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"Putins Chefkoch" im Zentrum des Spionagekrimis

  • Jonas Mueller-Töwe
Von Jonas Mueller-Töwe

Aktualisiert am 17.02.2018Lesedauer: 2 Min.
Russlands Präsident Wladimir Putin: Einer seiner Chef-Propagandisten wird nun von US-Behörden angeklagt.
Russlands Präsident Wladimir Putin: Einer seiner angeblichen Chef-Propagandisten wird nun von US-Behörden angeklagt. (Quelle: Chip Somodevilla/getty-images-bilder)
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US-Sonderermittler Robert Mueller klagt 13 Russen an, die US-Wahl manipuliert haben zu wollen. Im Zentrum der Vorwürfe: ein als "Putins Chefkoch" bekannter Geschäftsmann – und eine verrufene russische "Trollfabrik".

Die Anklageschrift liest sich wie ein Hollywood-Thriller: Laut Ermittlungen des FBI-Sonderermittlers haben 13 Russen versucht, die US-Wahl zu manipulieren. Sie seien dafür in die USA eingereist, hätten geheimdienstliche Informationen gesammelt – und hätten dann begonnen, Proteste zu organisieren. Dafür gaben sie sich laut der Vorwürfe als Amerikaner aus. Und nutzten soziale Netzwerke in bislang kaum bekannten Ausmaßen.


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Hier sind die Anklagen im Original

Die Anklage, die hier im Original verfügbar ist, hat es in sich. Das Komplott: "Projekt Lachta". Die Beteiligten: unter anderen der als "Putins Chefkoch" bekannte Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin. Er besitzt mehrere Restaurants und Catering-Unternehmen in St. Petersburg, soll aber vor allem als Propagandist im In- und Ausland tätig sein. Ihm unterstehen soll auch die sogenannte "Trollfabrik" in St. Petersburg, die nun ebenfalls in der Anklageschrift auftaucht: die "Internet Research Agency".

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Seit ersten Medienberichten 2013 gilt die "IRA" als führende Internet-Propagandaeinheit des Kremls. Ermittler Robert Mueller wirft ihr nun ganz offiziell vor, zahlreiche sogenannte "Trolle" zu beschäftigen – also Menschen, die mit gefälschten Profilen dem Kreml genehme Botschaften in sozialen Netzwerken verbreiten. Bisherige Untersuchungen bei Facebook und Twitter hatten bereits zahlreiche Profile enttarnt, die zur Beeinflussung der US-Wahl eingesetzt worden sein sollen.

Anklagen sind kein Schlussstrich – sondern erst der Anfang

Beobachter sind sich einig: Hier ziehen die Ermittler keinen Schlussstrich – sie geben ein klares Signal, dass dies erst der Anfang ist. Zum ersten Mal, so hält der US-Politikwissenschaftler und Russlandexperte Mark Galeotti fest, stelle das Ermittlerteam klar: Das FBI geht davon aus, dass Straftaten begangen wurden. Dass dürfte sowohl die russische Führung als auch das Weiße Haus beunruhigen – denn der US-Vize-Justizminster Rod Rosenstein betont, die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

Schnell wurde deswegen dementiert und abgewiegelt. "Leicht zu beeindrucken" seien die Amerikaner, sagte der beschuldigte Jewgeni Prigoschin. "So lange wir die Fakten nicht haben, ist alles andere Geschwätz", sagte Außenminister Sergej Lawrow. "Das alles kommt dem Wahnsinn sehr nahe", sagte der Vorsitzende des Außenausschusses des russischen Parlaments, Leonid Sluzki.

Trump sieht sich vollständig entlastet

US-Präsident Donald Trump sieht sich hingegen vollständig entlastet: Es sei nun an der Zeit, "dass wir die haarsträubenden parteiischen Angriffe stoppen", schreibt er auf Twitter. Denn "weit her geholte Theorien" über Geheimabsprachen "dienen nur den Zielen schlechter Akteure wie Russland". Der frühere FBI-Chef Mueller geht dem Verdacht nach, dass es während des Wahlkampfs geheime Absprachen zwischen Russland und Trumps Team gegeben haben soll.

Die Regierung in Moskau weist dies zurück. Trump hat Muellers Untersuchung als "Hexenjagd" kritisiert. Sein Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster schwenkte auf der Münchner Sicherheitskonferenz nun allerdings um: Die Beweise für eine russische Einmischung in den Wahlkampf seien jetzt "wirklich unumstößlich". In den Anklagen gegen die Russen werden allerdings keinerlei Kontakte zu Trumps Team erwähnt.

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  • Bastian Brauns
Von Bastian Brauns, Dallas
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