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"Wie kann so etwas im Jahr 2021 mitten in Deutschland passieren?"

Von dpa, lw

Aktualisiert am 17.07.2021Lesedauer: 6 Min.
AufrÀumarbeiten im Westen beginnen: So prekÀr ist die Lage in den besonders betroffenen Gebieten der Flutkatastrophe. (Quelle: t-online)
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Die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sorgt fĂŒr zahlreiche Debatten zum deutschen Klimaschutz. Die internationale und nationale Presse blickt kritisch auf die politische Situation.

Mehr als 130 Tote und immer noch Dutzende Vermisste: Das sind die verheerenden Folgen des Unwetters, das den Westen Deutschlands massiv getroffen hat. Überschwemmungen haben zu heftigen VerwĂŒstungen gefĂŒhrt, viele Menschen haben ihr Zuhause verloren. Die nationale und internationale Presse bezieht Stellung – besonders mit Blick auf die politische Situation wĂ€hrend der Katastrophe. Ein Überblick:


Tote, SchÀden, Chaos: Flutkatastrophe in Deutschland

TrĂŒmmer in Bad Neuenahr im Kreis Ahrweiler: Allein in der Kreisstadt werden die AufrĂ€umarbeiten Monate dauern, prognostizieren die Behörden.
Freiwillige helfen bei den AufrÀumarbeiten in Mayschoss in der Verbandsgemeindet Altenahr: Tagelang war der Ort von Hilfe abgeschnitten, seit Sonntag ist auch die Bundeswehr im Ort.
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Mitteldeutsche Zeitung, Halle (Saale): "Bekundungen des MitgefĂŒhls – wie ernst sie subjektiv auch gemeint sein mögen – verkommen mittlerweile oft binnen weniger Stunden zu Leerformeln, wenn sie in derart großer Zahl und im oft fast identischen Wortlaut in den digitalen Netzwerken abgesetzt werden. Überdies können sich Betroffene davon zunĂ€chst wenig kaufen. Die wissen gerade nicht, wo ihnen der Kopf steht und wie es weiter gehen soll im Leben – wenn sie noch ein Leben haben. Die Menschen am Rhein, an der Ruhr oder in der Eifel brauchen das MitgefĂŒhl und sich daraus ergebende Mithilfe in der nĂ€chsten Woche, im nĂ€chsten Monat und gewiss auch noch im nĂ€chsten Jahr. Auf das Übrige können sie fĂŒrs Erste getrost verzichten.

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Was die Menschen mit Sicherheit nicht brauchen, ist, wenn die Karawane des MitgefĂŒhls rasch zu einem anderen Elendsort weiterzieht, eigentlich unzustĂ€ndige Politiker, die sich aus allzu durchsichtigen Motiven vor die Kameras drĂ€ngeln – oder gar gegenseitige Attacken um eines politischen GelĂ€ndegewinns willen."

Neue ZĂŒrcher Zeitung, Schweiz: "Wenn der Klimawandel katastrophale WetterphĂ€nomene wie Starkregen oder DĂŒrreperioden begĂŒnstigt, dann reicht eine Reduktion der CO-Emissionen nicht. Die Gesellschaft muss sich auch besser vor den Folgen der KlimaerwĂ€rmung schĂŒtzen. Die Fragen nach der Verantwortung, die deutschen Politikern jetzt gestellt werden sollten, sind deshalb nicht nur die nach der Stilllegung von Kohlekraftwerken oder dem Bau zusĂ€tzlicher Windparks. Es sind auch Fragen nach geeigneten Warnsystemen vor Sturzfluten fĂŒr die Bevölkerung gefĂ€hrdeter Gebiete. Es sind Fragen nach nötigen baulichen Massnahmen zum Ableiten großer Regenmengen und zum Schutz von Siedlungsgebieten vor Überschwemmungen. Und es sind Fragen der Raumplanung, welche die Siedlungsentwicklung in hochwassergefĂ€hrdeten Regionen sinnvoll steuern sollte.

