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  • Bundestagswahl 2021 | TV-Triell: Wer hat gepunktet, wer enttĂ€uscht?


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"Sie haben absichtlich einen falschen Eindruck erweckt!"

  • Johannes Bebermeier
  • Tim Kummert
Von Johannes Bebermeier, Tim Kummert

Aktualisiert am 13.09.2021Lesedauer: 6 Min.
Spannender Schlagabtausch: Die Kanzlerkandidaten haben im zweiten Triell heftig diskutiert. FĂŒr die Zuschauer stand ein Sieger fest. (Quelle: Reuters)
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Es ist der Höhepunkt des Wahlkampfs: das Triell von ARD und ZDF. Aber wer hat gepunktet? Und wer enttÀuscht? Lesen Sie hier die Analyse.

Es war das zweite Triell, etwas Übung hatten die drei Kanzlerkandidaten also schon. Einfacher wurden die Aufgaben, die sie an diesem Abend zu lösen hatten, damit jedoch nicht gerade.


Bundestagswahl 2021: Das sind die Spitzenkandidaten

Armin Laschet (CDU): Der CDU-Vorsitzende hat sich im April gegen CSU-Chef Markus Söder durchgesetzt und tritt nun fĂŒr die Union an, um Kanzlerin Angela Merkel zu beerben.
Annalena Baerbock (Die GrĂŒnen): Die GrĂŒnen-Kanzlerkandidatin steht gemeinsam mit Robert Habeck an der Partei-Spitze und setzte sich im April gegen ihn durch.
+6

Annalena Baerbock (GrĂŒne) und Armin Laschet (CDU) lĂ€uft so langsam die Zeit davon, um die viel zitierte Wende im Wahlkampf noch zu schaffen – oder zumindest nicht den Anschluss zu verlieren. Und Olaf Scholz (SPD) liegt zwar weiterhin recht komfortabel vorne. Die Razzia im Finanzministerium hat aber gezeigt, dass auch er verwundbar ist.

Also: Wie haben sich die drei geschlagen?

Der angriffslustige Herr Scholz

Olaf Scholz kann auch lebhaft, sogar ein bisschen ungemĂŒtlich sein. Das zeigt er beim zweiten Triell. Er ist allgemein wesentlich prĂ€senter als beim vergangenen Mal. Und sein Anzug erinnert diesmal auch nicht an eine Beerdigung.

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Erster Angriff mit neuer Waffe hat drastische Folgen


Beim gefĂ€hrlichsten Thema fĂŒr Scholz, der Razzia im Bundesfinanzministerium, versucht er zunĂ€chst die Moderatoren mit Details an die Wand zu reden. Das hilft nicht gerade, das Ganze nachzuvollziehen, aber wahrscheinlich ist das sein Plan. Die folgenden Angriffe von Laschet pariert er mit Gegenangriffen – und wird dabei emotional. "Sie haben absichtlich einen falschen Eindruck erweckt!", wirft er Laschet vor, auch "falsche Behauptungen" kritisiert er mehrfach. Nach viel Hin und Her sagt Scholz zu Laschet: "Sie haben es nicht wiederholt, weil es falsch war." Welche Aussage er meint, weiß niemand so richtig. Aber Laschet steht nicht sonderlich gut da.

Seine eigenen inhaltlichen Punkte macht Scholz in gewohnt scholziger Manier. Nicht aufregend, aber solide. So wie er sich auch an die Spitze der Umfragen gesetzt hat.

Der zahme Herr Laschet

Ganz am Ende kopiert Armin Laschet, was Annalena Baerbock beim ersten Triell gemacht hat: Zum Abschluss tritt er hinter dem Rednerpult hervor. Er trĂ€gt ein ordentliches Statement vor, es gipfelt in dem Satz, er wolle ein "Bundeskanzler des Vertrauens werden". Doch eben dieses Statement gehört schon zu den stĂ€rksten Parts von Laschet an diesem Abend. Und das ist fĂŒr seine Partei, fĂŒr die das Triell die Wende im Wahlkampf bringen sollte, keine wirklich gute Nachricht.

Schon der Beginn ist fĂŒr Laschet nicht leicht. Er attackiert Olaf Scholz, es geht wieder um die Frage, ob dieser mit der Linkspartei regieren wĂŒrde (hĂ€lt sich Scholz offen), dann um Skandale wie Wirecard, CumEx und die Razzia im Finanzministerium. Das hĂ€tte eine echte Attacke werden können, doch Laschet verstrickt sich in den Details, Scholz hĂ€lt wortreich dagegen. Am Ende zerbröselt der Angriff im Kleingedruckten einer Diskussion.

