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Plagiatsvorwürfe: Wegen dieser Buchpassagen steht Baerbock in der Kritik

Plagiatsvorwürfe  

Wegen dieser Buchpassagen steht Baerbock in der Kritik

01.07.2021, 08:27 Uhr | t-online

Plagiatsvorwürfe: Wegen dieser Buchpassagen steht Baerbock in der Kritik. Annalena Baerbock bei einem Auftritt in Potsdam: Gegen die Grünen-Chefin sind Plagiatsvorwürfe erheben worden. (Quelle: dpa/Soeren Stache)

Annalena Baerbock bei einem Auftritt in Potsdam: Gegen die Grünen-Chefin sind Plagiatsvorwürfe erheben worden. (Quelle: Soeren Stache/dpa)

Was ist dran an den Plagiatsvorwürfen gegen Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock? Der Medienwissenschaftler Stefan Weber moniert mehrere Textstellen in Baerbocks Buch. Das sind sie.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock soll in ihrem Buch abgeschrieben haben. Diesen Vorwurf hat der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber erhoben. In einem Blog-Beitrag spricht er von mehreren "schwerwiegenden Textplagiaten". t-online dokumentiert die Passagen aus "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern", die Weber beanstandet.

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Aus Baerbocks Buch:

"Bereits 2010 hatte das US-Verteidigungsministerium den Klimawandel als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA deklariert und somit als Phänomen, das die Aufmerksamkeit des Pentagon erforderte. Die Betrachtung des Klimawandels als "Bedrohungsmultiplikator", der Rohstoff- und Gesellschaftskonflikte verschärfen kann, ist seither zu einem Eckpfeiler in der Strategie des Pentagon geworden. Seine Conclusio: Je fragiler ein Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er besonders stark unter den Folgeerscheinungen der Erderwärmung leiden wird – also unter inneren Konflikten, humanitären Katastrophen und Migration. Das daraus entstehende Chaos könnte wiederum zu neuen Herausforderungen für das US-Militär führen, sei es durch humanitäre Hilfseinsätze oder Interventionen im Ausland."

Passage aus dem Artikel "Kriegstreiber Klimawandel" von Michael T. Klare, in "Internationale Politik" 05/2019:

"Erstmals wurde der Klimawandel 2007 als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA wahrgenommen und somit als Phänomen, das die Aufmerksamkeit des Pentagons erforderte. [...] Das Konzept des Klimawandels als „Bedrohungsmultiplikator“, der Rohstoff- und Gesellschaftskonflikte in Entwicklungsländern verschärfen kann, ist seither zu einem Eckpfeiler in der Strategie des Pentagons geworden. Je gespaltener und korrupter ein Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er besonders stark unter den Folgeerscheinungen der Erderwärmung leiden wird – also unter inneren Konflikten, humanitären Katastrophen und Massenmigration. Das daraus entstehende Chaos könnte wiederum zu neuen Herausforderungen für das US-Militär führen, sei es durch humanitäre Hilfseinsätze oder militärische Interventionen im Ausland."

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Aus Baerbocks Buch:

"Der Klimawandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen aus, etwa durch den extremwetterbedingten Ausfall von Zulieferern, durch Schäden an Straßen, Schienen und Gebäuden oder durch Rohstoffknappheit. Zwischen 2000 und 2019 beliefen sich die Gesamtschäden aus klimawandelbedingten Extremwetterereignissen weltweit auf 2,56 Billionen US-Dollar."

Passage aus dem Blog "Klimawandel – Challenge Accepted" des Verbands der Wirtschaft für Emissionshandel und Klimaschutz e. V.:

"Der Klimawandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen aus: Sei es durch den extremwetterbedingten Ausfall von Zulieferern, Schäden an Verkehrsinfrastrukturen oder Gebäuden oder Änderungen der Beschaffenheit oder Verfügbarkeit von Rohstoffen. [...] Zwischen 2000 und 2019 beliefen sich die Gesamtschäden aus klimawandelbedingten Extremwetterereignissen (11.000 Ereignisse registriert) auf 2.560 Mrd. US-Dollar."

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Aus Baerbocks Buch:

"Insgesamt zehn Staaten traten an diesem Tag der Europäischen Union bei: die baltischen Staaten und ehemaligen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen, außerdem Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, die frühere jugoslawische Teilrepublik Slowenien sowie die beiden Mittelmeerstaaten Malta und Zypern. Die EU wuchs von 15 auf 25 Mitglieder – und begrüßte damit rund 75 Millionen neue Unionsbürger*innen."

Passage aus "Vor 15 Jahren: EU-Osterweiterung", Beitrag der "Bundeszentrale für politische Bildung":

"Insgesamt zehn Staaten traten an diesem Tag der Europäischen Union bei: die baltischen Staaten und ehemaligen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen, außerdem Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, die frühere jugoslawische Teilrepublik Slowenien sowie die beiden Mittelmeerstaaten Malta und Zypern. Die EU wuchs von 15 auf 25 Mitglieder – und begrüßte damit rund 75 Millionen neue Unionsbürgerinnen und -bürger."

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Aus Baerbocks Buch:

"Der Wettbewerb scheint auch weltweit eröffnet. In Amsterdam ist ein
130 Meter hohes Holzhochhaus geplant, in Chicago ein 228 Meter hohes und in Tokio eines mit 350 Metern Höhe."

Passage aus "Das HoHo ist das höchste Holzhochhaus der Welt", erschienen bei "Spiegel Online" am 25. August 2019:

"Und der Rekord dürfte früher oder später ohnehin gebrochen werden: In Amsterdam ist ein 130 Meter hohes Holzhaus geplant, in Chicago ein 228 Meter großes und in Tokio eines mit 350 Meter Höhe."