Solche Fragen nach dem Management der negativen Folgen des Klimawandels werden im klimapolitischen Diskurs zumeist tabuisiert. KlimaschĂŒtzer befĂŒrchten, dass sie als Ausrede fĂŒr Nichtstun missbraucht werden. Doch wer diese Fragen vermeidet, verschließt die Augen vor der RealitĂ€t und bringt damit die Bevölkerung in Gefahr."

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Reutlinger General-Anzeiger: "Wie kann so etwas im Jahr 2021 mitten in Deutschland passieren? In Erftstadt, Schuld und anderswo zeigt sich, dass der Mensch der Natur im Ernstfall schutzlos ausgeliefert ist – trotz flĂ€chendeckender Handykommunikation, Warn-Apps und Wettersimulationen. Wir wĂ€hnen uns in einer Sicherheit, die trĂŒgerisch ist. Notfalls die Feuerwehr gerufen, um mal eben den Keller leer zu pumpen? Oder ein Selfie mit GPS-Koordinaten geschickt, damit das THW die Hausbewohner rechtzeitig vom Dach holt?

Das wird schnell zur Illusion, denn die Technik hat Grenzen. Wenn der Funkmast unterspĂŒlt wurde, Strom- und Telefonleitungen tot sind und der Akku vom Handy leer ist, kann keine Hilfe mehr gerufen werden. Selbst die Kommunikation der Helfer untereinander bricht zusammen. Ohne Schienen und Straßen ist kein Durchkommen."


Augsburger Allgemeine:
"FĂŒr die bisher desaströs gelaufene Wahlkampagne der GrĂŒnen bietet sich die Gelegenheit, in die Vorhand zu kommen. Die Möglichkeit tut sich auf, weil die gewaltigen Wassermassen schlagartig allen klarmachen, was uns in Deutschland in den kommenden Jahren wegen der ErwĂ€rmung der Erde immer hĂ€ufiger droht. Und weil das Thema Klimaschutz bei CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet eine Schwachstelle ist."

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Corriere della Sera (Rom, Italien): "Der Klimaschutz steigt auf Platz eins der Sorgen der Menschen. Und die Folgen fĂŒr die AusgĂ€nge der Wahl könnten unvorhersehbar sein. Der Gedanke geht in das Jahr 2002, als die Elbe Landesteile im Osten ĂŒberschwemmte und Gerhard Schröder, im Rennen fĂŒr die Wiederwahl und in den Umfragen hinten dran, in Gummistiefeln zu Fuß hinaus eilte, um die Rettungsaktionen zu begleiten und gleichzeitig die Wahldynamik zu seinem Vorteil drehte. Es ist ein Drehbuch, das sich in diesen Stunden wiederholt, auch wenn alle versuchen, nicht den Eindruck zu erwecken, auf Stimmenfang zu sein. (...)

Es bleibt abzuwarten, ob es dann die GrĂŒnen sind, die von der neuen deutschen Angst profitieren. Sehr gut gestartet und dann wegen Ausrutschern und Fehlern von Annalena Baerbock zurĂŒckgefallen, haben die UmweltschĂŒtzer viel aufzuholen. Sie haben jedoch das ambitionierteste Programm auf der Linie der europĂ€ischen Ziele. Eine Sache ist sicher. Nach der Katastrophe wird die Wahl in Deutschland im kommenden September die erste in Europa sein, die beim Thema der KlimaerwĂ€rmung gewonnen oder verloren wird."

Kölner Stadt-Anzeiger: "Bei den Reaktionen der Politiker auf die aktuelle Unwetter kommt noch etwas anderes hinzu: die Versuchung, sie fĂŒr eine eigene Agenda zu nutzen. Gewiss hat der Starkregen mit dem Klimawandel, einem Top-Thema des Wahlkampfs, zu tun – mit der ErderwĂ€rmung und dem kaputten Jetstream. Nur Ignoranten können das noch leugnen. Insbesondere Unionskanzlerkandidat Armin Laschet wirkt in dieser Debatte – gelinde gesagt – ĂŒberfordert. Nichts spricht dagegen und alles dafĂŒr, die ZusammenhĂ€nge offen zu benennen. Dann sollte man es freilich unverstellt tun, nicht im Gewand der Empathie. Empathie und Instrumentalisierung vertragen sich schlecht. Das eine ist eine unmittelbar menschliche Regung, die kein Ziel im Visier hat. Das andere folgt einem rationalen KalkĂŒl, das auf etwas hinauswill. Ereignisse werden da rasch Mittel zum Zweck. So lĂ€uft man Gefahr, dass sich etwas Schönes in etwas HĂ€ssliches verwandelt."

