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Wann es sinnvoll ist, auf Weizenmehl zu verzichten

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 06.07.2022Lesedauer: 3 Min.
Bei Menschen mit empfindlichem Magen oder einer Getreideallergie kann das in Weizenmehlprodukten enthaltene Gluten Beschwerden hervorrufen.
Bei Menschen mit empfindlichem Magen oder einer Getreideallergie kann das in Weizenmehlprodukten enthaltene Gluten Beschwerden hervorrufen. (Quelle: grinvalds/getty-images-bilder)
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Weizenmehl ist nicht unumstritten. Viele Menschen vertragen die Getreideart nicht. Bei der chronischen Darmkrankheit Zöliakie beispielsweise reagiert das Immunsystem auf das enthaltene Gluten mit Abwehr. Ebenso ist Weizen für Menschen mit einer Weizenallergie problematisch.

Mit Weizenunverträglichkeit wird auch das Reizdarmsyndrom immer wieder in Zusammenhang gebracht. Betroffene leiden unter Beschwerden wie krampfartige Bauchschmerzen, Völlegefühl oder Blähungen. Wie gefährlich Weizen wirklich für die Gesundheit ist und wer auf Weizen verzichten sollte.


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Was ist Zöliakie?

Zöliakie, auch glutensensitive Enteropathie oder Glutenunverträglichkeit genannt, ist eine chronische Darmkrankheit. Angaben der Deutschen Zöliakie Gesellschaft e. V. zufolge ist etwa ein Prozent der Bevölkerung betroffen. Bei Zöliakie-Betroffenen wird nach dem Verzehr von Gluten eine entzündliche Immunreaktion im Dünndarm ausgelöst, die zu einer Rückbildung der Darmschleimhaut und somit zu Bauchweh, Durchfall, Erschöpfung und letztlich Nährstoffmangel führt.

Bei entsprechender genetischer Voraussetzung stuft der Körper die Eiweiße fälschlicherweise als "feindlich" ein und bekämpft sie – und mit ihnen auch körpereigene Strukturen. Da Gluten auch in Dinkel, Roggen, Gerste, Einkorn, Emmer und Kamut enthalten ist, sind diese Getreidesorten für Betroffene ebenfalls tabu. Zöliakie gilt als Autoimmunerkrankung und nicht als Allergie.

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Was ist eine Weizenallergie?

Bei der Weizenallergie kann das Getreide schwere bis lebensbedrohliche allergische Sofortreaktionen hervorrufen. Angaben der European Centre for Allergy Research Foundation (Stiftung ECARF) zufolge kann die allergische Reaktion sowohl beim Verzehr von Weizen auftreten als auch beim Einatmen von Weizenmehl-Staub. Das sogenannte Bäckerasthma ist eine der häufigsten berufsbedingten Atemwegserkrankungen. Ist der Magen-Darm-Trakt betroffen, kommt es unter anderem zu Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Erbrechen.

Auch die Haut kann Juckreiz, Rötung und Ausschlag zeigen. Im schlimmsten – aber extrem seltenen – Fall kommt es zum anaphylaktischen Schock mit Atemnot und Kreislaufstillstand. Auslöser können verschiedene im Weizen enthaltene Proteine sein. Einige gehören zur Gruppe der Weizenalbumine und -globuline, andere zur Fraktion des Glutens.

Was ist ein Reizdarm?

"Das Reizdarmsyndrom ist weltweit eine der häufigsten chronischen Erkrankungen. In Deutschland wird die Prävalenz auf 12 Prozent geschätzt. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer", sagt Diplom-Oecothrophologin Silke Restemeyer vom Referat Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE).

"Betroffene mit einem Reizdarmsyndrom können eventuell verschiedene Weizeneiweiße, darunter Gluten und Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs) sowie enthaltene schnell vergärende Kohlenhydrate (FODMAPs) nicht gut vertragen. Es können beispielsweise Blähungen und Verstopfung auftreten."

Ist Gluten gefährlich?

Problematisch in Weizen und anderen Getreidesorten ist das Klebereiweiß Gluten. Gluten ist ein Gemisch aus 90 Prozent Proteinen, 8 Prozent Fetten und 2 Prozent Kohlenhydraten. Bei Kontakt mit Wasser quillt es auf und wird zäh und dehnbar. Dadurch "halten" die Backwaren so gut zusammen.

"Ernährungsphysiologisch ist Gluten in der Regel völlig unbedenklich. Jedoch können bei Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit, einer Weizenallergie oder auch einem Reizdarmsyndrom durch glutenhaltige Lebensmittel Beschwerden hervorgerufen werden.

Dann sollte beziehungsweise muss man auf Weizen verzichten", sagt Restemeyer. "Wenn keine Unverträglichkeit vorliegt, macht Weizen allein den Magen und Darm nicht krank. Im Gegenteil: Das Getreide gilt sogar als gut bekömmlich, gerade bei Menschen mit empfindlichem Magen."

(Quelle: Privat)


Diplom-Oecothrophologin Silke Restemeyer arbeitet im Referat Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE).

Wer Weizen verträgt, muss nicht verzichten

Laut der Expertin müssen Menschen, die Weizen und andere glutenhaltige Getreidesorten vertragen, nicht verzichten. Weizen sei nicht per se ungesund. Im Gegenteil: Insbesondere Vollkornprodukte haben einen hohen Ballaststoffanteil und helfen, ernährungsmitbedingte Krankheiten vorzubeugen.

Zudem sind Getreidesorten wie Weizen, Roggen und Gerste wichtige Lieferanten für einige B-Vitamine, unter anderem B1 und B2, Folat und Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Magnesium.

"Wahrscheinlich ist der Weizen aus dem Grund in Verruf geraten, weil seit einigen Jahren glutenfreie Lebensmittel stark im Trend sind und gesundheitliche Vorteile suggerieren. Weizen in seiner natürlichen Form ist nicht gesünder oder weniger gesund als andere Getreidesorten. Ob eine Ernährung ausgewogen ist, hängt von vielen Faktoren ab – nicht allein vom Weizen."

Ich glaube, ich vertrage Weizen nicht. Was jetzt?

Hinweise, dass Weizen, aber auch andere glutenhaltige Getreidesorten, nicht vertragen werden, sind Symptome wie Bauchbeschwerden, allgemeine Verdauungsstörungen, Übelkeit, Blähungen und/oder Durchfall im Zusammenhang mit dem Verzehr.

"Möglich sind auch Symptome wie Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Depressionen, Mangelerscheinungen, Kopfschmerzen, unklare leichte Leberwerterhöhungen oder Schilddrüsenfunktionsstörungen", erklärt die Ernährungsexpertin. "Wer Magen-Darm-Beschwerden hat oder als Ursache bestimmter Symptome Weizen vermutet, sollte einen Facharzt aufsuchen, etwa einen Allergologen oder einen Gastroenterologen."

Die Ernährungsexpertin empfiehlt, Lebensmittel nur dann zu meiden, wenn ihr Verzehr regelmäßig Beschwerden hervorruft und ihr Verzicht zu einer Besserung der Beschwerden führt. Lebensmittel aus bloßem Verdacht vom Speiseplan zu streichen, schränke die Lebensmittelauswahl unnötig ein und könne eine Fehl- und Mangelernährung begünstigen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Geraldine Nagel
Von Wiebke Posmyk
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