Anschließend wird es tendenziell nicht leichter fĂŒr Laschet. Er bleibt oft im UngefĂ€hren, man bekommt als Zuschauer keinen prĂ€zisen Eindruck davon, welche konkreten Maßnahmen er umsetzen will als Kanzler. Bei der BewĂ€ltigung der Klimakrise erklĂ€rt Laschet etwa: "Die deutsche Autoindustrie ist lĂ€ngst auf diesem Weg sich umzustellen, und ich finde: Wir mĂŒssen die jetzt auch mal machen lassen." Ansonsten: wenig konkrete Äußerungen, nur gegen Verbote sei er. Sagt Laschet.

Allerdings hat er an diesem Abend auch Pech: Eine regelmĂ€ĂŸig wiederholte Kameraeinstellung suggeriert, Baerbock und Scholz stĂŒnden nah beieinander und Laschet am Rand des Studios. In Wahrheit haben die Pulte die gleichen AbstĂ€nde zueinander.

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Die wache Frau Baerbock

Annalena Baerbock prĂ€sentiert sich so, wie sie sich schon beim ersten Triell gezeigt hat: Aufgeweckt, empathisch und kritisch, ohne dabei zu ĂŒberdrehen. Ihre ErklĂ€rungen sind manchmal etwas kompliziert, aber das liegt auch daran, dass sie vor allem durch inhaltliche Details bestechen will.

Sie widersteht dem Impuls, gegen Scholz bei der Razzia einfache Punkte sammeln zu wollen. Zu den Ermittlungen könne sie "von außen" nichts sagen, erklĂ€rt sie. BemĂ€ngelt dann aber, dass der Kampf gegen Steuerhinterziehung und GeldwĂ€sche offenbar keine PrioritĂ€t fĂŒr Scholz gehabt habe. Ein schwer zu widerlegender Punkt.

Allgemein hĂ€lt sich Baerbock weitgehend heraus, als sich Laschet und Scholz bei dem Thema hart angehen – und versucht, die Diskussion auf die Zukunft auszurichten: "Was können wir kĂŒnftig besser machen?" Eine durchaus kluge Strategie.

Wer hat ĂŒberrascht?

Eigentlich alle drei Kandidaten. Olaf Scholz ist deutlich lebendiger als im ersten Duell. Vor zwei Wochen wirkte er zuweilen so, als habe er zwischendurch das Studio verlassen. Auch wenn Scholz natĂŒrlich weiter der eher zurĂŒckhaltende Hamburger ist: FĂŒr hanseatische VerhĂ€ltnisse ist er fast schon auf Krawall gebĂŒrstet.

Armin Laschet war im ersten Duell sehr aktiv und attackierte seine Konkurrenten. Das hat ihm allerdings in den Umfragen nicht geholfen. Dieses Mal ist Laschet ĂŒber weite Strecken hingegen weniger der Angreifer, der die anderen beiden wirklich stellen will, sondern selbst hĂ€ufig in der Defensive.

Zum Teil gibt es lĂ€ngere Diskussionen zwischen Laschet und Scholz. Bisweilen wirkt Annalena Baerbock so, als wĂŒrde sie von den beiden Herren ignoriert. Doch wenn sie dran ist, redet sie sehr sortiert und macht ihre Punkte.

Der kurioseste Satz

Den sagt Olaf Scholz, als er erklĂ€ren soll, ob ihm die Razzia im Bundesfinanzministerium gefĂ€hrlich werden könnte. Nach diesem Satz hat garantiert niemand verstanden, was da los war. Sofern er es nicht vorher schon wusste: "Die Untersuchungen, die dort gemacht worden sind von einer OsnabrĂŒcker Behörde, weil sie den Verdacht haben, dass möglicherweise in Köln ein, zwei Mitarbeiter bei der dortigen Behörde nicht richtig gearbeitet hĂ€tten, die sind zur UnterstĂŒtzung dieser Erkenntnisgewinne durchgefĂŒhrt worden." Uff.

Der menschlichste Moment

Gerade haben die Moderatoren die Kandidaten gelobt, dass sie bisher ungefĂ€hr gleich lange geredet haben, da gibt es eine Panne im Studio. "Wenn ich das der Fairness halber sagen darf", interveniert Baerbock auf einmal, als die Moderatoren ausgerechnet zum Thema Digitalisierung ĂŒberleiten wollen: "Die Uhr von Herrn Scholz lĂ€uft weiter. Vielleicht kann die einmal kurz angehalten werden." Das hĂ€tte sie nicht tun mĂŒssen. Es ist eine spontane, faire Geste.