El PaĂ­s (Madrid, Spanien): "Die katastrophalen Überschwemmungen, die Westdeutschland, Belgien und die Niederlande verwĂŒstet haben, sind ein weiterer Beweis fĂŒr die Herausforderungen, mit denen uns der Klimawandel konfrontiert. Was bei den Überschwemmungen ĂŒberrascht hat, ist deren IntensitĂ€t und Ausmaß. Das Geschehen zeigt, dass selbst entwickelte Gesellschaften mit hervorragender Infrastruktur und gutem Katastrophenschutz von den verheerenden Auswirkungen solcher Extremwetter nicht verschont bleiben. Die Auswirkungen haben das Herz des am weitesten entwickelten Teils Europas getroffen, mit einer tragischen Bilanz.

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Die Folgen des Klimawandels beschrĂ€nken sich nicht darauf, trockene Orte trockener zu machen oder mehr Hurrikane dort zu verursachen, wo sie normalerweise auftreten. Die Katastrophe macht klar, dass wir uns schneller in Richtung einer Dekarbonisierung der Wirtschaft bewegen mĂŒssen. Europa hat dabei schon wichtige Schritte unternommen, aber diese mĂŒssen weltweit getan werden. In der Zwischenzeit ist es notwendig, sich mit besseren NotfallplĂ€nen auf die Auswirkungen vorzubereiten. Die Überschwemmungen sind eine Warnung fĂŒr alle."

Frankenpost, Hof: "Jetzt plötzlich werden alle Parteien die Klimapolitik entdecken. Noch mehr als ohnehin schon. Doch sollten sich die handelnden Personen ehrlich machen. Sie werden nun viel vom Klimawandel reden und von der ErderwĂ€rmung. Hochwasser transferieren abstrakte Klimastudien auf dramatische Art in den Alltag eines jeden Einzelnen. Es gehört aber auch dazu, zu sagen, dass Bodenversiegelungen, miese, marode, uralte Abwassersysteme und Bebauungen dazu fĂŒhrten, dass der stunden- und tagelange Regen nicht versickern konnte. Erst so konnte er sich zu SturzbĂ€chen und reißenden Fluten entwickeln."

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Frankfurter Rundschau: "Die Unwetterkatastrophe könnte das politische Feld vor der Bundestagswahl tief umpflĂŒgen und den GrĂŒnen Auftrieb geben, die zuletzt wegen Kandidatin Baerbocks eigener Fehler und einer unfairen Anti-Kampagne auf dem absteigenden Ast waren. Sie haben das Original-Copyright beim Klimaschutz, sie werden ihre Kampagne darauf fokussieren. Ob es dazu reicht, an der Union vorbeizuziehen, steht dahin. Zumindest aber ist zu erwarten, dass gegen die Ökopartei keine Regierung gebildet werden kann. Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sind ja wohl aufgeklĂ€rt genug zu wissen, dass ohne GrĂŒne sonst doch wieder der nur angetĂ€uschte Klimaschutz Ă  la Merkel, Altmaier und Laschet droht. Eine Warnung sollte sein, dass der Unionskandidat selbst beim Auftritt in Hagen zum Besten gab, sein NRW sei 'eines der LĂ€nder, das am meisten tut gegen den Klimawandel'. Das war eine dreiste LĂŒge des Kohlefreunds und Windkraftbremsers, wie sich leicht nachweisen lĂ€sst. KĂ€me er damit durch, es wĂ€re fatal."

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