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Markus Söders Corona-Politik in Bayern: Hauptsache den Knallhart-Kurs halten

MEINUNGSöder-Pressekonferenz  

Hauptsache den Knallhart-Kurs halten

22.09.2020, 17:35 Uhr
Söder: Wirtschaft, Schule und Kitas haben Priorität

Trotz steigender Corona-Infektionszahlen müssten Wirtschaft und Arbeitsplätze erhalten bleiben, sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Freizeitvergnügen müsse dahinter anstehen.

"Regional statt national": Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kündigt neue Corona-Regeln bei lokalen Ausbrüchen an (Quelle: Reuters)


Markus Söder will die steigenden Fallzahlen in Bayern mit scharfen Maßnahmen eindämmen. Damit bleibt er nicht nur seiner politischen Linie treu. Er will auch seine alten Beliebtheitswerte zurückholen.

Als Mitte August die Panne an Corona-Teststationen in Bayern bekannt wurde, bei der 900 Infizierte nicht informiert worden waren, war dies ein Tiefschlag für den bis dahin in der Krise glänzenden Ministerpräsidenten Markus Söder. Zerknirscht nannte er den Vorgang "sehr, sehr ärgerlich".

Der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet erlebte seinen Rückschlag beim Tönnies-Ausbruch. Im CDU-regierten Hessen mussten 400 Menschen nach einem Fußballspiel in Quarantäne geschickt werden. Söders Rückschlag war das Debakel an den Corona-Teststationen. 

Man stehe "an einer Weggabelung"

Seit Mitte August klettern die Corona-Fallzahlen in Söders Bundesland in die Höhe, während die Beliebtheitswerte sinken. Der bayerische Regierungschef trat an diesem Dienstagnachmittag vor die versammelte Presse in München und sagte: "Wir sind sehr besorgt, die Zahlen steigen in ganz Europa an" und lenkte dann den Blick auf sein Bundesland. 

Während andere Bundesländer noch um die Antworten auf die steigenden Zahlen ringen, prescht Söder vor: Alkoholverbote auf großen Plätzen werden eingeführt, zudem wird die Anzahl von privaten Kontakten beschränkt. Fünf Personen dürfen sich treffen, zwei Haushalte. Mehr nicht. In Schulen wird die Maskenpflicht ausgeweitet und kann künftig auch in Grundschulen gelten, wenn der Wert von 50 Infizierten pro 100.000 Personen überschritten wird. Regelungen in dieser Schärfe sind einzigartig in Deutschland.

Das Image des vorsorglich handelnden Landesvaters bröckelt

Markus Söder, der in der Krise stets als Warner und Mahner auftrat, bleibt seinem Kurs damit treu. Für ihn ist es keine Kehrtwende, wenn er nun mit drastischen Methoden die Zahlen senken will.

Doch ob der harte Kurs reicht, um seine alte Beliebtheit zurückzugewinnen? Seit der Corona-Testpanne kann Söder nicht mehr glänzen: Stattdessen muss er den steigenden Fallzahlen hinterherlaufen. Er muss reagieren, kann wenig gestalten. Das Image des vorsorglich handelnden Landesvaters bröckelt. 

Beherrscht Söder selbst "die Pflicht"? 

Wie stark der Druck auf Söder geworden ist, zeigt sich auch daran, wie sehr er betonte, er wolle auf regionale und lokale Maßnahmen setzen und diese stringent umsetzen. Die Botschaft: erstmal so schnell wie möglich die eigenen Fallzahlen reduzieren. Lange hatte Söder signalisiert, dass sich andere Ministerpräsidenten in Deutschland gern ein Beispiel an seiner Corona-Politik nehmen könnten. Von solchen Tönen war am Dienstag nichts mehr zu hören.

Nun muss sich Söder zunehmend fragen lassen, ob er selbst die Pflicht beherrscht. Wenn die Fallzahlen nicht bald sinken, wird der Druck auf den bayerischen Ministerpräsidenten weiter steigen. Dann wird sich zeigen, ob der Weg der schärferen Maßnahmen nicht nur die Fallzahlen senkt, sondern auch die Zustimmung in der Bevölkerung hebt.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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