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Stilles Gedenken: Gedenken an Terroranschlag in Berlin vor zwei Jahren

Blutiger Tag vor zwei Jahren  

Gedenken an Terroranschlag in Berlin vor zwei Jahren

19.12.2018, 16:39 Uhr | dpa

Stilles Gedenken: Gedenken an Terroranschlag in Berlin vor zwei Jahren. Eine Frau zündet am Breitscheidplatz am Mahnmal vor einer israelischen Fahne ein Kerzenlicht ab.

Eine Frau zündet am Breitscheidplatz am Mahnmal vor einer israelischen Fahne ein Kerzenlicht ab. Foto: Carsten Koall. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Zwei Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt hat Berlin mit einem stillen Gedenken an die Opfer und Hinterbliebenen erinnert.

An der Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz versammelten sich am Mittwochmorgen rund 100 Menschen, darunter Berliner Politiker und viele Angehörige von Opfern. Sie verharrten in einer Schweigeminute und legten auf den Stufen des Mahnmals - ein goldener Riss im Boden - Rosen nieder. Unter mehr als einem Dutzend Kränzen waren auch solche der Botschaften Israels, Polens und Italiens - Herkunftsländer mehrerer Opfer.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungsmitglieder hätten der Opfer gedacht und seien in Gedanken bei den Hinterbliebenen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Man steht noch immer fassungslos vor der Monstrosität dieser Tat", ergänzte er und versicherte: "Terroropfer besser zu unterstützen, ist ein zentrales Anliegen der Bundesregierung."

Am 19. Dezember 2016 hatte der islamistische Attentäter Anis Amri einen Lastwagen entführt und war damit auf den Weihnachtsmarkt gefahren. Insgesamt wurden bei dem Anschlag 12 Menschen getötet und mehr als 70 verletzt, viele von ihnen schwer.

Teilnehmer der kurzen Zeremonie an dem vor einem Jahr vorgestellten Mahnmal waren unter anderem Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), mehrere Senatoren, Berliner Abgeordnete und der Opferbeauftragte der Bundesregierung, Edgar Franke.

In einer kurzen Ansprache wandte sich der Pfarrer der Gedächtniskirche, Martin Germer, an die Angehörigen der Opfer. Einige seien erstmals nach Berlin gekommen und hätten dafür eine lange Anreise auf sich genommen, etwa aus Israel. "Tag für Tag halten viele Menschen an dieser Stelle inne (...). Sie bringen damit ihre Anteilnahme zum Ausdruck. Mit ihnen verneigen wir uns zum Gedenken", sagte Germer. Dann las er die Namen der zwölf getöteten Menschen vor und ihre Herkunftsländer: Polen, Deutschland, Ukraine, Tschechien, Italien und Israel.

Erinnert wurde auch an diejenigen, die schwer verletzt wurden und nun mit bleibenden gesundheitliche Schäden leben müssen. Ein Mann sitzt noch heute meistens im Rollstuhl.

Am Abend sollte um 20.02 Uhr - dem Zeitpunkt des Anschlags - eine Glocke der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zur Erinnerung an die Todesopfer zwölf Mal schlagen. Pfarrer Germer betonte in seiner Andacht laut dem vorab veröffentlichten Redemanuskript, er habe seit dem Anschlag zahlreiche jüngere Männer und Frauen in Moscheen und in anderen islamischen Zusammenhängen kennengelernt. Viele hätten sich sehr glaubwürdig und mutig für ein friedliches Miteinander der Religionen und Kulturen und für ein friedensförderliches Verständnis ihrer Religion eingesetzt. Das sei ein starkes Hoffnungszeichen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) teilte mit, die jüngsten Ereignisse in Straßburg hätten auf schmerzliche Weise gezeigt, "dass wir nicht darin nachlassen dürfen, uns gegen solchen menschenverachtenden Terrorismus zur Wehr zu setzen". Die deutschen Sicherheitsbehörden täten dies weiter konsequent. Seehofer drückte sein Mitgefühl für die Opfer und Hinterbliebenen aus und erklärte: "Der fürchterliche Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz hat uns vor zwei Jahren alle tief erschüttert. Auch ich persönlich denke immer wieder an diesen traurigen Tag zurück."

Der Opferbeauftragte Franke sagte am Mittwoch im SWR, der Staat habe aus den damaligen Versäumnissen gelernt. Psychologische und finanzielle Hilfen seien verbessert worden. Die Entschädigungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Es gebe noch einen hohen Gesprächsbedarf bei Betroffenen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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