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Die grĂ¶ĂŸte Schwurbel-ErklĂ€rung

Kommt an diesem Abend von Armin Laschet. Die Moderatoren wollen wissen, ob der CDU-Direktkandidat Hans-Georg Maaßen aus SĂŒdthĂŒringen in der Mitte der CDU stehe. Maaßen, ehemaliger Chef des Verfassungsschutzes, hat immer wieder mit fragwĂŒrdigen Äußerungen Schlagzeilen gemacht. "Er ist Mitglied der CDU", windet sich Laschet und sagt: "In der Mitte der Partei steht er nicht." Ob Laschet ihn wĂ€hlen wĂŒrde? "Ich beantworte keine WĂŒrde-Fragen", entgegnet Laschet bloß schmallippig und setzt noch hinzu: "Herr Maaßen wird sich an den Kurs halten mĂŒssen, den ich vorgebe als Parteivorsitzender." Eine klare Positionierung ist das nur sehr bedingt.

Der unglĂŒcklichste Patzer

Beim Thema Kampf gegen Rassismus und der Diskussion, ob man genauso wenig mit der Linken wie mit der AfD koalieren dĂŒrfe, drĂ€ngt Baerbock Laschet eigentlich erfolgreich in die Ecke. UnglĂŒcklich ist es deshalb, weil sie dabei den Anschlag in Hanau mit dem in Halle verwechselt. "Hanau, dieser furchtbare Anschlag auf eine Synagoge, wo dann zwei Menschen vor der Synagoge ermordet worden sind", sagt Baerbock, stockt dann kurz, und setzt mit einem LĂ€cheln schnell hinzu: "Halle natĂŒrlich."

Die grĂ¶ĂŸte EnttĂ€uschung

Sind ARD und ZDF. Das Studio sieht zwar etwas moderner aus als das von RTL vor zwei Wochen. Trotzdem haben die Öffentlich-Rechtlichen nicht ihren besten Abend. Die Sendung kommt zu Beginn schwer in Fahrt, auch weil Maybrit Illner und Oliver Köhr die Kandidaten zu Koalitionsaussagen bringen wollen, denen die drei selbstverstĂ€ndlich ausweichen. Die beiden Journalisten wirken ohnehin nicht besonders eingespielt. HĂ€ufig ist unklar, wer die nĂ€chste Frage stellt und womit es weitergeht. Im Studio fĂ€llt nach ein paar Minuten irgendetwas um. SpĂ€ter muss Annalena Baerbock die Moderatoren darauf hinweisen, dass die Uhr bei Olaf Scholz weiterlĂ€uft, obwohl er lĂ€ngst nicht mehr redet.

Der beste Spruch

Tja, wir wĂŒrden hier gern etwas schreiben, und wir haben auch wirklich gesucht. Aber es ist, nun ja, sehr schwierig. Wir haben uns deshalb fĂŒr diese Szene entschieden. Armin Laschet kommt plötzlich dran und fragt ĂŒberrascht: "Wie war die Frage?" Irgendwie ist diese Situation symptomatisch fĂŒr die Sendung. Denn vor dem RĂ€tsel, um was es dort gerade geht, dĂŒrften zwischenzeitlich auch viele Zuschauer immer wieder gestanden haben.

Der lustigste Moment

Symptomatisch ist leider auch, dass wir an dieser Stelle gern fĂŒr etwas Erheiterung sorgen wĂŒrden, es aber leider nicht können. Es gibt in den 95 Minuten kein wirkliches Highlight, ĂŒber das sich schmunzeln ließe. LĂ€sst man mal den Krach im Studio und die Stoppuhr, die nicht stoppt, weg.

Das sagen die Zuschauer in der Nach-Triell-Umfrage

Nach Meinung der Zuschauer hat Olaf Scholz auch das zweite TV-Duell gewonnen. Einer Umfrage der ARD zufolge fanden 41 Prozent den SPD-Kanzlerkandidaten am ĂŒberzeugendsten – und nur 27 Prozent Armin Laschet sowie 25 Prozent Annalena Baerbock. Das ZDF hat zumindest auf Platz zwei und drei eine andere Tendenz: Scholz hat sich demnach mit 32 Prozent am besten geschlagen, vor Baerbock (26 Prozent) und Laschet (20 Prozent).

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