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USA: "Moskwa"-Verlust hat Konsequenzen fĂŒr russische Marine

Von dpa, pdi

Aktualisiert am 15.04.2022Lesedauer: 5 Min.
Istanbul: Der russische Lenkwaffenkreuzer "Moskwa" fÀhrt durch den Bosporus ins Mittelmeer.
Schwarzes Meer: Putins Flaggschiff "Moskwa" ist untergegangen. (Quelle: Glomex)
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Getroffen und versenkt? Nur ein Brand an Bord und dann bei Sturm gesunken? Mit dem Raketenkreuzer "Moskwa" ist der Stolz der Schwarzmeerflotte gesunken. Vieles ist unklar, doch Russland gesteht den Verlust jetzt ein.

Russland muss in seinem Krieg gegen die Ukraine kĂŒnftig auf seinen wichtigsten Raketenkreuzer im Schwarzen Meer verzichten: Die "Moskwa" ist gesunken. Das teilte am Donnerstagabend das Verteidigungsministerium in Moskau mit. WĂ€hrend das Schiff abgeschleppt worden sei, habe es bei starkem Seegang seine "StabilitĂ€t" verloren und sei gesunken.


Ukraine-Krieg: Die Chronologie des Konflikts

Dezember 2013: Hunderttausende Ukrainer protestieren in der Hauptstadt Kiew gegen den prorussischen PrÀsidenten Viktor Janukowitsch, weil seine Regierung das Partnerschaftsabkommen mit der EU kippte. Der UnabhÀngigkeitsplatz (Maidan) wird zum Symbol.
Februar 2014: Viktor Janukowitsch flieht nach Russland. Moskau besetzt militÀrisch die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim.
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Was war passiert? Um 1:05 Uhr Ortszeit in der Nacht zum Donnerstag morste die "Moskwa" SOS: Das Schiff sei nach einer Explosion im Munitionslager schwer beschĂ€digt, die Crew evakuiert, heißt es im Funkspruch. Die Ursachen wĂŒrden untersucht. Auch Kremlchef Wladimir Putin wird ĂŒber den Vorfall informiert. Die Ukraine behauptet, den Kreuzer mit zwei Raketen getroffen und versenkt zu haben. Aber unklar bleibt, was genau passiert ist.

Im morgendlichen Briefing verliert der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, kein Wort darĂŒber. Er ist traditionell fĂŒr frohe Botschaften bei der Schlacht gegen die Ukraine zustĂ€ndig. Die ukrainischen Offiziellen zĂŒnden derweil ein Feuerwerk an Erfolgsmeldungen.

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Pentagon: Ursache noch nicht geklÀrt

Das US-Verteidigungsministerium hielt sich betont zurĂŒck mit einer EinschĂ€tzung zur Ursache fĂŒr den Brand auf der "Moskwa". Ein hochrangiger Verteidigungsbeamter sagte, bislang lasse sich nicht mit Klarheit sagen, was den Schaden auf dem Raketenkreuzer verursacht habe. Man gehe davon aus, dass sich das Schiff 60 bis 65 nautische Meilen sĂŒdlich der ukrainischen Stadt Odessa befunden habe, als es zu einer Explosion gekommen sei. "Im Moment können wir nicht definitiv sagen, was diese Explosion und das anschließende Feuer verursacht hat." Es könne auf einen Raketenangriff zurĂŒckzufĂŒhren sein, es könne aber auch andere GrĂŒnde geben.

Auf diesem Archivbild liegt die "Moskwa" im Hafen von Sewastopol: Nun wurde der Lenkwaffenkreuzer im Ukraine-Krieg schwer beschÀdigt.
Auf diesem Archivbild liegt die "Moskwa" im Hafen von Sewastopol: Nun wurde der Lenkwaffenkreuzer im Ukraine-Krieg schwer beschÀdigt. (Quelle: Uncredited/Maxar Technologies/AP/dpa/dpa-bilder)

Die Gefahr von BrĂ€nden und Explosionen auf derartigen Schiffen sei generell groß, da diese brennbares und explosives Material an Bord hĂ€tten, betonte er. Daher gelte es, vorsichtig zu sein mit Schlussfolgerungen. Nach US-Erkenntnissen seien mehrere andere russische Schiffe, die zuvor in der NĂ€he der "Moskwa" im nördlichen Schwarzen Meer im Einsatz gewesen seien, weiter nach SĂŒden verlegt worden.

CNN berichtete am Donnerstagabend mit Verweis auf Geheimdienstinformanten, dass die USA einen Raketenangriff fĂŒr möglich hielten. Allerdings wolle man noch Beweise abwarten. "Wir sind nicht in der Lage, unabhĂ€ngig offiziell zu bestĂ€tigen, was genau zum Untergang des Schiffes gefĂŒhrt hat", sagte Pentagon-Pressesprecher John Kirby am Donnerstag zu CNN. "Aber wir sind auch nicht in der Lage, die ukrainische Seite davon zu widerlegen. Es ist sicherlich plausibel und möglich, dass sie dies tatsĂ€chlich mit einer Neptun-Rakete oder vielleicht mehr getroffen haben."

USA: Kreuzer spielte "SchlĂŒsselrolle" im Schwarzen Meer

Kirby sagte, der Untergang der "Moskwa" werde "Konsequenzen" fĂŒr die EinsatzfĂ€higkeit der russischen Marine in der Region haben. Der mit Raketen ausgerĂŒstete Kreuzer habe eine "SchlĂŒsselrolle" in den BemĂŒhungen Russlands gespielt, eine "Dominanz seiner Marine im Schwarzen Meer" herzustellen, sagte Kirby dem US-Sender CNN.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj spielte in einer Videoansprache am frĂŒhen Morgen auf das gesunkene russische Kriegsschiff "Moskwa" an und pries all jene "die gezeigt haben, dass russische Schiffe....auf den Grund gehen können." Allerdings ging er nicht explizit darauf ein, ob es eine ukrainische Rakete war, die das Schiff getroffen hat.

