Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Beruf & Karriere >

Wirtschaftsweiser: Mindestlohn verhindert Vollbeschäftigung

Mindestlohn  

Wirtschaftsweiser warnt vor Mindestlohn

25.11.2011, 15:49 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX

Wirtschaftsweiser: Mindestlohn verhindert Vollbeschäftigung. Wolfgang Franz (Quelle: Reuters)

Wolfgang Franz (Quelle: Reuters)

Der Streit um den Mindestlohn geht weiter: Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz hat den CDU-Beschluss für einen allgemein verbindlichen, gesetzlichen Mindestlohns kritisiert. Der stehe dem Ziel der Vollbeschäftigung im Weg, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats für die Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Zeitung "Die Welt".

Von Vollbeschäftigung spreche man bei einer Arbeitslosenquote von etwa vier Prozent. "Heute sind wir bei rund sieben Prozent, da haben wir noch einiges vor uns", sagte Franz.

Franz lobt Aufstockung

Die einzige Chance auf Beschäftigung bestehe für schwer zu vermittelnde Langzeitarbeitslose oft in einem niedrigen Lohn. "Sie bekommen so niedrige Stundenlöhne, weil sie oft nicht so qualifiziert und deshalb nicht so produktiv sind.

Deshalb ist es ein gutes System, dass man sie in den Arbeitsmarkt integriert und ihren Lohn mit Arbeitslosengeld II aufstockt."

Regionaler Mindestlohn bremst Konkurrenzkampf

Die Art von Lohnuntergrenze, die die CDU einführen möchte, hält Franz für besonders schädlich. Die CDU will eine allgemeine Lohnuntergrenze nach Branchen und Regionen differenzieren. "Ein branchenspezifischer, gesetzlicher Mindestlohn ist schlimmer als ein flächendeckender", sagte Franz.

Bei branchenspezifischen Mindestlöhnen bestehe die Gefahr, dass eine ganz kleine Gewerkschaft mit einem Arbeitgeberverband, der nur eine geringe Anzahl von Unternehmen erfasse, eine Lohnuntergrenze für die gesamte Branche aushandele - und damit möglicherweise die Konkurrenz ausschalte, die niedrigere Löhne zahle.

Appell für die Tarifautonomie

"Ich halte nichts von einem Flickenteppich von Differenzierungen, dann sollte man das Ganze doch lieber den Tarifvertragsparteien überlassen", sagte Franz. "Wie will denn der Staat entscheiden, für welche Arbeitnehmer in welchen Branchen und welchen Regionen Differenzierungen vorgenommen werden sollen? Davon würde ich dringend abraten."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Beruf & Karriere

shopping-portal