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Nach Giftgasattacke: Macron erwägt Militärschlag in Syrien

Nach mutmaßlicher Giftgasattacke  

Macron erwägt Militärschlag in Syrien

11.04.2018, 11:46 Uhr | AFP, pdi, rtr

Nach Giftgasattacke: Macron erwägt Militärschlag in Syrien. Emmanuel Macron: Der französische Präsident hat einen Militärangriff auf syrische Chemiefabriken ins Gespräch gebracht. (Quelle: dpa)

Emmanuel Macron: Der französische Präsident hat einen Militärangriff auf syrische Chemiefabriken ins Gespräch gebracht. (Quelle: dpa)

Donald Trump sagt eine Südamerika-Reise ab, auch Emmanuel Macron spricht offen über einen Angriff. Nach der mutmaßlichen Giftgasattacke in Syrien deutet alles auf einen Militärschlag hin.

Nach der vermuteten Giftgasattacke in Syrien sind nach Worten des französischen Präsidenten Emmanuel Macron Angriffe auf "chemische Kapazitäten" des Regimes möglich. Frankreich tausche sich mit Partnern aus, vor allem mit den USA und mit Großbritannien: "Wir werden unsere Entscheidung in den kommenden Tagen mitteilen", sagte Macron in Paris.

US-Präsident Donald Trump hat eine geplante Reise nach Peru und Kolumbien wegen der jüngsten Ereignisse abgesagt. Trump bleibe in den Vereinigten Staaten, um sich um die Reaktion der USA zu kümmern, teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders mit. Die US-Regierung hatte zuvor militärische Schritte gegen die syrische Regierung nicht ausgeschlossen, nachdem es am Samstag in der Stadt Duma zu einem mutmaßlichen Giftgaseinsatz gekommen war.

Panzer der syrischen Armee stehen vor einem zerstörten Gebäude in der umkämpften Region Ost-Ghuta: Die syrische Armee bereitet sich nach den Drohungen von Trump auf einen US-Angriff vor. (Quelle: dpa)Panzer der syrischen Armee stehen vor einem zerstörten Gebäude in der umkämpften Region Ost-Ghuta: Die syrische Armee bereitet sich nach den Drohungen von Trump auf einen US-Angriff vor. (Quelle: dpa)

Trump wollte ursprünglich am Freitag nach Peru aufbrechen, um dort am Amerika-Gipfel teilzunehmen und mit den Staats- und Regierungschef aus Nord-, Mittel- und Südamerika sowie der Karibik zusammenzutreffen. Anschließend war eine Visite bei Präsident Juan Manuel Santos in Kolumbien geplant.

OPCW-Experten nach Duma

Bei dem gemeldeten Giftgaseinsatz auf Duma am Samstag sollen nach neuen, korrigierten Angaben der Hilfsorganisation "Weißhelme" mindestens 42 Menschen getötet worden sein. Mehr als 500 Personen seien in Krankenhäusern behandelt worden. In einer inzwischen gelöschten Mitteilung auf Twitter hatte die Hilfsorganisation ursprünglich von mehr als 150 Toten gesprochen. Diese Information sei missverständlich gewesen und gelöscht worden, erklärte der Leiter der "Weißhelme", Raed Salah.

Dieses vom Syrischen Zivilschutz, genannt "Weißhelme", zur Verfügung gestellte Bild zeigt einen Junge, der ein Beatmungsgerät über den Mund hält: Nach Angaben der Weißhelme hatte ein Hubschrauber eine Fassbombe mit Chemikalien über der Stadt Duma abgeworfen. (Quelle: dpa)Dieses vom Syrischen Zivilschutz, genannt "Weißhelme", zur Verfügung gestellte Bild zeigt einen Junge, der ein Beatmungsgerät über den Mund hält: Nach Angaben der Weißhelme hatte ein Hubschrauber eine Fassbombe mit Chemikalien über der Stadt Duma abgeworfen. (Quelle: dpa)

Die Internationale Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) schickt Experten zur Untersuchung des mutmaßlichen Giftgas-Angriffs nach Duma. Ein Team solle "bald" in der Rebellenhochburg zum Einsatz kommen, teilte die OPCW in Den Haag mit. Die syrische Regierung und Moskau hatten eine Untersuchung der Vorwürfe eines Chemiewaffen-Angriffs durch OPCW-Experten verlangt.