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Aus Baerbocks Buch:

"Gemeinsam mit anderen EU-Staaten und Ländern wie Kanada, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, sollte die nächste Bundesregierung daher Kriterien für die Ermittlung eines vergleichbaren und objektiven Wohlstandsindikators entwickeln, der das BIP langfristig ersetzen kann."

Passage aus einem Wikipedia-Beitrag über den "Indikator echten Fortschritts":

"Zahlreiche hochentwickelte Länder (insbesondere die Staaten der EU und Kanada) versuchen seit einigen Jahren, gemeinsame Kriterien für die Ermittlung eines vergleichbaren und objektiven GPI zu entwickeln.

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Aus Baerbocks Buch:

"Wer immer nur von der Gegenwart aus denkt, verharrt in der Kurzfristigkeit und verliert an strategischer Tiefe."

Passage aus dem Artikel "Oase des Friedens" von Florence Gaub, in "Internationale Politik", 01/02 2021:

"Wer ständig in Krisen denkt, verharrt in der Kurzfristigkeit und verliert an strategischer Tiefe."

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Aus Baerbocks Buch:

"Mit der sogenannten Osterweiterung im Mai 2004 galt die Teilung Europas – rund 15 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – als
überwunden."

Passage aus "Vor 15 Jahren: EU-Osterweiterung", Beitrag der "Bundeszentrale für politische Bildung":

"Mit der sogenannten Osterweiterung galt die Teilung Europas – rund 15 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – als überwunden."

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Aus Baerbocks Buch:

"Ein Beispiel dafür ist der Umgang mit dem Zyklon "Nargis" im Irrawaddy-Delta in Myanmar. In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 2008 peitschte der Wirbelsturm mit Böen bis zu 240 Stundenkilometern hohe Wellen durch die weitverzweigten Flussarme des Irrawaddy tief ins Landesinnere hinein. Nargis riss 135.000 Menschen in den Tod, zerstörte Dörfer und lfutete die Reisfelder mit Salzwasser. Hunderttausende Menschen wurden obdachlos, und Millionen waren nach dem Wirbelsturm, der bis heute als der tödlichste Tropensturm gilt, auf medizinische und humanitäre Hilfe angewiesen."

Passage aus "Der tödliche Tropensturm, der Myanmar bis heute zeichnet", erschienen beim "Tagesspiegel" am 2. Mai 2018:

"Vor zehn Jahren verwüstete der Zyklon Nargis hier alles. In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 2008 peitschte der Wirbelsturm mit Böen bis zu 240 Stundenkilometern hohe Wellen durch die weitverzweigten Flussarme des Irrawaddy bis zu 40 Kilometer ins Landesinnere. Nargis riss 140.000 Menschen in den Tod, zerstörte Dörfer und flutete die Felder der Reiskammer des Landes mit Salzwasser. 2,4 Millionen Menschen waren von dem Wirbelsturm betroffen, der bis heute als der tödlichste Tropensturm gilt."

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Aus Baerbocks Buch:

"Dennoch kann es Europa nicht egal sein, dass deutsche Konzerne in der chinesischen Region Xinjiang produzieren, die für Zwangsarbeit, Überwachung und Unterdrückung von Millionen Menschen muslimischen oder christlichen Glaubens sowie Minderheiten wie den Uiguren, Kasachen, Kirgisen oder Hui-Chinesen steht. Viele, oftmals ganze Familien, landen in Internierungslagern. Sie erzählen von Foltermethoden, Erniedrigung, Vergewaltigung und Zwangssterilisation."

Passage aus "Was steckt hinter der Uiguren-Unterdrückung?", erschienen beim ZDF am 27. Juli 2020:

"Meist sind das Menschen, die sich verdächtig gemacht haben, weil sie dem muslimischen oder christlichen Glauben angehören oder Minderheiten, wie den Uiguren, Kasachen, Kirgisen, Hui-Chinesen. Das ist die junge Frau, die im Ausland studiert hat, der alte Mann, der seit Jahrzehnten in der Moschee sauber macht, der junge Mann, der nach Kasachstan gereist ist, um seine Familie zu besuchen. Die meisten landen in Internierungslagern und mit ihnen oftmals ganze Familien. Sie erzählen von Foltermethoden meist psychisch, Schreien aus den Nachbarzellen, Erniedrigung, Vergewaltigung, Zwangssterilisation."

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Aus Baerbocks Buch:

"Dafür müssen Investitionen und Innovationen in den Dienst der sozialökologischen Transformation gestellt werden. Denn spätestens die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass ökonomische Instrumente Mittel und nicht Ziele sind. Ein Wirtschaftsindikator wie das BIP, der im Zuge der Produktion verursachte Umweltschäden aus den Bilanzen ausblendet und nicht erkennt, wie tief eine Gesellschaft in einer Klima- und Ungleichheitskrise oder auch Demokratiekrise steckt, hat keine Zukunft."

Passagen aus einem Interview mit Politökonomin Maja Göpel, erschienen in der "taz" am 1. November 2020:

"Dafür müssen wir Investitionen und Innovationen auch darauf ausrichten, Corona hat doch gezeigt, dass ökonomische Instrumente Mittel und nicht Ziele sind."

"Der Wirtschaftswissenschaftler Joseph Stiglitz hat das noch vor Corona auf den Punkt gebracht: Wir haben eine Demokratiekrise, Klimakrise und Ungleichheitskrise."

"Wenn wir nur noch Wachstum messen können, solange wir die Schadschöpfung von Produktionsprozessen aus der Bilanz ausblenden, dann ist ein steigendes Bruttoinlandsprodukt (BIP) keine Erfolgsgeschichte."

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