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Ukraine-Krieg: USA schicken mehr Geld und Waffen – das geschah in der Nacht


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USA schicken mehr Geld und Waffen – Die Ereignisse der Nacht

Von dpa
Aktualisiert am 29.04.2022Lesedauer: 4 Min.
Öldepot in Donezk in Flammen: Ukrainische Truppen sollen das Tanklager angegriffen haben. (Quelle: t-online)
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Die militärische Hilfe aus den USA für die Ukraine und Osteuropa kommt mächtig ins Rollen. Unterdessen setzt das russische Militär seine Angriffe fort – ohne Rücksicht auf ranghohe Besucher.

Die Ukraine erhält weiterhin massive Unterstützung aus den USA. Nachdem US-Präsident Joe Biden angekündigt hatte, er wolle weitere 33 Milliarden US-Dollar für Kiew beantragen, verabschiedete der US-Kongress eine neue Version des Lend-Lease-Gesetzes. Mit diesem können neben der Ukraine auch andere osteuropäische Staaten unproblematisch und unbürokratisch militärische Hilfe erhalten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte Washington und sprach von einem "wichtigen Schritt".

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Die russischen Truppen setzten unterdessen ihre Angriffe in der Ukraine fort. Neben der Hafenstadt Odessa wurde die Hauptstadt Kiew von Raketen getroffen – während des Besuchs von UN-Generalsekretär António Guterres.

Selenskyj dankt Biden für neue Milliardenhilfen

In seiner täglichen Videobotschaft dankte Selenskyj sowohl US-Präsident Joe Biden als auch dem amerikanischen Volk für die Hilfe, die der Kongress "hoffentlich schnell" unterstützen werde. Biden hatte zuvor in Washington angekündigt, den Kongress um die Bewilligung von weiteren 33 Milliarden US-Dollar (31,4 Milliarden Euro) für die Ukraine zu bitten. 20 Milliarden davon sollen für Militärhilfe genutzt werden, etwa 8,5 Milliarden für wirtschaftliche Hilfe. "Wir müssen das tun", sagte Biden im Weißen Haus.

Seit Kriegsbeginn Ende Februar sagten die USA der ehemaligen Sowjetrepublik allein Waffen und Munition im Wert von mehr als 3,7 Milliarden US-Dollar (rund 3,5 Milliarden Euro) zu oder lieferten bereits. Der US-Kongress hatte erst im März einen Haushalt beschlossen, in dem bis Ende September 13,6 Milliarden Dollar für humanitäre, wirtschaftliche und militärische Hilfe vorgesehen sind.

USA: Historische Regelung für Rüstungslieferungen an Ukraine

In Anlehnung an eine Regelung aus dem Zweiten Weltkrieg wollen die USA die Lieferung von Rüstungsgütern an die Ukraine und andere osteuropäische Staaten erleichtern. Nach dem Senat beschloss am Donnerstag (Ortszeit) auch das Repräsentantenhaus einen entsprechenden Gesetzentwurf. Der Präsident wird zeitlich befristet bis 2023 ermächtigt, der Ukraine und anderen Staaten in Osteuropa, die vom russischen Angriffskrieg betroffen sind, militärische Ausrüstung zu leihen oder zu verpachten.

Ein ähnliches Leih- und Pachtgesetz hatte der US-Kongress 1941 während des Zweiten Weltkrieges verabschiedet: Dies erlaubte es Amerika, zügig und in großem Umfang Rüstungsgüter an Alliierte im Kampf gegen die Nationalsozialisten zu liefern. Davon profitierten damals vor allem Großbritannien und die Sowjetunion.

Raketen auf Kiew während Guterres' Besuch

Russische Truppen feuerten während des Besuchs von UN-Generalsekretär António Guterres in Kiew mehrere Raketen auf die ukrainische Hauptstadt ab. Dabei wurden zehn Menschen getötet oder verletzt. Russlands Militärführung hatte in dieser Woche damit gedroht, die ukrainische Hauptstadt anzugreifen, auch wenn sich dort ausländische Politiker zu Besuch aufhielten.

