Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Keine Anzeichen f├╝r Entspannung vor Ukraine-Krisentreffen

Von dpa
Aktualisiert am 20.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Bundesau├čenministerin Annalena Baerbock und ihr us-amerikanischer Amtskollege Antony Blinken.
Bundesau├čenministerin Annalena Baerbock und ihr us-amerikanischer Amtskollege Antony Blinken. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Berlin/Washington/Moskau (dpa) - Vor dem Krisentreffen der USA und Russlands zum Ukraine-Konflikt gibt es keine Anzeichen f├╝r eine Entspannung der bedrohlichen Lage.

Im Gegenteil: US-Au├čenminister Antony Blinken und die deutsche Chefdiplomatin Annalena Baerbock drohten Moskau am Donnerstag nach Abstimmung mit den Verb├╝ndeten Frankreich und Gro├čbritannien erneut mit weitreichenden Konsequenzen bei einem Einmarsch in die Ukraine. Russland k├╝ndigte unterdessen gro├č angelegte Man├Âver im Mittelmeer, im Atlantik und in der Nordsee mit mehr als 140 Kriegsschiffen und ├╝ber 10.000 Soldaten f├╝r die n├Ąchsten Wochen an. Am Freitag trifft sich Blinken mit dem russischen Au├čenminister Sergej Lawrow in Genf.

F├╝r zus├Ątzliche Verunsicherung sorgte US-Pr├Ąsident Joe Biden mit einer ├äu├čerung, nach der die Reaktion auf das Einsickern einer kleineren Zahl von russischen Kr├Ąften in die Ukraine anders ausfallen k├Ânnte, als die auf einen gro├čangelegten Angriff. Er sagte auf einer Pressekonferenz im Wei├čen Haus: "Es ist eine Sache, wenn es sich um ein geringf├╝giges Eindringen handelt. Aber wenn sie tats├Ąchlich das tun, wozu sie mit den an der Grenze zusammengezogenen Streitkr├Ąften in der Lage sind, dann wird das f├╝r Russland eine Katastrophe werden."

Selenskyj irritiert nach Biden-├äu├čerung

Der ukrainische Pr├Ąsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich auf Twitter irritiert: "Wir m├Âchten die gro├čen Staaten/Gro├čm├Ąchte daran erinnern, dass es keine unbedeutenden Aggressionen und auch keine kleinen V├Âlker gibt. So wie es auch keine unbedeutenden Opfer und kleines Leid beim Verlust von Nahestehenden gibt."

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Deutschland hat sich in eine gef├Ąhrliche Lage man├Âvriert
Wladimir Putin 2012 im Kanzleramt in Berlin.


Biden bem├╝hte sich am Donnerstag um Schadensbegrenzung und stellte klar, dass jeder Grenz├╝bertritt russischer Truppen in die Ukraine als Einmarsch zu werten sei. "Jegliche versammelten russischen Einheiten, die sich ├╝ber die ukrainische Grenze bewegen - das ist eine Invasion", sagte Biden. Blinken sagte in Berlin, jeder Grenz├╝bertritt russischer Streitkr├Ąfte werde zu einer "raschen und harten gemeinsamen Antwort" der USA und ihrer Verb├╝ndeten f├╝hren.

Nato-Generalsekret├Ąr Jens Stoltenberg unterstrich nach Bidens ├äu├čerungen die Geschlossenheit des B├╝ndnisses. "Die Vereinigten Staaten haben zusammen mit allen anderen Nato-Verb├╝ndeten eine sehr klare Botschaft ├╝bermittelt, dass wir in keiner Weise eine weitere Anwendung milit├Ąrischer Gewalt gegen die Ukraine akzeptieren werden", sagte er dem US-Sender CNN. "Und die Vereinigten Staaten sind f├╝hrend in den Bem├╝hungen, alle Nato-Verb├╝ndeten in unserer Reaktion auf die aggressiven Aktionen Russlands gegen die Ukraine zu koordinieren."

Blinken warnt vor "Krise mit weltweiten Folgen"

Blinken hatte am Mittwoch Gespr├Ąche in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gef├╝hrt und war danach weiter nach Berlin gereist, um mit den wichtigsten europ├Ąischen Verb├╝ndeten zu sprechen. Seine Europareise ist ein weiterer Versuch, die brenzlige Situation zwischen Russland und dem Westen zu entsch├Ąrfen. Die USA und die Nato kritisieren einen Truppenaufmarsch mit rund 100.000 russischen Soldaten an der Grenze zur Ukraine. Moskau verweist darauf, dass es sich um eigene Truppen auf eigenem Staatsgebiet handele.

