Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomePolitikDeutschlandParteien

Flutkatastrophe: Witzelt im Katastrophengebiet – Armin Laschet entschuldigt sich


Lachen im Katastrophengebiet – Laschet entschuldigt sich

Von Patrick Diekmann

Aktualisiert am 18.07.2021Lesedauer: 3 Min.
Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen Text"Babylon Berlin"-Star ist totSymbolbild für einen TextFußball-Legende Pelé im KrankenhausSymbolbild für einen TextWieder Flitzer bei der WMSymbolbild für einen TextDemokraten finden Nachfolger von PelosiSymbolbild für einen TextEx-Radprofi von Lkw überfahrenSymbolbild für einen TextWM: Ronaldo fehlt bei Portugal-TrainingSymbolbild für einen TextIS-Anführer offenbar totSymbolbild für einen TextVorwurf erschüttert britisches KönigshausSymbolbild für einen TextTaxi-Bestellung: Lottomillionär scheitertSymbolbild für einen TextLegendäre Automarke feiert AuferstehungSymbolbild für einen TextLufthansa zahlt Passagieren 2,6 MillionenSymbolbild für einen Watson TeaserLeni Klum teilt laszives FotoSymbolbild für einen TextAnzeige: t-online erklärt: Clever vorsorgen
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Die Zahl der Toten nach den verheerenden Fluten steigt weiter, Steinmeier und Laschet besuchen die Katastrophenregion. Doch bei der Rede des Bundespräsidenten fängt der CDU-Chef plötzlich an zu lachen, wie Kameraaufnahmen zeigen.

Beim Besuch in einem der Flutkatastrophen-Gebiete hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Solidarität und Spenden für die Opfer aufgerufen. "Vielen Menschen hier in den Regionen ist nichts geblieben außer ihrer Hoffnung. Und diese Hoffnung dürfen wir nicht enttäuschen", sagte das Staatsoberhaupt nach Gesprächen mit Rettungskräften im nordrhein-westfälischen Erftstadt.


Tote, Schäden, Chaos: Die Flutkatastrophe in Bildern

Trümmer in Bad Neuenahr im Kreis Ahrweiler: In der Kreisstadt starben 69 Menschen, der Wiederaufbau dauert bis heute an.
Freiwillige helfen bei den Aufräumarbeiten in Mayschoss in der Verbandsgemeinde Altenahr: Tagelang war der Ort ganz von Hilfe abgeschnitten, bis die Bundeswehr ihn mit Hubschraubern erreichte.
+18

Der Ruf nach Hilfe aus allen Teilen der Region sei "groß und drängend". "Aber den großen Verlust haben diejenigen zu tragen, die Angehörige verloren haben in den Fluten", sagte Steinmeier weiter.

Laschet witzelt im Hintergrund mit CDU-Landrat

Doch während Steinmeier in seiner bewegenden Rede über die Flutopfer sprach, die auf mehreren TV-Sendern übertragen wurde, fiel auch der Fokus auf Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Der Kanzlerkandidat der Union war im Hintergrund zu sehen, er witzelte und lachte zusammen mit Frank Rock, CDU-Landrat des Rhein-Erft-Kreises.

Die Szene sehen Sie hier oder oben im Video.

Unklar ist, ob Laschet sich darüber bewusst war, dass er im Bildausschnitt zu sehen war und ob er hörte, was Steinmeier in dem Moment sagte. Trotzdem wirkte es höchst unglücklich für den CDU-Chef und auf Twitter werfen ihm zahlreiche Nutzer Respektlosigkeit gegenüber den Flutopfern vor.

Loading...
Symbolbild für eingebettete Inhalte

Embed

"Eine Frage des Charakters"

"Ich bin wirklich sprachlos", schrieb SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Samstagnachmittag auf Twitter und verlinkte auf ein in den Online-Netzwerken kursierendes Video. Darin lacht Laschet im Hintergrund zusammen mit Umstehenden, während ein sichtlich betroffener Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Betroffenen in der Katastrophenregion Solidarität und Hilfe verspricht.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter
Twitter

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

SPD-Vizechef Kevin Kühnert schrieb auf Twitter: "eine Frage des Charakters". Steinmeier und Laschet, der sich für die Union um die Kanzlerschaft bewirbt, hatten sich zuvor gemeinsam ein Bild von der Lage im schwer getroffenen Ort Erftstadt gemacht. Beide dankten dort den Einsatzkräften. Laschet versprach, das Land Nordrhein-Westfalen werde "alles dafür tun", um Direkthilfe für die Betroffenen zu organisieren.

