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Organraub auf Sinai-Halbinsel: Beduinen rauben Flüchtlingen die Organe

Beduinen rauben Flüchtlingen auf der Sinai-Halbinsel die Organe

21.11.2011, 09:01 Uhr | dpa

Organraub auf Sinai-Halbinsel: Beduinen rauben Flüchtlingen die Organe. Tausende afrikanische Flüchtlinge versuchen jährlich über die Sinai-Halbinsel nach Israel zu gelangen. Für viele endet der Versuch tödlich. Auch wegen skrupelloser Menschen- und Organhändler (Quelle: CNN)

Tausende afrikanische Flüchtlinge versuchen jährlich über die Sinai-Halbinsel nach Israel zu gelangen. Für viele endet der Versuch tödlich. Auch wegen skrupelloser Menschen- und Organhändler (Quelle: CNN)

Horror in der Wüste: Menschenhändler sollen Hunderten von afrikanischen Flüchtlingen auf der Sinai-Halbinsel gewaltsam Organe entnommen haben. Einer Dokumentation des Senders CNN zufolge, sind die meisten an den Folgen der Eingriffe gestorben. Flüchtlinge, die es über die Grenze nach Israel geschafft haben, lieferten weitere Hinweise auf den Organraub.

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Beduinen, die Flüchtlinge über die Grenze nach Israel schmuggelten sowie korrupte ägyptische Ärzte seien die Drahtzieher des Organhandels, heißt es in dem Bericht. Ihre Opfer kämen vor allem aus dem Sudan, Äthiopien oder Eritrea. Ihnen würden Nieren, Leber und andere Organe bei lebendigem Leibe entnommen. Die brutalen Eingriffe überlebten die Opfer in der Regel nicht.

Sender präsentiert Beweisfotos

CNN präsentierte Beweisfotos von der ägyptischen Menschenrechtsorganisation "New Generation Foundation for Human Rights" und der italienischen Organisation "EveryOne Group". Die Bilder zeigten Leichname von Flüchtlingen, denen Organe fehlten. Die Toten seien auf der Sinai-Halbinsel gefunden worden. Ihre Körper wiesen große Narben auf. Eine offizielle Bestätigung der ägyptischen Behörden gibt es noch nicht.

Der Leiter der ägyptischen Menschenrechtsorganisation, Hamdi al-Azzazi, sagte dem Sender, dass verbrecherische ägyptische Ärzte mit mobilen Operationszelten und sterilen Kühlboxen angereist seien. Dann wählten sie ihr Opfer aus, betäubten es - allerdings nur, um die Schreie der Opfer zu unterbinden, wie der ehemalige Leiter der Kairoer Gerichtsmedizin erläutert - und entnähmen ihm Organe. Anschließend würden die schwer verletzten Flüchtlinge sich selbst überlassen. Al-Azzazi sprach von Hunderten Opfern.

Regionaler Knotenpunkt für Organhandel

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte Ägypten jüngst in einem Bericht als regionalen Knotenpunkt für den Organhandel bezeichnet. Ägyptische Experten sprachen in dem Bericht von einem lukrativen Geschäft. Der Preis je Organ fange bei 20.000 Dollar an, sagte ein Beduine dem Sender. Er sei selbst im Organhandel aktiv gewesen. Ein zweiter Beduine bestätigte die Angaben.

Ein für Sicherheit im Norden der Sinai-Halbinsel zuständiger Polizeioffizier sagte, seine Einheiten wüssten vom illegalen Organhandel in ihrem Verantwortungsbereich. Wer dahinter stecke, sei ihnen aber nicht bekannt.

Afrikanische Flüchtlinge berichteten nach ihrer Ankunft in Israel, in Lagern in der ägyptischen Sinai-Wüste gebe es Organhändler und diese hätten gedroht, ihnen die Organe zu entnehmen. Eine Sprecherin der israelischen Hilfsorganisation "Ärzte für Menschenrechte" (PHR) sagte, 27 Flüchtlinge hätten in einer Klinik in Tel Aviv Aussagen auf Organraub gemacht. Konkrete Beweise gebe es jedoch nicht.

"Folter-Lager" auf der Sinai-Halbinsel

Die PHR-Sprecherin Yael Marom bestätigte aber: "Wir wissen, dass die Schmuggler systematisch Flüchtlinge als Geiseln nehmen und für sie horrende Lösegelder fordern." Marom sprach von "Folter-Lagern" auf der Sinai-Halbinsel. "Das System funktioniert so, dass Flüchtlinge schwere Gewalt erleben und dann ihre Verwandten anrufen, damit diese sie freikaufen", sagte die Sprecherin.

Nach Angaben der israelischen Einwanderungsbehörde sind seit Jahresbeginn mehr als 10.000 Flüchtlinge über die Sinai-Halbinsel illegal nach Israel gekommen. 2010 seien es insgesamt mehr als 14.000 gewesen. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge, die in der Klinik in Tel Aviv behandelt wurden, erzählten nach PHR-Angaben von Geiselhaft und Folter. Viele der Frauen seien zudem mehrfach vergewaltigt worden.

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