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Der Mann, der die CIA "bösartiger" machen will

Von Fabian Reinbold, Washington

Aktualisiert am 24.01.2018Lesedauer: 4 Min.
Mike Pompeo: Der CIA-Direktor will den Geheimdienst umkrempeln.
Mike Pompeo: Der CIA-Direktor will den Geheimdienst umkrempeln. (Quelle: Archivbild/Eric Thayer/Reuters-bilder)
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CIA-Chef Mike Pompeo ist ein Hardliner – eng an der Seite Donald Trumps. Jetzt verrĂ€t er, wie er den PrĂ€sidenten brieft, seinen Geheimdienst umkrempelt und auf Kim Jong Un blickt.

Vom CIA-Hauptquartier in Langley bis zum Weißen Haus in Washington sind es 14 Kilometer. Mike Pompeo fĂ€hrt die Strecke entlang des Potomac so gut wie jeden Morgen, um den US-PrĂ€sidenten ĂŒber die Lage in der Welt zu informieren. Er liefert den sogenannten "Presidential Daily Brief", den Lagebericht, den die US-Geheimdienste Tag fĂŒr Tag erstellen.

30 bis 40 Minuten dauern die Sitzungen, ĂŒber deren Verlauf der CIA-Direktor nun einige Details preisgab. Sobald er mit den Worten "Pompeo, Sie sind dran" ins Oval Office gerufen wird, bespricht er demzufolge drei Elemente: ein aktuelles Thema, am Dienstag etwa die tĂŒrkische Offensive in Syrien. Ein Thema, das bald ansteht – etwa die Vorbereitung auf die Reise zum Weltwirtschaftsforum. Und dann ein grundlegendes Thema, das noch nicht akut ist. Welches es am Dienstag war, wollte Pompeo nicht verraten.

Ansonsten lieferte Pompeo bei einem seltenen öffentlichen Auftritt in Washington viele interessante Einblicke. Der 54-JĂ€hrige spielt eine SchlĂŒsselrolle dabei, welche Politik aus Donald Trumps Ideen folgt. Die Briefings veranschaulichen, welchen Einfluss er darauf hat, was Trump von den Spionagediensten zu sehen bekommt. Gleichzeitig ist Pompeo der Mann, der Trumps Politik in den Geheimdienstapparat trĂ€gt.

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Umso interessanter war sein Auftritt am Dienstag beim "American Enterprise Institute", einer konservativen Denkfabrik. Zum Jahrestag seiner Ernennung zum CIA-Direktor sprach er nicht nur ĂŒber das heikle VerhĂ€ltnis von Trump und den Geheimdiensten, sondern auch ĂŒber seine Mission, die CIA "aggressiver" zu machen – sowie seine EinschĂ€tzung, welche Nordkoreas Diktator Kim Jong Un verfolgt.

Ist das Thema Russland tabu?

Das tĂ€gliche Briefing ist wichtig, weil Trump wiederholt den Geheimdiensten öffentlich das Misstrauen ausgesprochen hat, was ihre Erkenntnisse zu Einflussoperationen Russlands im US-Wahlkampf angeht. Und weil sich hier die Frage stellt, wie Trump Informationen verarbeitet – oder eben nicht. Die "Washington Post" berichtete zuletzt, dass die Geheimdienstler in ihren Unterrichtungen das Thema Russland so gut wie vermeiden, um Trump nicht zu erzĂŒrnen.

Weil Pompeo die Debatten kennt, betonte er umgehend, welche schlauen Fragen Trump in den Briefings stellt.

Pompeos Rolle ist eine doppelte: Er ist der Mann, der bei Trump das Vertrauen in die Dienste wiederherstellen soll. Aber der seiner Behörde gleichzeitig auch die PrioritĂ€ten des PrĂ€sidenten einimpft. Kritiker sehen es mit Argwohn, dass Pompeo im August die direkte Aufsicht ĂŒber eine Spionageabwehreinheit ĂŒbernahm, die mit der Russland-Frage beschĂ€ftigt ist.

