ohne sportliche Aktivität. Bewegung schützt nicht nur vor Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), sondern wirkt sich positiv auf andere Körper- und Organfunktionen wie Zellerneuerung, Anregung der Hirnaktivität, Stoffwechselprozesse in Leber und weiteren Organen aus.

2. Höre mit dem Rauchen auf

Mit dem Rauchen aufzuhören oder gar nicht erst anzufangen lohnt sich! Nikotin ist ein starkes Gift für die Gefäße und Rauchen ein Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Arterienverkalkung. Auf den Tabakkonsum gehen hierzulande 120.000 vorzeitige und vermeidbare Todesfälle pro Jahr zurück: verursacht durch Herzinfarkt und Schlaganfall, bösartige Tumoren und chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD).

Mit dem Rauchen aufzuhören ist nach einem Herzinfarkt unverändert die wirksamste Einzelmaßnahme und reduziert das Wiederholungsrisiko für einen weiteren Infarkt um weit über 50 Prozent. Auch das dauerhafte Rauchen von E-Zigaretten kann heute nicht mehr als gesundheitlich unbedenklich eingestuft werden. 

3. Iss gesünder, vermeide Zucker

Herzspezialisten empfehlen die traditionelle Mittelmeerküche. "Die mediterrane Kost setzt auf Obst und Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte, wenig Fleisch, dafür eher Fisch, auf Oliven- und Rapsöl und auf Kräuter anstelle von Salz", bestätigt Prof. Schwaab. Salz bindet Wasser im Körper, was einen Bluthochdruck fördern kann. Speziell der tägliche Konsum von ausreichend Gemüse und Ballaststoffen kann durch den relativ geringen Energiegehalt dazu beitragen, Übergewicht zu vermeiden, das wiederum Bluthochdruck begünstigt.

Zudem schmecken die Gerichte der Mittelmeerküche lecker und sind keineswegs fade. Zu viel Zucker in Lebensmitteln und Getränken erhöht das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes. Deshalb die Devise: Zucker in Getränken vermeiden. Auch in Lebensmitteln, in denen wir Zucker in großen Mengen gar nicht vermuten (Joghurt, Salatsaucen, Ketchup), ist er enthalten. Ein Blick auf die Beschreibung der Zutaten hilft dabei, Zucker aus dem Weg zu gehen.

4. Achte auf dein Gewicht

Zusätzlich zur Bewegung fördert die Mittelmeerküche das schrittweise Abnehmen für ein gesundes Normalgewicht. Auch lohnt es sich, den Alkoholkonsum einzuschränken. Alkohol hat viele Kalorien und kann indirekt über die Zunahme an Gewicht zu hohem Blutdruck führen. Übergewicht ist ein wichtiger und häufiger Auslöser für Bluthochdruck.

Angestrebt werden sollte ein Gewicht mit einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 22 und 25. Beim Taillenumfang sollten Männer weniger als 102 und Frauen weniger als 88 cm anstreben. Das Bauchfett produziert Hormone und entzündungsfördernde Botenstoffe, die sich unter anderem auf den Blutdruck auswirken. "Jedes Kilo und jeder Zentimeter weniger wirken sich günstig auf den Bluthochdruck und den Zucker aus“, sagt Schwaab, der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) ist.

5. Achte auf deinen Blutdruck

Bluthochdruck ist tückisch, weil man ihn zunächst nicht spürt und ihn nicht sieht. Unerkannt und unbehandelt steigt bei Bluthochdruck das Risiko, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine Nierenschädigung zu erleiden, erheblich. Deshalb unbedingt regelmäßig den Blutdruck messen: ab Schuleintritt beim Kinderarzt und später im Rahmen von Einstellungsuntersuchungen im Beruf oder der Routineuntersuchung beim Hausarzt oder Frauenarzt.

Von Bluthochdruck sprechen Ärzte, wenn verschiedene Oberarm-Messungen in der Arztpraxis an unterschiedlichen Tagen Werte von 140 zu 90 mmHg oder höher ergeben. Bei Selbstmessungen für zu Hause gilt eine Obergrenze von 135 zu 85 mmHg. Die Blutdruckwerte in der Praxis dürfen etwas höher sein, weil meist die Patientinnen und Patienten bei der Messung etwas aufgeregt sind ("Weißkittelhochdruck").

Um festzustellen, ob ein erhöhter Blutdruck vorliegt, ist eine sorgfältige Messung erforderlich. Die Werte können in einem Blutdruck-Pass protokolliert werden, um den Verlauf zu dokumentieren.

6. Achte auf deinen Cholesterinspiegel 

Erhöhte Cholesterinspiegel im Blut sind ein wichtiger Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall und Durchblutungsstörungen der Beine (Schaufensterkrankheit, kurz "pAVK").

Hohe LDL-Cholesterinspiegel verursachen Gefäßveränderungen in den Arterien des Herzens (Arteriosklerose), in Hirnarterien und in den Beinarterien mit der Bildung von Ablagerungen in diesen Gefäßen (Plaques). "Das belegen Studien ganz eindeutig seit Jahrzehnten", sagt Schwaab. Zusätzlich konnte in Studien gezeigt werden, dass sich eine medikamentöse Senkung erhöhter Cholesterinwerte günstig auf den Krankheitsverlauf auswirkt.

Zur Infarktvorbeugung trägt eine Untersuchung des Cholesterinspiegels beim regelmäßigen Gesundheits-Check ab 35 Jahren einmal im Jahr beim Hausarzt bei. 

7. Achte auf ausreichend Entspannung im Alltag

Stress bei der Arbeit, in der Familie, in der Beziehung und auch noch in der Freizeit: Nicht Stress allein macht krank, sondern fehlende Entspannung. Bei Stress wappnet sich der Körper sehr gut für die akute Problemsituation: Stresshormone werden ausgeschüttet, der Blutzucker steigt, die Insulinausschüttung nimmt zu, das Herz schlägt schneller und der Blutdruck steigt.

Bei anhaltendem Stress kommen diese Vorgänge jedoch nicht zur Ruhe und der Organismus steht ständig unter Dampf. Das schadet dem gesamten Körper. Die Folge können Entzündungsreaktionen im Körper sein, im schlimmsten Fall Diabetes, Schlaganfall, Arteriosklerose und Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen.

Achten Sie daher auf ein Gleichgewicht zwischen Stress und Entspannung. Sorgen Sie für Inseln der Ruhe in Ihrem Leben. Auch Entspannungstechniken sind sehr hilfreich, etwa progressive Muskelentspannung, Atemgymnastik, Yoga, Qigong oder Tai-Chi.

Den inneren Schweinehund bekämpfen

Für Lebensstiländerungen sind meistens alte gewohnte Strukturen im eigenen Leben aufzubrechen. "Das ist in der Regel schwierig", sagt Schwaab und empfiehlt: "Oftmals ist es hilfreich, in sein Lebensumfeld feste Ankerpunkte einzurichten: die regelmäßige Lauf-, Walker- oder Herzgruppe im Verein, das mehrmalige gemeinsame Kochen mit der Familie oder mit Freunden zu Hause und für Raucher der Austausch mit Ex-Rauchern in der Selbsthilfegruppe."


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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