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Die fünf besten Wodkas

So erkennen Sie Qualität  

Die fünf besten Wodkas

17.12.2018, 16:41 Uhr | Jörg Zipprick, t-online.de

Die fünf besten Wodkas. Eiskalt und glasklar: Wodka. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eiskalt und glasklar: Wodka. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eigentlich schmeckt er nach nichts und dennoch gibt es riesige Unterschiede in der Qualität: Wodka. t-online.de stellt Ihnen die fünf besten Wodkas vor und erklärt, woran Sie eine gute Spirituose erkennen.

Grigori hat ein einfaches Rezept, um den besten Wodka zu bestimmen: "Er schmeckt nach nichts. Und er ist farblos." Grigori lehrte an einer Moskauer Fakultät und reiste stets mit einer Flasche Russki Standart Platinum – der war früher in Europa kaum erhältlich. Wenn es stimmt, dass man sich 10.000 Stunden mit einem Thema befassen muss, um zum Experten zu reifen, dann ist er ein Kenner.

Für Wodka gibt es keine klare Definition

"Leider nur weiß niemand, was Wodka eigentlich ist", pflegt Grigori zu sagen. Sein Alkoholgehalt pendelt irgendwo zwischen 37,5 und 80 Prozent. Und ziemlich alles, was destilliert werden kann, wird irgendwo zu Wodka. Im Klartext: Auch wenn Wodka meist aus Getreide, Kartoffeln oder Rübensirup (Melasse) hergestellt wird, kann der Brand auch von Mais, Reis oder Trauben stammen. Viele der besten Wodkas werden aus Roggen gebrannt. Sie verfügen über eine hauchzarte Süße und sind recht mild. "Kartoffelwodka" ist schwerer und süßer.

Wodkas auf Basis von Melasse sind so gut wie immer Billigprodukte mit recht süßlichem Geschmack. Es ist halt gar nicht so einfach, sich dem neutralen Geschmack anzunähern.

Doch in Russland hat man damit Erfahrung. Der Russki Standart Platinum ist hochwertig und mit einem Preis von unter 30 Euro nicht der teuerste Brand auf dem Markt. Für ihn wird russischer Winterweizen gebrannt und mit Wasser aus dem Ladogasee, dem größten See Europas, verschnitten. Nach vierfacher Destillation wird der Wodka mehrfach gefiltert. Vereinfacht gesagt rauscht er durch Kohle und Silber. Der Aufwand dient dazu, ihn von Fuselölen und Fehltönen zu befreien, denn, wie gesagt, begehrt ist der neutrale Geschmack.

  • Menge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 40% Vol.

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Wodka-Geheimtipp

Weniger bekannt, aber in der Top-Liga : Zarskaya Gold. Hinter dem Porträt von Zar Peter dem Großen im Goldschnitt auf der Apothekerflasche versteckt sich ein samtiger Brand.

Lindenblüten und eine Spur Lindenblütenhonig runden ihn geschmacklich ab und machen ihn sanfter. Auch das Wasser für diesen Wodka stammt aus dem Ladogasee, angeblich wird er abschließend durch Goldfilter geschickt. Im deutschen Werbejargon wird daraus "der einzige Wodka mit Gold-Ionen". Ein Ion ist ein elektrisch geladenes Atom - allzu viel Gold dürfte man für die 20 bis 25 Euro, die dieser Wodka kostet, also nicht auf der Zunge wiederfinden. Doch das macht letztlich keinen Unterschied - Gold schmeckt nämlich nach nichts.

  • Menge: 1,0 l
  • Alkoholgehalt: 40% Vol.
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Der "weltbeste Wodka"

Wer einen Kartoffelwodka probieren möchte, kann sich ein Glas Chase eingießen. Der britische Farmer William Chase destilliert ihn in seiner Farm in Herefordshire aus Erdäpfeln der Sorten King Edward und Lady Claire. Wie bei Kartoffel-Wodkas zu erwarten, schmeckt er cremig und süßlich. In der San Francisco Spirits Competition 2010 gewann Chase den Preis als "weltbester Wodka".

  • Menge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 40% Vol.
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Auch die Preisrichter der International Wine & Spirit Competition wählten einen Kartoffelbrand unter die Gewinner: "Sauber und fehlerlos", notierten sie zum Riga Black Wodka. Dieser Wodka ist der günstigste der Großen.

  • Menge: 0,5 l
  • Alkoholgehalt: 40% Vol.
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Der wohl bekannteste: Grey Goose

Und Grey Goose? Die weltbekannte "Graugans" ist ein urfranzösischer Wodka aus der Cognac-Region. Weizen aus der Beauce und das kristallklare Quellwasser der Region sowie fünffache Destillation werden in der Eigenwerbung besonders herausgestellt. Die Graugans ist ein Marketing-Erfolg des amerikanischen Milliardärs Sidney Frank. Der hatte schon mit Jägermeister in den USA ein Vermögen gemacht, bevor er den Franzosen-Wodka kreieren ließ und ihn nach allen Regeln der Kunst bewarb.

Grey Goose wurde sogar im Überschallflugzeug Concorde serviert. Bacardi ließ sich die Marke im Juni 2004 geschätzte zwei Milliarden Dollar kosten. Grey Goose schmeckt, das ist unbestritten, doch ist dieser Wodka nicht die günstigste Wahl.

  • Menge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 40% Vol.
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Die teuersten Wodkas

Nun ist teuer bekanntlich relativ. Wodka kennt keine Preisgrenzen. Die Kauffman Private Collection kostet 180 Euro und ist ein schmackhaftes Schnäppchen im Vergleich zu Kors Wodka (umgerechnet ab 11.800 Euro), Russo-Baltique Wodka (1,2 Millionen Euro) oder einem in aller Bescheidenheit "The Billionaire" genannten Elixier. Preis: 3,5 Millionen Euro, also 100.000-mal mehr als handelsübliche Premium-Produkte. Unser Versuch, eine Fünf-Liter-Flasche mit allerlei Gold, Platin, Diamanten und Edelsteinen online zu bestellen scheiterte schon an der Website billionairevodka.com, die uns partout nicht weiterleiten wollte. Kurios: In einem Werbevideo für die Marke redet Sylvester Stallone über italienische Anzüge, britische Autos, Schweizer Uhren oder deutsche Assistentinnen. Über Spirituosen verliert er kein Wort.

Unser Experte Grigori kann über solchen Zirkus nur lachen. "Exzessiv teure Wodkas in Designerflaschen sollten sie nur kaufen, wenn sie dringend eine solche Flasche brauchen", rät er.  Für alle anderen hat er einen garantiert kostenfreien Tipp: "Der beste Wodka kratzt nicht im Hals und verursacht keinen Brummschädel. Spätestens am nächsten Tag weiß man also, ob die Flasche ihr Geld wert war."

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