In Berlin warnte Blinken vor einer "Krise mit weltweiten Folgen" und vor hohen Opferzahlen bei einem russischen Einmarsch: "Die menschlichen Kosten eines erneuten Angriffs Russlands w├Ąren um viele Gr├Â├čenordnungen h├Âher als das, was wir bislang gesehen haben." Im Kern gehe es in dem Konflikt "um Russlands Ablehnung eines geeinten, freien und friedlichen Europas nach dem Kalten Krieg". Die USA, Deutschland und die westlichen Verb├╝ndeten st├╝nden in dem Konflikt geschlossen gegen Aggressionen Russlands.

Baerbock bangt um europ├Ąische Friedensordnung

Baerbock rief Russland zur Deeskalation auf. "Wir sind uns einig: Der einzige Weg aus der Krise ist ein politischer Weg. Und dieser Weg f├╝hrt nur ├╝ber den Dialog", sagte die Gr├╝nen-Politikerin. "Jede weitere aggressive Haltung, jede weitere Aggressivit├Ąt w├╝rde gravierende Konsequenzen nach sich ziehen", warnte Baerbock. In der Sache gehe es um nichts weniger als den Erhalt der europ├Ąischen Friedensordnung. "Sie ist f├╝r uns existenziell. Deshalb haben wir keine andere Wahl, als konsequent f├╝r sie einzutreten und sie mit einem Schutzschild zu besch├╝tzen."

Die Bundesregierung hatte in den vergangenen Tagen klar gemacht, dass bei einem russischen Einmarsch in die Ukraine alle Optionen auf dem Tisch liegen - auch Konsequenzen f├╝r die Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist nach langer Zur├╝ckhaltung auf diese Linie eingeschwenkt und hat seine Tonlage versch├Ąrft. Auch er droht Russland nun wie Baerbock (Gr├╝ne) mit "hohen Kosten" bei einem Einmarsch in die Ukraine.

Den USA kommt das entgegen. "Es ist auch erw├Ąhnenswert, dass noch kein Gas durch Nord Stream flie├čt, was bedeutet, dass die Pipeline ein Druckmittel f├╝r Deutschland, die Vereinigten Staaten und unsere Verb├╝ndeten ist, nicht f├╝r Russland", sagte Blinken. Die USA lehnen die Pipeline seit Langem ab, weil sie eine zu gro├če Abh├Ąngigkeit Europas von russischem Gas bef├╝rchten.

Russland plant Man├Âver

Das russische Verteidigungsministerium plant der Agentur Interfax zufolge bis Ende Februar Marine-Man├Âver, an denen auch mehr als 60 Flugzeuge beteiligt sein sollen. "Die ├ťbungen erstrecken sich auf die an das russische Hoheitsgebiet angrenzenden Meere sowie auf operativ wichtige Gebiete der Weltmeere", teilte das Ministerium mit. Neben der Nordsee wurden noch das Ochotskische Meer in der Arktis und n├Ârdliche Gebiete des Atlantiks genannt. Ziel seien Trainings zum Schutz nationaler Interessen Russlands in den Weltmeeren und die Abwehr milit├Ąrischer Bedrohungen.

Der Westen kritisiert solche Man├Âver. Russland h├Ąlt den USA und Gro├čbritannien im Gegenzug vor, der Ukraine Milit├Ąrhilfe zu leisten. Das russische Au├čenministerium nennt das eine "Provokation".

Blinken wies die Vorw├╝rfe zur├╝ck. "Die Vorstellung, dass die Bereitstellung von milit├Ąrischer Verteidigungsausr├╝stung f├╝r die Ukraine durch die Vereinigten Staaten, durch europ├Ąische L├Ąnder und durch die Nato irgendwie eine Provokation oder ein Grund f├╝r Russlands Handlungen ist, stellt die Welt auf den Kopf", sagte er. Mit der milit├Ąrischen Unterst├╝tzung solle die Ukraine in die Lage versetzt werden, sich selbst zu verteidigen. Deutschland hat Waffenlieferungen an die Ukraine allerdings eine klare Absage erteilt.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • David Schafbuch
Von David Schafbuch
Annalena BaerbockDeutschlandEuropaGro├čbritannienJoe BidenMittelmeerMoskauNatoNordseeRusslandSergej LawrowTwitterUSAUkraineWolodymyr Selenskyj
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website