Seit dem mutmaßlichen Angriff hätten die Experten bereits Informationen gesammelt und analysiert, teilte die OPCW mit. Nun sollte ein spezielles Ermittlerteam an Ort und Stelle in Duma die Vorwürfe untersuchen.

Schnelle Reaktion angekündigt

Die USA machen die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad für den mutmaßlichen Anschlag verantwortlich. Russland erklärte hingegen, die Rebellen hätten den Angriff nur inszeniert.

UN-Mitarbeiter in Syrien konnten die Berichte über den Angriff bislang nicht bestätigen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in den vergangenen Tagen in der Region Menschen mit Atembeschwerden behandelt.

Trump hatte am Montagmittag (Ortszeit) gesagt, seine Regierung werde in den nächsten 24 bis 48 Stunden eine Entscheidung über die Reaktion der USA treffen. Er sprach davon, dass alle Optionen in Betracht gezogen würden.

Ein US-Soldat in der neu eingerichteten Militärstellung in Syrien: Die USA unterstützen aktuell kurdische Kräfte im Nordosten des Landes im Kampf gegen die Terrormiliz IS. (Quelle: dpa)Ein US-Soldat in der neu eingerichteten Militärstellung in Syrien: Die USA unterstützen aktuell kurdische Kräfte im Nordosten des Landes im Kampf gegen die Terrormiliz IS. (Quelle: dpa)

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte bereits im März den tödlichen Einsatz von Chemiewaffen als "rote Linie" bezeichnet und ebenfalls mit "gezielten Schlägen" gedroht, falls Beweise für einen solchen Fall vorliegen.

Die syrische Armee und ihre Verbündeten im Land wurden angesichts der Angriffsdrohungen in der Nacht zum Dienstag in volle Alarmbereitschaft versetzt. Mehrere Stützpunkte in verschiedenen Landesteilen seien zudem vorsorglich geräumt worden, berichtete die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

USA wollen Resolution des Weltsicherheitsrats

Die USA haben außerdem eine Abstimmung im Weltsicherheitsrat über eine Resolution zu Chemiewaffen in Syrien gefordert. Dies verlautete aus Diplomatenkreisen des UN-Sicherheitsrats. Mit der Resolution solle nach dem Wunsch der USA der Einsatz chemischer Waffen in Syrien aufs Schärfste verurteilt werden und ein neues Gremium geschaffen werden, das die Verantwortlichen für Angriffe mit Chemiewaffen ermittelt.

Die USA hätten eine Abstimmung um 15 Uhr (Ortszeit, 21.00 Uhr MESZ) vorgeschlagen, sagten die Diplomaten, die nicht namentlich genannt werden wollten.

UN-Botschafter Russlands, spricht bei einem Treffen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (UN) zur Situation in Syrien: Russland und Syrien streiten den Einsatz von Giftgas in Duma ab. (Quelle: dpa)UN-Botschafter Russlands, spricht bei einem Treffen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (UN) zur Situation in Syrien: Russland und Syrien streiten den Einsatz von Giftgas in Duma ab. (Quelle: dpa)

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja hatte Journalisten gesagt, der US-Entwurf für die Resolution enthalte "einige inakzeptable Elemente, die ihn noch schlechter" machten. Dies deutete stark darauf hin, dass ein russisches Veto gegen die Resolution wahrscheinlich ist. Nebensja sagte auch, dass er möglicherweise eine Abstimmung über einen russischen Text beantragten werde.

Der US-Entwurf brachte Empörung zum Ausdruck darüber, dass in Syrien weiterhin Menschen mit chemischen Waffen getötet und verletzt würden. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, hieß es darin.

Verwendete Quellen:
  • Reuters, AP, dpa, afp

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