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Aktien New York: Powell-Rede bringt Rückenwind


Aktien New York: Powell-Rede bringt Rückenwind

27.08.2021, 20:10 Uhr | dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Im Zuge der Rede von Jerome Powell hat sich am Freitag an der Wall Street wieder Optimismus breit gemacht. Der US-Notenbankchef erfüllte eher die Wünsche derer, die in puncto Geldpolitik auf gelassene Aussagen hofften. Der Dow Jones Industrial stieg zwei Stunden vor Schluss um 0,69 Prozent auf 35 455,25 Punkte. Damit steuert der New Yorker Leitindex auf ein Wochenplus von fast einem Prozent zu.

Auch die übrigen New Yorker Indizes legten zu, sie erreichten wieder einmal locker Rekordhöhen: Der marktbreite S&P 500 gewann zuletzt 0,88 Prozent auf 4509,19 Punkte und für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es sogar um 1,01 Prozent auf 15 432,97 Zähler hoch. Beim Dow fehlten allerdings noch 175 Punkte zu einer Bestmarke, die mittlerweile schon fast zwei Wochen alt ist.

Powells Rede galt seit Tagen schon als zentrales Thema an den Finanzmärkten. Er stellte zwar eine Reduzierung der Fed-Anleihekäufe noch in diesem Jahr in Aussicht, blieb aber unkonkret und wies auf die derzeit wieder von dem Coronavirus ausgehenden Gefahren hin. Der Währungshüter betonte außerdem, dass eine Reduzierung der Anleihekäufe noch kein unmittelbares Zeichen für eine baldige Zinserhöhung sei.

Für die Anleger waren die Aussagen so unkonkret wie erhofft, gerade was die erwartete baldige Rückführung der Anleihekäufe betrifft. "Keine Nachrichten fungieren derzeit als gute Nachrichten", urteilte Marktbeobachter Timo Emden von Emden Research. "Solange die US-Notenbank im Nebel stochert, kann der Aktienmarkt im Niedrigzins offensichtlich weiter einen Nährboden finden", betonte der Experte.

Besonders gefragt waren in der Folge der Powell-Rede die Ölwerte, angetrieben von steigenden Rohstoffpreisen auch beim Rohöl. Die Aktien von Chevron gehörten im Dow mit fast zwei Prozent zu den größeren Gewinnern. ConocoPhillips und ExxonMobil fielen im breiteren Markt mit Anstiegen von 3,4 Prozent respektive 2,3 Prozent positiv auf.

Aber auch die klassische Industrie-Aktien waren gefragt, wie Anstiege von bis zu 3,3 Prozent beim Flugzeugbauer Boeing oder dem Chemiekonzern Dow Inc zeigen. Auch viele Wachstumswerte aus der Technologiebranche, für die niedrige Zinsen als wichtiges Standbein ihrer Geschäftsdynamik gelten, fielen positiv auf - dazu zählten viele Chipwerte und die rekordhohen Titel des Google-Mutterkonzerns Alphabet.

Unternehmensnachrichten enthielten ansonsten wieder einmal Licht und Schatten für die Anleger. Vor allem die um zehn Prozent anziehenden Aktien von Workday waren rege gefragt, nachdem das Cloud-Software-Unternehmen im zweiten Quartal positiv überraschte. Brad Sills von der Bank of America bezeichnete außerdem die Prognosen für die Auftragslage als ermutigend.

Auf der Schattenseite standen vor allem die Anteilscheine von Peloton mit einem Kursrutsch um 6,6 Prozent. Der Fitnessgeräte-Spezialist, der in der Pandemie als Lockdown-Gewinner galt, berichtete für das vergangene Quartal eine Wachstumshalbierung und verunsicherte die Anleger zudem mit einem nicht näher definierten Buchhaltungsproblem.

Im Computer-Hardware-Bereich ging es für HP Inc nach Zahlen erst deutlicher nach unten, zuletzt relativierte sich der Abschlag aber auf nur noch 0,2 Prozent. Aktionäre des Konkurrenten Dell hingegen mussten ein Minus von 4,1 Prozent einstecken, obwohl die Resultate von Analysten eigentlich positiv kommentiert worden waren. Hier wurde am Markt auf Gewinnmitnahmen nach zuletzt gutem Lauf verwiesen.

Die Aktien des Essenslieferdienstes Doordash verloren 1,6 Prozent. Zum Stimmungsdämpfer wurde hier, dass die US-Metropole New York die Branche jetzt dauerhaft stärker regulieren will. Eine bisher nur temporäre Regelung, wonach die Lieferunternehmen den Restaurants maximal 15 Prozent des Auftragswerts als Gebühr in Rechnung stellen dürfen, soll nun dauerhaft gelten.

Gute Nachrichten gab es zu guter Letzt aber für die Anteilshaber von Manchester United. Die in New York gehandelten Aktien des Fußballclubs zogen um mehr als sechs Prozent an, nachdem überraschend die bevorstehende Verpflichtung des Superstars Cristiano Ronaldo von Juventus Turin bekannt wurde. Dieser war zuvor auch mit dem lokalen Konkurrenten Manchester City in Verbindung gebracht worden.

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