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So geht es Dänemark und England nach dem Freedom Day

  • David Schafbuch
Von David Schafbuch

Aktualisiert am 11.02.2022Lesedauer: 4 Min.
Konzert in Kopenhagen: In Dänemark wurden Anfang des Monats fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben.
Konzert in Kopenhagen: In Dänemark wurden Anfang des Monats fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. (Quelle: imago-images-bilder)
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Beide Länder haben ihre Corona-Regeln weitestgehend aufgehoben: Die Entwicklungen in England und Dänemark wirken auf den ersten Blick vielversprechend. Doch es gibt auch Zweifel.

Dänemark und England hatten ihn bereits zweimal, Schweden feierte am Mittwoch zum ersten Mal seinen Freedom Day: In allen drei Ländern gelten so gut wie keine Corona-Einschränkungen mehr. Auch in Deutschland werden die Rufe danach lauter. FDP-Fraktionschef Christian Dürr forderte zuletzt mehrfach, die Maßnahmen zum 19. März auslaufen zu lassen. Auch die SPD-geführten Bundesländern wollen nach Informationen von "Welt" sich bereits bei der Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche für weitreichende Lockerungen einsetzen.

Doch wie hat sich die Pandemie in den beiden Ländern nach dem Ende der Regeln entwickelt? Ein Überblick:

Dänemark – Impfen als "Superwaffe"

In Deutschlands nördlichstem Nachbar wurden bereits zum zweiten Mal nach dem vergangenen September die Coronaregeln aufgehoben. Das Gesundheitsministerium stellte eine "Entkopplung von Infektionsraten und Krankenhausaufenthalten" Ende Januar fest. Aus diesem Grund entschied die Regierung, Covid-19 nicht mehr als "gesellschaftskritische Krankheit" zu kennzeichnen und nahezu alle Beschränkungen in dem Land aufzuheben.

Seit Februar gelten daher statt festen Regeln nur noch Empfehlungen zum Umgang mit dem Virus. Krankenhäusern oder Pflegeheimen wird etwa geraten, weiter Impfnachweise zu kontrollieren und nicht auf Masken zu verzichten. Auch die Testpflicht an Flughäfen ist für Einreisende, die vollständig geimpft oder genesen sind, aufgehoben. Lediglich das Tragen von Masken ist an den Flughäfen noch vorgeschrieben. Sperrstunden, Abstands- oder Maskenvorgaben in Restaurants, Diskotheken oder Sportveranstaltungen haben stattdessen ausgedient.

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Infektionszahlen gehen zurück

Dabei kann das Land alles andere als sinkende Infektionszahlen vorweisen: Schon seit dem vergangenen Herbst steckten sich immer mehr Dänen mit dem Virus an. Den vorläufigen Höhepunkt erreicht die Pandemie in dem Land kurioserweise genau einen Tag vor dem Freedom Day, als die 7-Tage-Inzidenz auf 5.445 kletterte. Daraufhin ging die Inzidenz für einige Tage leicht zurück, zuletzt näherte sie sich allerdings wieder dem Rekordwert.

Daran könnte auch die Omikron-Subvariante BA.2 ihren Anteil haben, die in dem Land bereits die dominante Virusmutation ist. Die Gesundheitseinrichtung "Statens Serum Institut" – vergleichbar mit dem deutschen Robert Koch-Institut – geht in einer jüngsten Analyse davon aus, dass die Variante zu etwa 30 Prozent ansteckender sei als die bisher bekannte Omikronvariante BA.1. Ab Mitte des Monats soll die neue Mutation wohl für nahezu alle Infektionen verantwortlich sein.

Modellierer spricht von Kapitulation

Panik ist deshalb allerdings nicht ausgebrochen. In dem Bericht heißt es, dass sinkende Infektionszahlen noch in diesem Monat zu erwarten sind. Darüber hinaus hat Dänemark mit mehr als 81 Prozent vollständig geimpfter Personen eine der höchsten Impfquoten Europas. Die guten Impfzahlen seien eine "Superwaffe", hieß es zuletzt von der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen.

