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Experte warnt vor massivem Betrug bei US-Wahl 2020 – Wahlautomaten angreifbar

Wahlautomaten angreifbar  

Experte warnt vor massivem Betrug bei US-Wahl 2020

27.12.2018, 17:43 Uhr | dpa, dru

Experte warnt vor massivem Betrug bei US-Wahl 2020 – Wahlautomaten angreifbar. Wahlautomaten bei den midterms in Kalifornien: Ein Leichtes, die Stimmabgabe zu manipulieren. (Quelle: Reuters/Archivbild/Mike Blake)

Wahlautomaten bei den midterms in Kalifornien: Ein Leichtes, die Stimmabgabe zu manipulieren. (Quelle: Archivbild/Mike Blake/Reuters)

Die Stimmautomaten bei US-Wahlen sind alles andere als sicher, warnt ein führender Informatik-Experte und befürchtet 2020 massive Manipulationen. Er schlägt deshalb die Rückkehr zu altbewährten Methoden vor.

Weniger als zwei Jahre vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat ein renommierter Informatiker der Universität von Michigan vor massiven Hackerangriffen und Manipulationen gewarnt. In 18 der 50 US-Staaten seien Wahlmaschinen vorgesehen, die auf vielfältige Weise mit Schadsoftware manipuliert werden könnten, sagte Alex Halderman am Donnerstag auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Leipzig.

Die Wahlmaschinen vom Typ AccuVote TS/TS-X zur Zählung von Wählerstimmen seien gleich an unterschiedlichen Stellen angreifbar, wie er selbst untersucht habe. Es sei ein Leichtes, über das Einschleusen von Schadsoftware an die Software für das Design der Stimmabgabe zu gelangen, die auf eine Speicherkarte für die Wahlmaschine übertragen werde. "Dann war es mir möglich, die Maschine zu manipulieren und ein anderes Wahlergebnis zu melden", sagte Halderman.

Der Informatik-Professor forderte, in der verbleibenden Zeit alles zu tun, um einheitliche Standards für alle US-Staaten zu verwirklichen. er sprach sich dafür aus, von Wahlmaschinen Abstand zu nehmen und stattdessen jede Wählerstimme auf Papier zu dokumentieren. Spöttisch fragte er: "Warum können wir die Stimmen nicht per Hand auszählen wie ein zivilisiertes Land?"

In der Infrastruktur der Stimmabgaben für die Präsidentschaftswahl sehe er das größte Risiko von Manipulationen. Weitere Risiken seien der Diebstahl von E-Mails sowie Kampagnen in den sozialen Medien, etwa mit automatisierten Programmen, sogenannten Bots.
 

 
In diesem Jahr habe es keine größeren Angriffe auf politische Institutionen in den USA gegeben, so der Computerspezialist. Grund dafür sei aber vermutlich nur, dass die Angreifer auf das Wahljahr 2020 warten wollten.

In den USA laufen derzeit Ermittlungen, inwieweit es bei der Präsidentschaftswahl 2016 eine von Russland oder anderen Akteuren betriebene Desinformationskampagne zugunsten von Wahlsieger Donald Trump gegeben hat.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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