Kritik an Laschets Verhalten kam auch von der FDP. Bundestags-Fraktionsvize Michael Theurer sagte der "BamS": "Rheinische Frohnatur in Ehren", doch werde es dem Ernst der Lage nicht gerecht, "herumzualbern", während der Bundespräsident der Opfer gedenke.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter
Twitter

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Am Abend entschuldigte sich Laschet für den Vorfall. "Uns liegt das Schicksal der Betroffenen am Herzen, von dem wir in vielen Gesprächen gehört haben", schrieb er auf Twitter. "Umso mehr bedauere ich den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden ist. Dies war unpassend und es tut mir leid."

CDU-Chef spricht von "Jahrhundertkatastrophe"

Nach Steinmeier sprach auch Laschet mit einem betont ernsten Gesichtsausdruck. Der Ministerpräsident bezeichnete das Hochwasser als "Jahrhundertkatastrophe". Land und Kommunen könnten die Folgen der Flut nicht alleine stemmen. Er versprach Direkthilfe für die betroffenen Menschen und sagte zu, es werde "sehr unbürokratisch Geld ausgezahlt". Danach werde man zusammen mit dem Bund "strukturell" den Städten helfen müssen, den Wiederaufbau zu bewerkstelligen. Am Sonntag wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der schwer verwüsteten Region in Rheinland-Pfalz erwartet.

Meistgelesen
Wladimir Putin: Russland muss diesen Krieg verlieren, sagt Historiker Timothy Snyder.
"Genau dann wird der Krieg enden"
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Während sich das verheerende Hochwasser aus vielen Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz langsam zurückzieht, wird in den Trümmern weiterhin nach Todesopfern und Verletzten gesucht. Bis zum Samstagmittag stieg die Zahl der Toten auf mehr als 130. Allein im rheinland-pfälzischen Großraum Ahrweiler kamen nach Angaben der Polizei über 90 Menschen ums Leben. Es wird befürchtet, dass noch weitere hinzukommen, weil einige Autowracks und vollgelaufene Keller noch nicht kontrolliert werden konnten. Hunderte Menschen wurden laut Polizei verletzt.

Suche nach Opfern geht weiter

Aber es gibt auch kleine Hoffnungsschimmer mitten im Chaos: Trotz mehrerer eingestürzter Häuser gab es zum Beispiel bislang keine bestätigten Todesopfer in dem extrem unter Wasser stehenden Stadtteil Blessem der nordrhein-westfälischen Kommune Erftstadt. Man könne aber nicht ausschließen, noch Tote zu finden, sagte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises. In Blessem südwestlich von Köln war es zu gewaltigen Erdrutschen gekommen, es bildeten sich Krater im Erdreich, drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein.

In Nordrhein-Westfalen gab es nach Angaben des NRW-Innenministeriums landesweit mindestens 43 Todesopfer und viele Verletzte. Für Rheinland-Pfalz hatte Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD) am Freitag von 362 Verletzten gesprochen. Mehr als zwei Tage nach dem Unglück werden in den Regionen zudem immer noch Menschen vermisst.

Tausende Rettungskräfte sind unter anderem in der Eifel im Einsatz, in Nordrhein-Westfalen halfen rund 23.000 Menschen aus. Hinzu kämen 700 Beamte der Landespolizei und Kräfte der Bundespolizei sowie Einsatzkräfte aus Hessen, Niedersachsen und Hamburg.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und afp
  • Steinmeier-Statement zur Flutkatastrophe
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Mario Thieme
Armin LaschetCDUDeutschlandErftstadtFrank-Walter SteinmeierRhein-Erft-KreisSPDTwitter

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website