Mette Frederiksen: Die dänische Ministerpräsidenten lobt die hohe Impfquote in ihrem Land.
Mette Frederiksen: Die dänische Ministerpräsidenten lobt die hohe Impfquote in ihrem Land. (Quelle: Francis Joseph Dean/imago-images-bilder)

Trotz der vielen Geimpften müssen allerdings immer mehr Covid-Patienten wieder in Krankenhäuser eingeliefert werden. Bei den Intensivpatienten schlagen sich die steigenden Zahlen allerdings kaum nieder: Landesweit befinden sich aktuell gerade einmal 39 Menschen in Intensivbehandlung, von denen 15 beatmet werden müssen.

Ist Dänemark also ein Musterbeispiel für das Corona-Management? Der Modellierer Kristan Schneider sieht das völlig anders. Im Gespräch mit t-online sagte Schneider, das Land habe sich mit den Öffnungen nicht aus der Pandemie befreit, sondern vor ihr kapituliert. Laut seinen Berechnungen hat die Regierung die Maßnahmen aufgehoben, weil ansonsten zu viele Leute gleichzeitig aktuell isoliert werden müssten: "Dänemark hat den Punkt erreicht, an dem die Pandemie aus dem Ruder gelaufen ist." Mehr dazu lesen Sie hier.

England – Argwöhnische Nachbarn

Noch früher als Dänemark begann der britische Premier Boris Johnson, die Coronaregeln für England aufzuheben. Seit dem 27. Januar sind die Maskenpflicht sowie Beschränkungen für die Gastronomie oder die Kontrolle von Impfnachweisen abgeschafft worden. Auch in England ist es bereits der zweite Freedom Day: Johnson hatte bereits Ende Juli im vergangenen Jahr die Corona-Regeln zum ersten Mal komplett aufgehoben.

Boris Johnson: Der britische Premier hob am 27. Januar fast alle Corona-Maßnahmen für England auf.
Boris Johnson: Der britische Premier hob am 27. Januar fast alle Corona-Maßnahmen für England auf. (Quelle: Daniel Leal/dpa-bilder)

Anders als in Dänemark hatte England den Omikron-Höhepunkt bereits um die Jahreswende mit rund 162.000 gemeldeten Infektionen am Neujahrstag. Der Abwärtstrend wurde durch das Ende der Corona-Regeln bislang nicht gestoppt: Am Donnerstag meldete das Land nur noch rund 54.000 neue Fälle – und damit mehr als viermal weniger als am Freitag in Deutschland.

Gleiches gilt auch bei der Hospitalisierung: Mussten um die Jahreswende noch fast 800 Menschen in England künstlich beatmet werden, sind es aktuell nur noch etwa halb so viele. Dabei kann die englische Impfquote mit der dänischen nicht mithalten: Mit etwa 73 Prozent liegt das Land auf einem ähnlichen Niveau wie in Deutschland.

Lockerungen als Ablenkungsmanöver?

Trotz der grundsätzlich positiven Entwicklung glauben viele Beobachter, Johnsons aktueller Corona-Kurs sei weniger von wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern eher von politischem Kalkül geprägt. Der Premier steht seit Monaten unter massivem Druck, weil ihm und seinen Mitarbeitern mehrfach nachgewiesen wurde, in Lockdown-Zeiten mit Partys gegen Corona-Maßnahmen verstoßen zu haben. Johnson hatte Englands zweiten Freedom Day zusammen mit mehreren populistischen Maßnahmen ins Auge gefasst, um die Bevölkerung und seine Partei zu besänftigen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ähnlich scheinen das auch die anderen Länder in Großbritannien zu sehen. Wales, Nordirland und Schottland bestimmen ihre Corona-Maßnahmen selbstständig und gingen bei ihren Lockerungen deutlich vorsichtiger vor. In Wales sind aktuell etwa weitere Lockerungen angekündigt, die Maskenpflicht in Geschäften oder in öffentlichen Verkehrsmitteln soll allerdings weiter gelten.

Der walisische Wirtschaftsminister Vaughan Gething sagte am Freitag im BBC-Interview, Johnsons Strategie scheine nicht auf wissenschaftlichem Rat zu basieren – anders als in seinem Land. Das zeigt sich etwa an der Inzidenz, die dort mit 439 nur etwa halb so hoch ist wie in England. Auch die 200 bis 300 täglichen Covid-Todesfälle scheinen Johnson nicht von seinem Kurs abzubringen. Ende des Monats plant der Premier, auch die Quarantänepflicht für Infizierte abzuschaffen.

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