"Tag fĂŒr Tag Geheimnisse stehlen – und sich nicht entschuldigen"

Denn nicht nur dabei liegt Pompeo ganz auf Trumps Linie: der Atomdeal mit Iran? Schlecht! Barack Obamas Nordkorea-Politik? Viel zu lasch! Schon als Kongressabgeordneter der Tea-Party-Bewegung fiel er mit heftigen VorwĂŒrfen gegen Hillary Clinton auf und mit der Forderung, man mĂŒsse wieder mehr Gefangene ins (immer noch nicht geschlossene) Lager Guantanamo bringen.

Mike Pompeo am Dienstag beim "American Enterprise Institute" in Washington.
Mike Pompeo am Dienstag beim "American Enterprise Institute" in Washington (Quelle: Leah Millis/Reuters-bilder)

Der PrĂ€sident ist voll des Lobes. Kein Wunder, dass im Weißen Haus bereits der Plan kursierte, Pompeo könne den in Ungnade gefallenen Außenminister Rex Tillerson beerben. Doch so nah wie jetzt wĂ€re der CIA-Direktor als Außenminister nicht.

Pompeo gab sich am Dienstag anders als manche VorgĂ€nger nicht als BĂŒrokrat, sondern als Macher. Mit harter Hand und breiter Brust will er die rund 20.000 Mitarbeiter starke CIA fĂŒhren. "Unsere Agenten sollen Tag fĂŒr Tag Geheimnisse stehlen", stellte Pompeo gleich zu Beginn klar. "Das ist unsere grundlegende Mission, wir werden davor nicht zurĂŒckschrecken und wir werden sie aggressiv erfĂŒllen und ohne uns dafĂŒr zu entschuldigen."

Agenten bekommen mehr Freiheit

Nach innen will er den Dienst schlank fĂŒhren und klingt dabei wie ein Berater, der Unternehmen auf die Management-Methode agil trimmen will. 40 Prozent der Entscheidungen, die sein VorgĂ€nger getroffen habe, habe er delegiert. Er will, dass die CIA "aggressiver" und "bösartiger" agiert, grĂ¶ĂŸere Risiken eingeht. Bislang zeigt sich das daran, dass Agenten im Einsatz unter ihm mehr Autonomie erhalten.

Er muss dabei auch peinliche und schmerzhafte Leaks verhindern, wie es sie zuletzt mehrfach gab. So wurden in den vergangenen Jahren mehr als ein Dutzend Quellen in China verhaftet oder getötet, offenbar wegen eines Maulwurfs. Zuletzt ging dem Dienst ein Großteil seiner Cyberwaffen verloren – sie standen bei Wikileaks.

Feuerprobe Nordkorea

Pompeos Erfolg dĂŒrfte sich auch in der Nordkorea-Krise festmachen. Dazu sagte er, dass neue "kreative AnsĂ€tze" etwa bereits fĂŒr die Entdeckung gesorgt hĂ€tten, dass Russen und Chinesen trotz der Sanktionen das Regime in Nordkorea mit Treibstoff versorgt hĂ€tten.

Die Frage, ob die CIA Kim Jong Un als rationalen Akteur einschĂ€tze, bejahte Pompeo am Dienstag. Er glaube nicht, dass Nordkoreas Diktator das Atomprogramm als Absicherung fĂŒr sein Regime betreibe. Kim wolle Atomwaffen als Drohmittel einsetzen und damit eine koreanische Wiedervereinigung "unter seiner Herrschaft" anstreben.

Die CIA gehe davon aus, dass Kim nicht ruhen werde, bis Nordkorea die FÀhigkeit habe, mehrere Atomraketen gleichzeitig abfeuern zu können.

Pompeos Job ist es, das zu verhindern.

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