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Hilfsorganisation will Fl├╝chtlinge nach Berlin ausfliegen

Von Madeleine Janssen

Aktualisiert am 31.03.2020Lesedauer: 3 Min.
Frau in Moria auf Lesbos: Immer mehr Politiker fordern, das Elendslager zu evakuieren.
Frau in Moria auf Lesbos: Immer mehr Politiker fordern, das Elendslager zu evakuieren. (Quelle: imago-images-bilder)
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Die s├Ąchsische Hilfsorganisation "Mission Lifeline" hat Geld gesammelt, um gefl├╝chtete Kinder aus den Elendslagern in Griechenland zu holen. Die Hauptstadt Berlin soll viele von ihnen aufnehmen.

Um gefl├╝chtete Kinder aus den ├╝berf├╝llten Fl├╝chtlingslagern im griechischen Moria auf Lesbos zu holen, hat die Hilfsorganisation "Mission Lifeline" aus Dresden Geld f├╝r Charterfl├╝ge gesammelt. Ein zweiter Evakuierungsflug sei inzwischen finanziert, meldete die Organisation am Dienstag auf Twitter.

"Es geht jetzt darum, die Voraussetzungen f├╝r eine stabile Luftbr├╝cke zu schaffen, damit wir so viele Menschen wie m├Âglich retten k├Ânnen", twitterte "Mission Lifeline".

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Auf Anfrage von t-online.de best├Ątigte der Mitbegr├╝nder von "Mission Lifeline", Axel Steier, man werde so oft und solange fliegen, wie das eingesammelte Geld f├╝r gecharterte Flugzeuge reiche. Pro Flug rechnet die Organisation mit maximal 55.000 Euro, abh├Ąngig davon, von woher das Flugzeug nach Lesbos anreist, wie die Auslastung ist und wie viel Bordpersonal ben├Âtigt wird. Aktuell habe man 110.000 Euro zusammen. "Wir hoffen, dass wir noch einen dritten Flug finanzieren k├Ânnen", sagte Steier t-online.de.

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Wer mitfliegen darf, entscheidet sich nach Steiers Angaben ├╝ber eine Priorit├Ątenliste des UN-Fl├╝chtlingshilfswerks UNHCR, in Absprache mit den griechischen Beh├Ârden vor Ort. Fest steht: Binnen weniger Tage w├Ąre ein Flugzeug startklar.

"Situation eskaliert immer weiter"

Die migrationspolitische Sprecherin der sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament, Birgit Sippel, forderte die EU-Mitgliedsstaaten in einem Statement gegen├╝ber t-online.de zu einem gemeinsamen Kraftakt auf. "Die Situation auf den griechischen Inseln eskaliert immer weiter. Ungeachtet dessen, dass die griechische Regierung auch zu dieser Eskalation beigetragen hat, m├╝ssen sich die EU-Mitgliedstaaten endlich solidarisch zeigen und Griechenland bei dieser Herausforderung zur Seite stehen", sagte Sippel. "Gerade jetzt m├╝ssen die Mitgliedstaaten schutzbed├╝rftige und gef├Ąhrdete Menschen aus Griechenland aufnehmen, seien es Menschen mit bereits anerkanntem Schutzstatus, Familien oder unbegleitete Minderj├Ąhrige."

Die zust├Ąndigen Stellen im Bund m├╝ssten die Aufnahme, zu der viele deutsche Kommunen bereit seien, nun unb├╝rokratisch erm├Âglichen. Doch danach sieht es nicht aus. Die Berliner Senatsverwaltung f├╝r Justiz bekr├Ąftigte ihre Bereitschaft, bis zu 1.500 minderj├Ąhrige Fl├╝chtlinge aufzunehmen. In einem Interview mit dem "Tagesspiegel" sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Gr├╝ne) am Montag, es fehle nur noch die Einflugerlaubnis f├╝r den Charterflug von "Mission Lifeline". Und die erteile die Luftfahrtbeh├Ârde beim Bundesverkehrsministerium. Das Ministerium war f├╝r eine Stellungnahme am Dienstagnachmittag nicht zu erreichen.

Kinder im Lager Moria: Dreck, Hunger und Kriminalit├Ąt bestimmen den Alltag in dem Camp nahe der Hauptstadt Mytilini auf Lesbos.
Kinder im Lager Moria: Dreck, Hunger und Kriminalit├Ąt bestimmen den Alltag in dem Camp nahe der Hauptstadt Mytilini auf Lesbos. (Quelle: imago-images-bilder)

Angesichts der Corona-Krise ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Lungenkrankheit Covid-19 auch im Elendslager Moria und anderen ├╝berf├╝llten Camps mit mangelhaften Hygienebedingungen ausbricht. Birgit Sippel pl├Ądiert deshalb f├╝r eine sofortige Evakuierung der Lager. Die SPD-Politikerin beklagt "vorgeschobene Gr├╝nde, die eine Umsiedlung verz├Âgern, wie zum Beispiel langwierige Alters├╝berpr├╝fungen".

Die Wasserversorgung in Moria ist immer wieder unterbrochen, Bewohner des Camps berichten, dass sie nur alle ein, zwei Wochen mit kaltem Wasser duschen k├Ânnen. "Wenn das neuartige Coronavirus dort ausbricht und ÔÇô wie im Bev├Âlkerungsdurchschnitt ÔÇô f├╝nf Prozent der Patienten beatmet werden m├╝ssten, rechnen wir in dem Lager mit seinen rund 20.000 Menschen mit etwa 500 bis 1.000 Toten, also einer Sterberate von rund 2,5 Prozent", sagte Steier von "Mission Lifeline".

"Es ist zu bef├╝rchten, dass niemand mehr ausgeflogen wird, sobald Corona dort ausbricht", sagte Steier. "Ich bef├╝rchte, da steht der Wille dahinter, ein abschreckendes Beispiel zu erzeugen ÔÇô die Flucht nach Griechenland hat ein t├Âdliches Ende."

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