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Hamas-Geisel Noa Argamani berichtet von einer dramatischen Zeit


Seit Samstag wieder frei
Hamas-Geisel musste sich als arabische Frau verkleiden

Von dpa, t-online, mak

Aktualisiert am 09.06.2024Lesedauer: 3 Min.
Noa Argamani mit ihrem Vater Yakov und einem israelischen Soldaten nach der Befreiung: Acht Monate war die junge Frau in Geiselhaft der islamistischen Hamas.Vergrößern des BildesNoa Argamani mit ihrem Vater Yakov und einem israelischen Soldaten nach der Befreiung: Acht Monate war die junge Frau in Geiselhaft der islamistischen Hamas. (Quelle: ISRAELI ARMY/reuters)
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Die 26-jährige Noa Argamani, die seit dem 7. Oktober 2023 von der Hamas festgehalten wurde, konnte am Samstag befreit werden. Sie berichtet von einer dramatischen Zeit.

Für die todkranke Mutter einer aus dem Gazastreifen befreiten Geisel geht ihr letzter Wunsch in Erfüllung: Die Frau hatte mehrfach darum gebeten, ihre entführte Tochter vor ihrem Tod noch einmal zu sehen. Am Samstag rettete eine israelische Spezialeinheit die 26-jährige Noa Argamani aus der Gewalt der islamistischen Hamas. Israelische Medien berichteten am Samstagabend, sie sei wieder mit ihrer Mutter vereint, die in einer Klinik behandelt werde. Die Frau hat Krebs im Endstadium.

Video | Vater schließt Tochter nach acht Monaten in die Arme
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Quelle: t-online

Das Schicksal der vom Nova-Musikfestival entführten jungen Israelin berührte das Land schon seit Langem. Aufnahmen, wie sie von Terroristen auf einem Motorrad entführt wurde und dabei verzweifelt und weinend um Hilfe rief, sind in Israel weithin bekannt. Der ebenfalls verschleppte Freund der Studentin befindet sich nach Angaben des Forums der Geiselfamilien noch immer in der Gewalt der Hamas.

Die islamistische Terrororganisation hatte im Januar ein Video der jungen Frau veröffentlicht, in dem sie über den angeblichen Tod zweier männlicher Entführter bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sprach.

Israelin musste sich als arabische Frau verkleiden

Argamani, die während der Geiselnahme 26 Jahre alt wurde, wurde Armeeangaben zufolge im Gazastreifen von Wohnung zu Wohnung gebracht. Zuletzt hielt man sie in einem verschlossenen Raum in einer Wohnung im Zentrum des Küstengebiets fest. Dort sei sie von vielen Bewaffneten bewacht worden.

Laut einem israelischen Medienbericht wohnte die junge Frau zuletzt bei einer palästinensischen Familie, mit der sie auf Arabisch kommunizierte. Berichte, wonach ihr Geiselnehmer ein Journalist von "Al Jazeera" gewesen sein soll, wies ein Mitarbeiter des TV-Senders indes zurück. Derzeit ist unklar, inwiefern die Berichte tatsächlich korrekt oder falsch sind.

Verkleidung notwendig

Argamani habe Essen bekommen, wenn sie darum gebeten habe. Die Israelin habe wenig Tageslicht gesehen und durfte nur selten die Wohnung verlassen – und wenn, musste sie sich als arabische Frau verkleiden, wie "The Jerusalem Post" schreibt.

Sie durfte zwar duschen, aber das sei in der Zeit der Geiselnahme nicht oft geschehen. Zeitweilig habe sie während ihrer Gefangenschaft auch mit zwei inzwischen für tot erklärten Geiseln zusammen gelebt, meldete der Sender Channel 13.

Tag der Geiselbefreiung fällt auf gleichen Tag mit Geburtstag des Vaters

Nach ihrer Rückkehr nach Israel kam Argamani zunächst zur Untersuchung in ein Krankenhaus. Auf einer von seinem Büro veröffentlichten Aufnahme ist Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zu sehen, wie er die junge Frau in der Klinik besucht und ihre Hand hält. Zuvor hatte er sie bereits angerufen. Sie freue sich, nach so langer Zeit wieder Hebräisch zu sprechen, sagte die Israelin Medien zufolge in dem Gespräch.

"Es gibt keine Armee wie diese auf der Welt", sagte der dankbare Vater der jungen Frau in einem anderen Video, das israelischen Medien veröffentlichten. Der Clip zeigt, wie er seine Tochter und einen Soldaten umarmt. Die 26-Jährige wischt sich dabei Tränen aus dem Gesicht. In einer anderen Aufnahme singen Angehörige ihrem Vater ein Ständchen – sein Geburtstag fiel auf den Tag der Befreiung seiner Tochter. Auch für ihn wurde damit wohl sein größer Wunsch wahr.

Heftige Kämpfe bei Befreiung der Geiseln

Bei den Kämpfen zur Befreiung der Geiseln sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mindestens 274 Menschen getötet worden. Die Behörde teilte am Sonntag weiter mit, dass bei dem Vorstoß in das Flüchtlingsviertel Nuseirat außerdem knapp 700 Menschen verletzt wurden. Unabhängig ließen sich die Angaben derweil nicht überprüfen. Israels Armee-Sprecher Daniel Hagari wiederum sprach am Samstagabend von weniger als 100 Todesopfern. "Ich weiß nicht, wie viele davon Terroristen sind", sagte er.

EU-Chefdiplomat Josep Borrell begrüßte die Befreiung der israelischen Geiseln, äußerte sich aber gleichzeitig angesichts der Berichte über ein "Massaker an Zivilisten" entsetzt. "Das Blutbad muss sofort beendet werden", forderte er auf der Plattform X. "Die Berichte aus Gaza über ein weiteres Massaker an Zivilisten sind entsetzlich." Zur Befreiung der Entführten erklärte er: "Wir teilen die Erleichterung ihrer Familien und fordern die Freilassung aller verbleibenden Geiseln."

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bezeichnete die Befreiung als "wichtiges Zeichen der Hoffnung". Die Hamas müsse endlich alle Geiseln freilassen, und der Krieg müsse enden." Auch US-Präsident Joe Biden und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron begrüßten die Befreiung der Geiseln.

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