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G7-Gipfel – Reaktionen auf den Eklat: "Präsident Donald Trump ist ein Chaot"

Reaktionen auf G7-Eklat  

"Präsident Trump ist ein Chaot"

10.06.2018, 20:20 Uhr | dpa, rtr, AFP, dru

G7-Gipfel – Reaktionen auf den Eklat: "Präsident Donald Trump ist ein Chaot". Launisch und unberechenbar: US-Präsident Trump beim G7-Gipfel in Kanada, neben ihm IWF-Chefin Lagarde (Mitte) und Kanzlerin Merkel. (Quelle: Reuters/Yves Herman)

Launisch und unberechenbar: US-Präsident Trump beim G7-Gipfel in Kanada, neben ihm IWF-Chefin Lagarde (Mitte) und Kanzlerin Merkel. (Quelle: Yves Herman/Reuters)

Ein Ende mit großem Knall: In zwei Twitter-Botschaften zerschmettert US-Präsident Trump die mühsam ausgehandelte G7-Erklärung. Die Reaktionen reichen von Ratlosigkeit bis zu deutlicher Kritik.

Die Bundesregierung äußerte sich in der Nacht nur knapp. "Deutschland steht zu dem gemeinsam vereinbarten Kommuniqué", erklärte ein Regierungssprecher.

Der Élyséepalast in Paris wurde wenig später deutlicher: "Internationale Zusammenarbeit sollte nicht von Wutausbrüchen oder abfälligen Bemerkungen abhängen", hieß es in einer Erklärung. Wer auch immer den Absprachen von Kanada den Rücken zukehre, zeige "Zusammenhanglosigkeit und Unhaltbarkeit".

Die EU stellte sich klar hinter die in Kanada beschlossene Erklärung. "Wir halten an dem Kommuniqué fest, so wie es von allen Teilnehmern vereinbart wurde", sagte ein Sprecher von EU-Ratspräsident Donald Tusk.

"Die Amerikaner stehen zu euch"

Der schwerkranke US-Senator John McCain rügte Trump für sein Auftreten und wandte sich direkt an die Bündnispartner. "An unsere Verbündeten: die parteiübergreifende Mehrheit der Amerikaner bleibt für freien Handel, für Globalisierung & unterstützt Bündnisse, die auf 70 Jahre lang gemeinsam geteilten Werten basieren", schrieb der 81-Jährige, der an einem Hirntumor erkrankt ist, auf Twitter. "Die Amerikaner stehen zu euch, auch wenn es unser Präsident nicht tut."

Senator John McCain im Oktober in Washington: Bündnisbezeugungen an die Europäer. (Quelle: Reuters/Joshua Roberts)Senator John McCain im Oktober in Washington: Bündnisbezeugungen an die Europäer. (Quelle: Joshua Roberts/Reuters)

Chinas Staatschef Xi Jinping sprach sich gegen egoistische Alleingänge in der Handelspolitik aus, ohne dabei die USA explizit zu nennen. "Wir weisen eine eigennützige, kurzsichtige, abgeschottete, begrenzte Politik zurück", sagte der Staatschef im ostchinesischen Qingdao. "Wir erhalten die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) aufrecht, wir unterstützen ein multilaterales Handelssystem und die Bildung einer offenen Weltwirtschaft." China und die USA drohen einander mit Zöllen auf Waren im Gesamtwert von jeweils bis zu 150 Milliarden Dollar.

Macron und Trump bei G7: Der gemeinsame Händedruck hinterlässt Spuren. (Quelle: t-online.de/ Reuters)

"Trump ist ein Chaot"

In Deutschland löste Trumps G7-Eklat Ratlosigkeit und Unverständnis aus. "Präsident Trump ist ein Chaot", sagte SPD-Chefin Andrea Nahles. Er habe "im Ergebnis ein Desaster bei G7 veranstaltet und sich per Tweet von der internationalen Verantwortung verabschiedet." Vernünftige und verlässliche Politik sei so nicht möglich. Die Europäer müssten nun gemeinsam mit Kanada und Japan dafür sorgen, "dass die internationale Zusammenarbeit in der Friedens-, Rüstungskontroll-, Klima- und Handelspolitik jetzt nicht komplett unter die Räder kommt".

SPD-Chefin Nahles: "Im Ergebnis ein Desaster." (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)SPD-Chefin Nahles: "Im Ergebnis ein Desaster." (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) bezeichnete Trumps Verhalten als "beispiellosen Eklat". Damit habe der US-Präsident "einer wertebasierten Zusammenarbeit der führenden Wirtschaftsnationen einen schweren Schlag versetzt", sagte der CDU-Politiker. Kauder betonte zugleich, es komme jetzt darauf an, "kühlen Kopf" zu bewahren. "Die EU und Deutschland werden weiter mit der US-Regierung sprechen müssen. Auch mit dem US-Präsidenten."

Fraktionsvize Johann Wadephul (CDU) erklärte: "Wenn es noch eines Weckrufes bedurft hätte, dass Europa 'weltpolitikfähig' werden muss, dann ist er jetzt erklungen." Er fügte hinzu: "Wir müssen unser Schicksal sowohl handels- als auch sicherheitspolitisch endlich in die eigenen Hände nehmen."

Verwendete Quellen:
  • dpa, Reuters, AFP


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