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Rheinland-Pfalz: Katholische Franziskaner stellen Insolvenzantrag


Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz
Krankenhausbetreiber stellt Insolvenzantrag

Von t-online, mak

Aktualisiert am 13.06.2024Lesedauer: 2 Min.
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Krankenhaus" (Symbolbild): Die Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz betreiben mehrere soziale Einrichtungen.Vergrößern des BildesEin Hinweisschild mit der Aufschrift "Krankenhaus" (Symbolbild): Die Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz betreiben mehrere soziale Einrichtungen. (Quelle: Marcus Brandt/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Der katholische Trägerverein mehrerer Pflegeheime und Krankenhäuser ist insolvent. Die Ordensgemeinschaft aus dem Wiedtal will sich in Eigenverwaltung sanieren.

Der Verein der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz hat beim Amtsgericht Neuwied einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das geht aus einer Mitteilung des Vereins von Anfang der Woche hervor. Bei diesem Verfahren behält ein Unternehmen oder Verein noch weitgehend die Kontrolle – und soll sich sanieren können.

Gegründet wurde die Ordensgemeinschaft bereits im Jahre 1862 im Wiedtal. Sie betreibt mehrere medizinische und soziale Einrichtungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Von dem Insolvenzantrag betroffen sind unter anderem das Krankenhaus St. Marienwörth in Bad Kreuznach und das St. Josefshaus in Hausen/Wied. Der Betrieb der Einrichtungen läuft während des Verfahrens unverändert weiter.

Löhne der Mitarbeiter sind gesichert

Gründe für den Insolvenzantrag sind gestiegene Kosten durch Tariferhöhungen und die Energiekrise. Auch gesundheitspolitische Veränderungen und der Fachkräftemangel trugen laut Mitteilung zur schwierigen Lage bei.

Bruder Michael Ruedin, Vorstandsvorsitzender des Vereins, sagte: "Die Gegenfinanzierung der pflegerischen, betreuenden und medizinischen Versorgungsleistungen unserer Einrichtungen ist in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger geworden." Aufgrund des Fachkräftemangels könnten sie nicht alle Einrichtungen voll auslasten – "das macht ein auskömmliches Arbeiten herausfordernd". Ziel sei es, den Verein vollständig zu sanieren.

Die Gehälter der Mitarbeiter seien während des Verfahrens gesichert, heißt es. Ruedin erklärte weiter: "Über das Sanierungsverfahren wollen wir uns den äußeren Gegebenheiten bestmöglich anpassen, um langfristig wirtschaftlich tragfähig zu sein." Und weiter: "Dabei ist es unsere Verantwortung und unsere Mission, eine Lösung zu finden, die den Bedürfnissen der Mitarbeiter und der uns anvertrauten Menschen bestmöglich gerecht wird."

Experte: Sanierungschancen sind gut

Der Orden der Franziskanerbrüder unterstütze den Verein mit allen verfügbaren Mitteln, heißt es weiter. Ein Team aus Restrukturierungsexperten arbeite laut Mitteilung bereits an einem Konzept, um die Zukunft des Vereins zu sichern und die Einrichtungen entsprechend aufzustellen.

Rechtsanwalt Mark Boddenberg, der das Insolvenzverfahren begleitet, erklärte, die Eigenverwaltung gebe den Entscheidern "den größtmöglichen Gestaltungsraum, da sie selbstverantwortlich weiter agieren können".

Und weiter: "Die Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz haben ihre Situation früh erkannt, wodurch die Sanierungschancen gut sind." Der wirtschaftliche Druck auf Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser sei indes bundesweit "enorm hoch".

Verwendete Quellen
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