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Russland | Alexej Nawalny nach wochenlanger Suche wieder aufgetaucht


Nach wochenlanger Suche
Kremlkritiker Nawalny wieder aufgetaucht

Von t-online, dpa, reuters, sic

Aktualisiert am 25.12.2023Lesedauer: 2 Min.
Alexej NawalnyVergrößern des BildesNach wochenlanger Sucher wieder aufgetaucht: Alexej Nawalny nimmt an einem Gerichtsprozess teil (Archivbild). (Quelle: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa/dpa)
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Mehr als zwei Wochen lang galt der inhaftierte Kremlkritiker Alexej Nawalny als verschwunden. Nun hat sein Team wieder Kontakt mit ihm.

Der seit mehr als zwei Wochen gesuchte Kremlgegner Alexej Nawalny ist wieder aufgetaucht. Er sei in das Straflager IK-3 in Charp im Norden Russlands im Automonen Kreis der Jamal-Nenzen verlegt worden, teilte Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch am Montag im Nachrichtendienst X (vormals Twitter) mit. Das neue Straflager liegt mehr als 2.000 Kilometer von Moskau entfernt.

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"Wir haben Alexej gefunden", teilte sein Mitarbeiter Iwan Schdanow mit. Er sei im Straflager "Polarwolf", in einer der nördlichsten und entlegensten Kolonien überhaupt. "Die Bedingungen dort sind brutal", sagte Schdanow. Dort herrsche auch Dauerfrost. Es sei sehr schwer, dorthin zu gelangen; es würden keine Briefe in das Lager zugestellt. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass Moskaus Machtapparat den Gegner von Kremlchef Wladimir Putin vor der Präsidentenwahl am 17. März isolieren wolle. "Sein Aufenthaltsort wurde geheim gehalten", kritisierte Schdanow.

Ehefrau: "Kein Weihnachtswunder"

Vor mehr als zwei Wochen hatten Anwälte zum letzten Mal Kontakt zu dem Kremlkritiker in einem Straflager im Gebiet Wladimir östlich von Moskau. Seitdem fehlte jede Spur von Nawalny, der international als politischer Gefangener eingestuft ist. Von den russischen Behörden verlautete nur, dass er nicht mehr in dem Lager sei.

"Obwohl heute auch Weihnachten ist, ist die Tatsache, dass wir Alexej an diesem Tag gefunden haben, kein Weihnachtswunder, sondern die gewaltige und akribische Arbeit der Juristen des Anti-Korruptions-Fonds", teilte Julia Nawalnaja, die Ehefrau des Oppositionellen, bei Instagram mit. Sie veröffentlichte dazu ein älteres Selfie von sich mit ihrem Mann aus glücklichen Tagen.

Fürchtet der Kreml Einmischung in die anstehenden Wahlen?

Nawalnys Team hatte zwischenzeitlich sogar Belohnungen für Hinweise über dessen Verbleib in Aussicht gestellt. "Wir haben eine Belohnung ausgesprochen für jeden, der uns verlässliche Informationen geben kann", sagte Jarmysch in einem Interview mit dem Nachrichtenportal ZDFheute.

Als Grund für die Verschleppung des Oppositionspolitikers sieht sein Team die nahende Präsidentenwahl in Russland, bei der Staatschef Wladimir Putin sich bestätigen lassen will. "Der Kreml wollte nicht, dass Alexej in dieser Zeit irgendwelche Statements abgibt. Deswegen bin ich mir sicher, dass Putin den Befehl gegeben hat, Alexej irgendwohin zu transportieren", sagte Jarmysch. Die USA und andere Länder fordern von Russland Aufklärung über Nawalnys Verbleib.

Im August war Nawalny zu weiteren 19 Jahren Haft verurteilt worden, zusätzlich zu den elfeinhalb Jahren, die er gerade absitzt. Nawalny wurde unter anderem wegen Extremismus verurteilt. Seine politische Bewegung wurde verboten, enge Mitarbeiter wurden inhaftiert oder flohen ins Ausland. Nawalny weist alle Vorwürfe als politisch motiviert zurück: Sie zielten darauf ab, seine Kritik an Präsident Wladimir Putin zum Schweigen zu bringen. Nawalny ist die bekannteste Figur in der zersplitterten Opposition Russlands.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa und Reuters
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