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Ukraine meldet neue Raketenangriffe – Selenskyj kritisiert Militärs

Von dpa
Aktualisiert am 06.07.2022Lesedauer: 3 Min.
Einsatzkräfte löschen ein Feuer: Der Raketenbeschuss in Donezk nimmt zu. (Quelle: Glomex)
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Die Ukraine wirft Russland weitere Raketenangriffe vor. Unterdessen sorgen Meldeauflagen für Wehrpflichtige in Kiew für Ärger. Ein Überblick.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Appell zur Lieferung moderner Raketenabwehrsysteme im Krieg gegen Russland bekräftigt. Die Führung in Kiew werde nicht einen Tag in ihren Bemühungen nachlassen, eine ausreichende Zahl dieser Waffen zu erhalten, sagte er am Dienstag in einer Videobotschaft. Aus ukrainischen Orten wurde derweil von erneuten Raketenangriffen berichtet.

Schutz vor Raketenangriffen hängt von Partnerstaaten ab

Selenskyj teilte mit, Russland habe erneut Ziele im Land attackiert. Dabei sei ein Teil der Raketen von ukrainischen Luftabwehrkräften abgeschossen worden. Schutz vor Raketenangriffen noch in diesem Jahr zu schaffen, sei eine extreme Herausforderung für den Staat. "Aber das Erfüllen dieser Aufgabe hängt nicht nur von uns ab, sondern auch vom Verständnis unserer Grundbedürfnisse durch unsere Partner."

Selenskyj kritisiert Armeeführung

Nach heftiger Kritik an Meldeauflagen für Wehrpflichtige rüffelte Selenskyj die Militärführung. Auf der nächsten Sitzung des Generalstabs sollen ihm Verteidigungsminister, Generalstabschef und Armeeoberbefehlshaber detailliert Bericht erstatten, forderte der 44-Jährige. "Ich verspreche dem Volk, die Sache zu klären, und bitte den Generalstab, derartige Entscheidungen nicht ohne mich zu treffen."

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Zuvor hatten Armeeoberbefehlshaber Walerij Saluschnyj und der Generalstab mitgeteilt, dass wehrpflichtige Ukrainer für das Verlassen des Meldeorts eine Erlaubnis benötigen. Nach Kritik in sozialen Netzwerken hieß es, dass dies nur für das Verlassen des Regierungsbezirks notwendig sei. Grundlage ist demnach ein Gesetz von 1992.

Wolodymyr Selenskyj bei einer Pressekonferenz (Archivbild): Der ukrainische Präsident ruft nach mehr Raketenabwehr.
Wolodymyr Selenskyj bei einer Pressekonferenz (Archivbild): Der ukrainische Präsident fordert mehr Raketenabwehr. (Quelle: Ukrinform/dpa-bilder)

Bericht: Ausländische Frachter in Mariupol beschlagnahmt

In Mariupol sollen zwei ausländische Schiffe von prorussischen Separatisten beschlagnahmt worden sein, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Sie beruft sich auf entsprechende Dokumente, die die Schiffe als Staatseigentum bezeichneten.

Das Außenministerium der selbst ernannten Volksrepublik Donezk habe die Schiffseigner in zwei separaten Schreiben darüber informiert, dass "bewegliches Eigentum in Staatseigentum überführt" worden sei.

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Ukraine will der OECD beitreten

Die Ukraine will Mitglied der Industrieländerorganisation OECD werden. Er habe im Namen des Landes einen entsprechenden Antrag gestellt, teilte Ministerpräsident Denys Schmyhal am Dienstag per Nachrichtendienst Telegram mit. Die Mitgliedschaft der Ukraine in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sei "einer der Eckpfeiler des erfolgreichen Wiederaufbaus und der Entwicklung" der Ukraine. Schon vor dem Krieg galt die Ukraine gemessen am Pro-Kopf-Einkommen als eines der ärmsten Länder Europas.

Rubel bricht ein

Nach einer monatelang andauernden Aufwertung ist der russische Rubel an der Moskauer Börse deutlich eingebrochen. Gegenüber dem Dollar und dem Euro verlor die russische Landeswährung am Dienstag rund 10 Prozent. Auf die drei vergangenen Handelstage hochgerechnet lag der Verlust nach Angaben der Nachrichtenagentur RBC sogar bei etwa 20 Prozent.

Am Ende des Börsentags kostete der Dollar mehr als 61 Rubel, der Euro über 63 Rubel. Im Tagesverlauf lagen die Leitwährungen zeitweise sogar bei mehr als 62 beziehungsweise 64 Rubel. Das ist der höchste Stand seit Anfang Mai. Allerdings ist die russische Währung damit immer noch deutlich teurer als vor Kriegsbeginn im Februar.

Botschafter Melnyk wehrt sich gegen Vorwürfe

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat nach tagelangem Schweigen den Vorwurf zurückgewiesen, mit seinen Äußerungen über den ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera den Holocaust verharmlost zu haben. "Jeder, der mich kennt, weiß: Immer habe ich den Holocaust auf das Schärfste verurteilt", schrieb Melnyk am Dienstag auf Twitter. Die Anschuldigungen gegen ihn seien "absurd".

Die "Bild" und die "Süddeutsche Zeitung" berichteten unter Berufung auf ukrainische Quellen, Melnyk solle abberufen werden und ins Außenministerium nach Kiew wechseln. Noch im Herbst könnte der 46-Jährige stellvertretender Außenminister werden, schrieb die "Bild".

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Inhaftierte Basketballerin Griner schreibt an Biden

Die in Moskau inhaftierte Basketballerin Brittney Griner hat US-Präsident Joe Biden persönlich um Hilfe gebeten. Das Umfeld der 31-Jährigen verbreitete Auszüge eines Schreibens am Montag (Ortszeit), als in den USA der Nationalfeiertag begangen wurde. Das Weiße Haus bestätigte den Eingang des Briefes. Griner befindet sich wegen des Vorwurfs des Drogenbesitzes seit dem 17. Februar in russischem Gewahrsam, ihr Prozess begann am vorigen Freitag. Die Untersuchungshaft wurde zuletzt bis zum 20. Dezember verlängert.

Das wird am Mittwoch wichtig

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) stellt sich im Bundestag den Fragen der Abgeordneten. Es dürfte unter anderem um den Ukraine-Krieg und dessen Auswirkungen auf Deutschland gehen, also auch um Inflation und Gasknappheit. In einer Online-Pressekonferenz mit Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) wird zudem die Frage behandelt, wie Städtepartnerschaften zur Unterstützung der Ukraine beitragen können.

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