Psychologischer Erfolg fĂŒr die Ukraine

Laut dem Chef der Gebietsverwaltung von Odessa, Maxym Martschenko, ist der russische Kreuzer von zwei ukrainischen Schiffsraketen des Typs "Neptun" getroffen und schwer beschĂ€digt worden. Doch die Angaben sind widersprĂŒchlich. Einmal heißt es, das Schiff sei vor der von Russland eroberten Schlangeninsel getroffen worden, ein anderes Mal soll es in der Bucht von Sewastopol auf der annektierten Halbinsel Krim getroffen worden sein.

Das Sinken des Schiffes ist fĂŒr die Ukraine ein psychologischer Erfolg, handelt es sich bei der "Moskwa" doch um den Kreuzer, der Ende Februar an der Eroberung der Schlangeninsel knapp 35 Kilometer östlich der DonaumĂŒndung beteiligt gewesen sein soll. Die Besatzung des Kreuzers soll ukrainische Soldaten zur Kapitulation aufgefordert haben, der ukrainische Marineinfanterist Roman Hrybow aber soll geantwortet haben: "Russisches Kriegsschiff, verpiss dich!" Inzwischen ist dieser Spruch zu einem geflĂŒgelten Wort in der Ukraine geworden.

Die russische MilitĂ€rfĂŒhrung dementierte zunĂ€chst die Versenkung, rĂ€umte aber schwere SchĂ€den ein. Am Donnerstagnachmittag hatte es noch geheißen, der Brand sei eingedĂ€mmt worden, die "Moskwa" weiter seetĂŒchtig und die Raketendecks unbeschĂ€digt. Am Abend bestĂ€tigte Moskau aber den Untergang.

Wichtiges Kriegsschiff fĂŒr Russland

In jedem Fall wiegt der Verlust fĂŒr die russischen StreitkrĂ€fte schwer: Die 1979 zu Wasser gelassene und 1983 in Dienst gestellte "Moskwa" ist das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte und mehr als 180 Meter lang. Rund 500 Soldaten sollen auf ihr dienen. Zudem ist der Kreuzer erst vor wenigen Jahren runderneuert worden und verfĂŒgt ĂŒber eine gewaltige Feuerkraft und eigentlich auch modernste Luft- und Raketenabwehrsysteme. Unklar ist, ob das Schiff geborgen und dann repariert werden kann.

Der Verlust der "Moskwa" wĂ€re ein schwerer Verlust fĂŒr die russische Marine.
Der Verlust der "Moskwa" wĂ€re ein schwerer Verlust fĂŒr die russische Marine. (Quelle: dpa-bilder)

FĂŒr die russische Marine ist ein solches Kriegsschiff in der jetzigen Lage enorm wichtig. In allen SeestreitkrĂ€ften werden die AblĂ€ufe bei möglichen Treffern oder auch bei UnglĂŒcken an Bord genau geĂŒbt. Dabei gilt: Das "Ă€ußere Gefecht" ist der Kampf mit Waffensystemen des Schiffes gegen den Gegner. Das "innere Gefecht" gilt dem Umgang mit Treffern im eigenen Schiff, wenn WassereinbrĂŒche eingedĂ€mmt und Feuer gelöscht werden mĂŒssen. Wird evakuiert, gibt die Besatzung das Schiff auf.

Es ist das zweite grĂ¶ĂŸere russische Schiff, das im Ukraine-Krieg außer Gefecht gesetzt wurde. Vor knapp drei Wochen war ein Landungsschiff der russischen Kriegsmarine im Hafen der besetzten sĂŒdukrainischen Stadt Berdjansk durch einen Raketenangriff versenkt worden.

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"Das stellt ihre Kompetenz infrage"

FĂŒr die weitere KriegsfĂŒhrung der Russen bedeutet der Verlust der "Moskwa" durchaus Probleme. Denn der russischen Flotte geht nicht nur jede Menge Feuerkraft verloren. Ihre Kriegsschiffe, die bislang in ukrainischen GewĂ€ssern navigierten und von dort Landziele unter Beschuss nahmen, mĂŒssen sich zudem darauf einstellen, zunehmend zum Ziel von KĂŒstenbatterien zu werden.

Denn Kiew hat sich neben den im eigenen Land hergestellten "Neptun"-Raketen unlĂ€ngst auch Antischiffsraketen aus Großbritannien gesichert. Um diesen Geschossen zu entgehen, mĂŒssen die russischen Kriegsschiffe wohl den Abstand zur KĂŒste vergrĂ¶ĂŸern. Landemanöver wie in Odessa, ĂŒber die seit Wochen spekuliert wird, werden damit deutlich unwahrscheinlicher.

Ein westlicher Regierungsvertreter sprach von einem "erheblichen Schlag" fĂŒr die russischen StreitkrĂ€fte, es handele sich um einen "enormen Verlust". "Entweder waren sie anfĂ€llig fĂŒr einen ukrainischen Angriff, und das stellt ihre Kompetenz infrage. Oder ein Feuer an Bord eines wichtigen Schiffes hat zu einer Detonation im Munitionsraum gefĂŒhrt, und auch das wĂ€re ein Zeichen von Inkompetenz", sagte der Regierungsvertreter. Es handele sich um einen "Schlag gegen den Stolz des MilitĂ€rs".

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Von Liesa Wölm
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