Der ukrainische Präsidentenberater Michail Podoljak sagte, vor Kurzem noch habe Guterres im Kreml gesessen und "heute gibt es nur einen Kilometer von ihm entfernt Explosionen. Ist das ein Gruß aus Moskau?" Guterres sagte dem britischen Sender BBC später: "Ich war geschockt, davon zu hören, dass in der Stadt, in der ich mich aufhalte, zwei Raketen explodiert sind."

Ein weiterer Präsidentenberater kritisierte die Raketenangriffe als "dümmste Variante überhaupt". Russland habe Guterres mit diesem Angriff "in den Rücken geschossen", so Olexyj Arestowytsch.

Wolodymyr Selenskyj begrüßte Antonio Guterres in Kiew: Kurze Zeit später schlugen Raketen in der ukrainischen Hauptstadt ein.
Wolodymyr Selenskyj begrüßte António Guterres in Kiew: Kurze Zeit später schlugen Raketen in der ukrainischen Hauptstadt ein. (Quelle: Ukrainian Presidential Press Office/dpa-bilder)

Russische Angriffe treffen Lazarett in Mariupol

Bei einem russischen Angriff auf die im Stahlwerk Azowstal verschanzten letzten Verteidiger Mariupols ist das dort eingerichtete Feldlazarett unter schweren Beschuss geraten. Nach einem Bericht der "Ukrajinska Prawda" kam dabei mindestens ein Soldat ums Leben, rund 100 Patienten erlitten weitere Verletzungen. Nach Darstellung der Verteidiger sei das Lazarett, in dem sich etwa 500 Verwundete und Ärzte aufhielten, gezielt angegriffen worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Im Werk Azowstal haben sich die letzten Verteidiger der Hafenstadt Mariupol sowie zahlreiche Zivilisten verschanzt. Trotz wiederholter Aufforderung von russischer Seite lehnen sie eine Kapitulation ab. Zuletzt hatte sich UN-Generalsekretär Guterres in Moskau und Kiew dafür eingesetzt, für die Zivilisten einen humanitären Korridor zu öffnen. Russland lehnt freies Geleit der dortigen Soldaten ab.

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Russische Raketen auf ukrainische Hafenstadt Odessa

Die südukrainische Hafenstadt Odessa geriet am Donnerstagabend unter Raketenbeschuss. Dabei habe die Luftabwehr drei russische Raketen abgeschossen, sagte der örtliche Militärvertreter Maxim Martschenko. "Wir haben den Himmel unter Kontrolle." Zuvor sei bereits eine russische Aufklärungsdrohne zerstört worden.

Scholz: Putins Krieg richtet sich gegen das Wesen von Demokratie

Der vom russischen Präsidenten Wladimir Putin begonnene Krieg richtet sich nach Ansicht von Bundeskanzler Olaf Scholz nicht allein gegen die Ukraine, sondern auch gegen das Wesen der Demokratie. Putin verfolge nicht nur das Ziel, die Ukraine zu zerstören, schrieb der SPD-Politiker in einem Gastbeitrag für die "Welt" (Freitag). "Sein Krieg richtet sich gegen alles, was Demokratie ausmacht: Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz, Selbstbestimmung, Menschenwürde." Demgegenüber träten die demokratischen Länder der Welt allerdings derzeit so geschlossen auf wie lange nicht: "Hier zeigt sich, was uns als Demokratien verbindet: Die Überzeugung, dass Recht der Macht Grenzen setzen muss."

Das wird heute wichtig

Der Bundestag befasst sich am Freitag mit dem Jahresbericht der Wehrbeauftragten Eva Högl zur Lage in den Streitkräften. Die SPD-Politikerin listet in dem Dokument für das Jahr 2021 zahlreiche Defizite bei der Ausrüstung auf und begrüßt zugleich das Vorhaben der Bundesregierung, ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für eine grundlegende Modernisierung der Bundeswehr einzurichten.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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  • Marianne Max
Von Marianne Max, Lara Schlick
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